Ruhe vor dem Sturm: Gefahr eines Börsencrashs wieder so groß wie 2007

geralt / Pixabay.com / crash-news.com

Zitat von www.faz.net:

Wir erleben gerade den seltenen Moment eines wahrhaft weltweiten Wirtschaftswachstums. Alle wichtigen Volkswirtschaften dieser Erde legen zu. Das bislang letzte Mal, als wir uns in so einer Situation befanden, war zu Beginn des Jahres 2007. Und wir alle wissen, was danach passierte: Wir haben die schwerste Wirtschafts- und Finanzkrise des 21. Jahrhunderts erlebt.

[…]

Nicht ohne Grund ist derzeit häufig davon die Rede, an den Finanzmärkten herrsche angesichts der fehlenden Rückschläge eine geradezu unheimliche Ruhe. Wenn man auf vergangene Finanzkrisen schaut, ging es kurz zuvor immer sehr entspannt an den Märkten zu – es gab kaum Kursausschläge nach unten.

Kommentar von crash-news.com:

Der Chef-Wirtschafter einer der größten Fondsgesellschaften der Welt, Joachim Fels von Pimco, behauptet von sich selbst, “gewissermaßen als Ökonom geboren” worden zu sein. Im Gegensatz zu den meisten “Experten” der Märkte sieht er die derzeitige Situation nicht als “alles in bester Verfassung”, sondern warnt vor einer Ruhe vor dem Sturm. Die Lage ähnele der von 2007.

Angeblich befinden wir uns derzeit in einer Phase des weltweiten Wirtschaftswachstums, schenken wir den üblichen Propagandisten Glauben. Das gilt freilich nicht für den kleinen Bürger, der insbesondere hierzulande seit Jahren keine Lohnzuwächse verzeichnen konnte und dessen Sparvermögen und Rücklagen dank Null- und Negativzinsen immer schneller dahinschmelzen.

Der vermeintlich ruhige und sich kontinuierlich verbessernde Zustand der Volkswirtschaften hat laut Fels die Riege der Anleger und Investoren erstmals seit dem Kollaps 2008 wieder in eine neue Sorglosigkeit getrieben. Diese Ruhe sei jedoch von sich aus eine Bedrohung der Märkte, weil geringe Kursausschläge zu höheren Risiken verleiten würden.

Das mag zu gewissen Teilen zwar der Realität entsprechen, doch das eigentliche Problem für diese regelmäßigen Einbrüche bis hin zu katastrophalen Crashs benennt der Mann nicht: Die Basis unseres Finanzsystems, welches Geld aus dem Nichts erschafft, was bedingt, dass all dieses vermeintliche Vermögen irgendwann wieder genau zu diesem “Nichts” zurückkehrt und dabei notwendigerweise sämtliche Geldvermögen vernichtet.

Nichtsdestotrotz beschreibt er die Gefahren korrekt: Ein durch welches Ereignis auch immer ausgelöster Börsenschock führt stets zu einem kollektiven Verkaufsverhalten. Das Problem hierbei: Wenn zuviele gleichzeitig denselben Ausgang nehmen wollen, gibt es nicht nur ein furchtbares Gedränge, es kommt dann schnell zu Tumulten.

Wer mal eine Störung seines Internetzugangs erlebte, bei der die Reaktion auf jeden Klick eine gefühlte Ewigkeit dauerte, kann sich in etwa vorstellen, was das ganz konkret in der Realität bedeutet: Online Aktien oder irgendwelche anderen hochspekulativen “Produkte” zu verkaufen, sobald die Hütte richtig brennt, wird im Ernstfall schon aus rein technischer Sicht nicht mehr funktionieren.

Hinzu kommen absichtliche Notschließungen der Märkte, die jeglichen Handel aussetzen und damit auch automatische Verkaufsorder verhindern, welche die eigenen Verluste im Crashfall vermeiden oder minimieren sollen. Hier gilt schlicht: Knallt es richtig, dann ist es zu spät, um sein Vermögen noch zu retten.

In dem Moment eines großen Börsenzusammenbruchs muss der kluge Anleger längst ausgestiegen sein. Das Problem ist jedoch, diesen Augenblick vorab zu kennen oder rechtzeitig zu erkennen. Aber selbst echte Profis – von sogenannten “Experten” ganz zu schweigen – wissen nicht im Voraus, wann es rumpelt.

