Facebook Datenskandal: Die klitzekleine Spitze eines gigantischen Eisbergs

geralt / Pixabay.com

Zitat von www.handelsblatt.com:

Vom jüngsten Datenskandal bei Facebook sind nach Angaben des Unternehmens deutlich mehr Mitglieder betroffen als bisher angenommen. Möglicherweise seien die Daten von bis zu 87 Millionen Nutzern auf unlautere Weise an die britische Firma Cambridge Analytica weitergegeben worden […].

[…]

An der Umfrage haben sich 65 Nutzer aus Deutschland beteiligt, wie Facebook auf Anfrage von DPA sagte. Über die Erfassung der Informationen von Freunden – auch durch Verbindungen zu Nutzern in anderen Ländern – könnten bis zu 309.815 Facebook-Mitglieder aus Deutschland betroffen sein.

Kommentar von crash-news.com:

Zuerst waren es 50 Millionen, jetzt werden sogar 87 Millionen Datenklau-Opfer von Facebook eingestanden. Dabei sind all diese Zahlen nichts weiter als ein Täuschungsmanöver, denn in Wirklichkeit ist faktisch jeder, der aktiv beim Gesichtsbuch mitmacht, von systematischem Datendiebstahl und Beobachtung betroffen: Zwei Milliarden Nutzer geben freiwillig viel mehr von sich preis, als sie auch nur erahnen.

Wer etwa die persönliche Kontaktdatenbank seines PCs oder Smartphones mit Facebook synchronisiert, um sich auf diesem Wege ganz schnell und bequem mit all seinen Freunden zu vernetzen, gibt nicht bloß unerlaubterweise Namen, Anschriften, Telefonnummern und E-Mail-Adressen von größtenteils gar nicht bei dem sozialen Netzwerk angemeldeten Personen preis, sondern macht sich zudem selbst sozusagen nackig.

Je nachdem, mit welchen Leuten jemand in Kontakt steht, offenbart allein das bereits ungemein detailliert die persönliche Gesinnung. Weiß Facebook über bestimmte Nutzer von deren politischer Orientierung, beispielsweise der Zugehörigkeit zur verhassten AfD, weil diese das offen in ihrem Profil zeigen, lassen mehrere solcher politisch inkorrekten Kontakte im eigenen Adressbuch nur den Schluss zu, mit diesen “Nazis” zu sympathisieren und höchstwahrscheinlich selbst ebenfalls einer zu sein.

Dass schon die pure Bekanntschaft mit solchen “Staatsfeinden” höchst problematisch für das eigene Lebensumfeld sein kann, davon wissen viele ehemalige DDR-Bürger ein Lied zu singen. Mancher mag nun entgegnen, die Zeit von auf dieser Basis bestehenden Nachteilen sei längst vorbei und in unserer “westlichen Demokratie” ganz sicher kein Thema mehr, doch die moderne Realität zeigt das genaue Gegenteil.

In China zum Beispiel beginnt das Regime ab 2020 damit, die Bevölkerung mit Hilfe eines dubiosen Punktesystems in eine absolute Wohlverhaltensgesellschaft umzubauen. Dann wirken sich nicht nur “falsche” Äußerungen im Internet, unerwünschtes Konsumverhalten und “umweltschädliches” Handeln negativ auf Arbeitsplatz, Einkommen, Kredite, Wohnsituation, Versicherungen und alles mögliche Andere aus, sondern auch schon die jeweiligen Kontakte und Freunde bringen klare Vor- oder Nachteile:

In der Öffentlichkeit will China mit Kamera-Überwachung arbeiten. […] Die Gesichtsdaten sind bereits vorhanden, denn jeder chinesische Bürger hat einen Pass, für den er ein biometrisches Foto einreichen musste.

[…]

Punkte soll es dann auch dafür geben, Freunde mit vielen Punkten zu haben.

Nur die “richtigen” Freunde bringen also Pluspunkte – und im umgekehrten Fall natürlich das Gegenteil. Wer oder was “richtig” ist, bestimmt dabei allein die kommunistische Regierung. Zu glauben, dieses offenkundige Horrorszenario sie zum Glück bloß auf China und ähnlich totalitäre Regime beschränkt, ist mehr als naiv.

Längst beherrscht uns hierzulande ein ganz ähnliches Punktesystem, jedoch mit einem entscheidenden Unterschied: Während die Kommunisten ihre Wohlverhaltensdatenbank ganz offiziell und öffentlich einführen, läuft bei uns genau dasselbe ab, allerdings auf äußerst perfide und – bislang zumindest noch – unsichtbare Weise.

Um in Germanistan einen Arbeitsplatz, einen Bankkredit, eine Wohnung, den Zugang zu bestimmten Vereinen oder Positionen zu erlangen, spielt der jeweilige Hintergrund und die persönliche politische Einstellung heutzutage eine immer wichtigere, teilweise essentielle Rolle. Wer sich offen zur AfD bekennt, die “Flüchtlings”-Krise als Invasion bezeichnet oder einen der Farbschläge der sozialistischen Einheitspartei kritisiert, verscherzt sich damit quasi sofort die Chance auf sämtliche der genannten Ziele.

Aber nicht allein die “falschen” Kontakte wertet Facebook aus, aufgrund der Argusaugen des “demokratischen” Netzdurchsetzungsgesetzes und unzähliger selbsternannter Netzblockwarte ist verbales Wohlverhalten inzwischen absolut unerlässlich, um im breiten Strom der Masse mitspielen zu dürfen. Die meisten Leute sind hier fälschlicherweise der Ansicht, sich einfach gar nicht zu äußern würde genügen, um nicht aufzufallen. Doch weit gefehlt.

Auf einem Großteil aller Medienseiten im Internet sind die großen Netzwerke integriert. Das gilt für die gleichgeschalteten privaten und die staatlichen Medien auf der einen und die alternativen Portale auf der anderen Seite gleichermaßen. Dank diverser technischer Möglichkeiten bekommt Löschbook auf diese Weise stets mit, wo sich welcher Benutzer denn so tummelt und kann darüber natürlich wiederum eindeutig die politische Gesinnung und vieles mehr ableiten.

Während uns derzeit nun ein angeblicher Datenskandal vorgespielt wird, von dem in erster Linie Amerikaner betroffen sein sollen, die mutmaßlich durch eine britische Firma in ihrer Wahlentscheidung zu Gunsten des bösen, bösen Donald Trump beeinflusst wurden, lenkt dieses verlogene mediale Spektakel lediglich elegant von der tatsächlichen Bedrohung ab.

In Wirklichkeit ist nämlich jeder einzelne Facebook-Nutzer betroffen und zwar nicht durch die Firma Cambridge Analytica, sondern durch seine bloße Teilnahme an diesem sozialen Netzwerk und durch seine Kontakte zu anderen Benutzern. Wer tatsächlich glaubt, das chinesische Wohlverhaltenssystem bliebe auf das Land des Lächelns beschränkt und wecke in BRD- und EU-Kreisen nicht enorme Begehrlichkeiten, wird sich bald mächtig wundern.

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