Kehrt die Euro-Krise zurück? Italien steht am Abgrund und könnte die Eurozone verlassen

Alexas_Fotos / Momentmal / Pixbay.com / crash-news.com

Zitat von www.handelsblatt.com:

„Der Euro ist und bleibt ein politisches Experiment und kann politisch scheitern, wenn die erwarteten wirtschaftlichen Vorteile nicht erreicht werden“ […].

[…]

Auch in Spanien spitzt sich die politische Lage zu.

[…]

Nicht nur an den Devisenmärkten sorgt Italien für Wirbel. Auch an den Bondmärkten zeigen sich Anleger zunehmend besorgt.

[…]

Insgesamt wird an den Märkten die Sorge laut, dass Italien den Euro-Raum verlassen könnte – oder dass sogar eine Pleite Italiens drohen könnte.

Kommentar von crash-news.com:

Investoren, Märkte und EZB fangen gerade wieder das große Zittern an, da sich mit Italien möglicherweise eine gefährliche neue Krise anzubahnen scheint. Binnen kürzester Zeit sind die Renditen für zweijährige italienische Staatsanleihen von leicht negativ auf 2,6% angestiegen. Die ursprüngliche Ankündigung der gescheiterten Regierung, die Eurozone möglicherweise zu verlassen, tut ihr Übriges.

Weil der Präsident der italienischen Republik Sergio Mattarella soeben die Regierungsbildung der beiden eurokritischen Wahlsiegerparteien Lega und Fünf-Sterne-Bewegung gezielt verhinderte, indem er den Kandidaten für das Finanz- und Wirtschaftsministerium ablehnte, droht dem Land nun eine Verfassungskrise.

Mattarella war der Kurs des geplanten Ministers Paolo Savona zu riskant, da dieser eine Linie unterstützt, die durchaus Italiens Ausstieg aus dem Euro provoziert hätte. Unter anderem hatten die Koalitionsverhandlungen ergeben, den gigantischen Schuldenberg der Italiener von 2,3 Billionen Euro mittels eines Schuldenerlassantrags an die EZB um 250 Milliarden Euro zu reduzieren.

Schon diese Forderung hatte die Märkte aus ihrem langen Dornröschenschlaf unsanft geweckt, denn die Koalitionspartner hätten womöglich wirklich den Mumm gehabt, ihre Pläne durchzuziehen. Doch offenbar griff dann EZB-Chef Mario Draghi rettend ein, indem er seinen Landsmann Sergio Mattarella anrief, diesen kurzerhand intervenieren ließ und den gewünschten Ministervorschlag samt der neuen Regierung zunichte machte.

Unsere “modernen” Demokratien in Europa lassen derartige Eingriffe – zum Glück für diese selbsternannten “Eliten” – zu, um Schlimmeres zu verhindern und die Macht dieser korrupten Bande dauerhaft zu sichern. Mit echter Demokratie hat das freilich genausoviel zu tun wie die Sahara mit einem kühlen Bergbach.

Mit seiner äußerst fragwürdigen Intervention hat Mattarella den Euro vermutlich zunächst gerettet, legte aber dafür in Italien die Zündschnur für weiteres Ungemach. Jetzt stehen zum einen Neuwahlen und zum anderen die Absetzung Matarellas im Raum, wogegen zwar sicherlich weitere “elitäre Schutzmechanismen” existieren, doch die Märkte könnten dennoch kurzfristig ungewollt und unbeherrschbar reagieren.

Damit einher steigt nun allgemein die Furcht vor der Rückkehr der Schuldenkrise, die vermeintlich längst gelöst schien – “gelöst” durch eine noch größere und historisch einmalig hohe Schuldenanhäufung. Sowohl eine Pleite Italiens als auch der Ausstieg des Landes aus der Eurozone scheinen prinzipiell nicht mehr undenkbar.

Wie schon bei der letzten Krise beginnt bereits eine Ansteckung zwischen den Euro-Südländern. Auch die Renditen für spanische und portugiesische Staatsanleihen schnellten nämlich jetzt nach oben.

Im Moment befinden wir uns zwar erst in den Anfängen einer neuen Euro-Krise, die volatilen Reaktionen der Börsen und Finanzmärkte sind dennoch bemerkenswert. Sie beweisen, wie in Wirklichkeit keiner der Marktteilnehmer so richtig an die vermeintliche Lösung der kritischen Situation um die Gemeinschaftswährung geglaubt hat. Eine einzige falsche Äußerung der falschen Leute und sofort brennt die morsche Hütte wieder lichterloh.

Wann sich aus einem solchen oder ähnlichen Vorfall dann tatsächlich der große Crash entwickelt, lässt sich leider nicht vorhersagen. Aber wir sehen dabei sehr deutlich, dass die – ungewählten und selbsternannten – Machthaber der Welt die Lage anscheinend noch weitgehend im Griff sowie diverse Werkzeuge in der Hand haben, um ihre Ziele weiterhin fast ungehindert verfolgen zu können.

Erstaunlich ist angesichts dieser Offensichtlichkeit, wie wenig die Masse dieses gigantische Maß an Korruption durchschaut. Immerhin hatten Lega und die Fünf-Sterne-Bewegung im März 2018 zusammen 50% der Stimmen bekommen und damit durchaus einen legitimen Regierungsauftrag.

Doch selbstverständlich “durfte” das italienische AfD-Pendant nicht wirklich an die Macht gelassen werden, was nun offenbar fürs Erste verhindert worden ist. Inwieweit sich das Ergebnis bei Neuwahlen zu Gunsten dieser jetzt gekippten Koalition verändern wird, bleibt abzuwarten.

Eines ist jedoch klar: Sobald von irgendeiner Seite real Gefahr droht, dass das herrschende System in den Abgrund gestürzt werden könnte, greifen die “Eliten” garantiert zu Maßnahmen, die noch wesentlich unschöner sind als das, was wir bereits aktuell an Diktaturmethoden in ganz Europa gegen sogenannte “Systemfeinde” erleben. Und dazu wird es definitiv kommen.

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