Schließlich gibt es mehr als nur einen einzigen möglichen Auslöser, der zu einem solchen Sturm führen kann. Manchmal genügt schon die “falsche” Wahl in einem Land bzw. die Furcht vor politischer Instabilität – sogar das Scheitern von Jamaika in Berlin wirkte sich auf die Börsen kurzzeitig aus.

Genauso könnte ein großer Terroranschlag im Namen der “Religion des Friedens” die Märkte erbeben lassen, wie es am 11. September 2001 der Fall war. Selbst Naturkatastrophen in Form von schweren Erdbeben, Tsunamis oder verheerende Vulkanausbrüche sind wegen ihres plötzlichen Auftretens und ihrer fatalen Folgen ein potenzieller und von niemandem vorhersehbarer Grund für einen Kollaps.

Nicht minder wirkungsvoll wäre eine unangekündigte Maßnahme seitens der großen Zentralbanken. Würde etwa die private US-Notenbank Federal Reserve plötzlich den Leitzins um mehrere Prozentpunkte anheben, stürzte das die jeweilige Wirtschaft blitzschnell in den Abgrund.

Zwar ist mit einem solchen Szenario aus rationaler Sicht nicht zu rechnen, da sich kein Zentralbankchef freiwillig ein derart dickes Fadenkreuz auf seine Stirn malen dürfte, doch es gibt Situationen, in denen eine solche Anhebung gar nicht zu umgehen ist.

Angenommen, sämtliche OPEC-Staaten würden sprichwörtlich über Nacht beschließen, jede Währung der Welt außer dem US-Dollar für den Kauf von Öl zu akzeptieren, wäre der Greenback damit schlagartig erledigt. Um eine blitzartige und zudem gigantische Zinserhöhung käme die Fed dann gar nicht mehr herum, wollte sie die eigene Währung vor dem sofortigen Untergang retten.

Ausgeschlossen werden kann selbst dieser recht unwahrscheinlich anmutende Gedanke aber keineswegs, genausowenig wie ein jederzeitiger großer Terroranschlag überall in der schon weitgehend islamisierten westlichen Hemisphäre. Fiele ein wichtiger Politiker, beispielsweise Angela Merkel oder Donald Trump einem Mordanschlag zum Opfer, wäre ebenfalls sofort die Ruhe an den Börsen dahin.

Richtig ist seitens Fondsmanager Fels natürlich die Einschätzung, dass von den Zentralbanken prinzipiell keine überraschenden Kehrtwenden zu erwarten sind, weil selbst kleinste Zinsanhebungen oder die Einstellung der seit Jahren laufenden illegalen Anleiheaufkaufprogrammen das fragile “Wachstum” unmittelbar kollabieren ließen.

Die Herrschaften an den Zinsschalthebeln und den Knöpfen der Luftgeld-Druckerpressen werden daher tunlichst alles unterlassen, was die Märkte irgendwie verunsichern oder das exponentielle Zwangswachstum des Geldsystems als solches ausbremsen könnte. Ihre Macht endet jedoch dort, wo die Natur das Sagen hat und wo sich die Anleger aufgrund von unkalkulierbarer Gruppendynamik irrational verhalten.

So oder so sollte jedem damit klar sein, auf welchem Pulverfass wir alle sitzen. Diejenigen, welche ihr gesamtes Vermögen, ihre Ersparnisse und ihre Altersrücklagen in Aktien, Fonds, Sparbüchern, Lebens- und Rentenversicherungen oder sonstigen solchen Papierwerten “angelegt” haben, sind natürlich am schlimmsten betroffen, wenn der große Knall kommt.

Der Rest, dazu gehören sowohl die Vollkonsumenten, die stets ihr gesamtes Geld sofort verschleudern, als auch die Gold- und Silbersparer, wird freilich ebenfalls nicht vom Ungemach verschont bleiben, da unsere besonders von elektronischer Währung abhängige Gesellschaft mit dem nächsten Finanzcrash sprichwörtlich im Abgrund versinkt. Aber die Edelmetallbesitzer verlieren dabei zumindest nicht ihre Lebensarbeitsleistung.

Wann kommt denn nun dieser fatale Kollaps? Das weiß keiner. Nicht einmal die selbsternannten Möchtegern-Weltbeherrscher, die angeblich schon länger den Knopf drücken wollten, dürften die Lage noch wirklich unter ihrer Kontrolle haben. Nur eines ist sicher: Wer weiterhin bei diesem Hochrisikospiel mitmischt, braucht sich nicht zu wundern oder gar zu beschweren, wenn er eines nahen Tages auf einen Schlag alles verliert.

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