Regierungskritiker leben sehr gefährlich: Autobombe tötet maltesische Journalistin

Bredehorn Jens / pixelio.de

Zitat von www.nzz.ch:

Am Montag noch schrieb die 53-jährige Journalistin auf ihrem Blog: «Wo man nur hinschaut, sieht man Gauner. Die Lage ist desolat.» […] 30 Minuten später explodierte eine Bombe unter ihrem Auto, einem Peugeot 108, nahe ihrer Wohnung in Mosta. Die Polizei fand ihre verbrannte Leiche auf dem Fahrersitz.

[…]

«Terroristin» nannten sie ihre Gegner. Deren hatte sie viele. Und mächtige. Ihren grössten Coup landete die dreifache Mutter und Ehefrau mit ihren investigativen Recherchen zu den «Panama Papers» 2016. Caruana Galizia warf der Frau des maltesischen Regierungschefs Joseph Muscat damals vor, Bestechungsgelder auf Konten in Panama zu verstecken.

Kommentar von crash-news.com:

Die kritische Journalistin Daphne Caruana Galizia aus Malta wurde von ihren Gegnern und von der Politik als „Terroristin“ bezeichnet. Vor zwei Wochen erhielt sie Morddrohungen und wandte sich an die Polizei. Diese konnte – oder wollte – sie offenbar nicht schützen, nun ist die 53-Jährige tot. Wer einen derart hohen Preis zahlen muss, hat wohl definitiv etwas richtig gemacht oder das Richtige gesagt.

Feinde hatte die offenkundig eher links orientierte Bloggerin anscheinend genug. Allerdings ist ein tödlicher Autobombenanschlag ein völlig anderes Kaliber als verbale Angriffe, Klagen wegen Verleumdung oder ähnliche Aktionen gegen ihre Veröffentlichungen, mit denen sie ansonsten konfrontiert war.

Nicht nur die Motivation zu solch einer Tat, auch der Bau und die Platzierung einer Bombe weisen auf eine hochrangige und mächtige Organisation hin, welche hinter diesem Mord stecken muss. Naheliegend sind somit Regierungs- und Finanzkreise.

Die Kritik am Establishment und der Kampf desselben gegen unliebsame und „zuviel redende“ Zeitgenossen erreicht hiermit eine völlig neue Qualität. Während in der EU-Diktatur zwar die Meinungsfreiheit systematisch untergraben und gezielt bekämpft wird und zudem weitaus professioneller und umfassender unter Beschuss steht, als es selbst zu DDR-Zeiten der Fall war, sahen die Machthaber von derlei drastischen Maßnahmen bislang ab.

Fast genauso effizient und wirksam sind nämlich die von dort bekannten alternativen Methoden, konkret die systematische Verleumdung und Zersetzung: Der Verlust des Arbeitsplatzes, die Kündigung der Wohnung und des Bankkontos sowie die Rufschädigung und mediale Vernichtung stehen hierzulande an oberster Stelle der staatlich geduldeten und initiierten Maasnahmen. Meist bringt das bereits dieselbe Wirkung wie ein professioneller Mafia-Mord.

Eher unwirksam dürfte das jedoch in solchen Fällen sein, wenn die politischen Gauner heimlich erpresst werden. Wer passendes Material in Händen hält, etwa von der Art „Panama Papers“, kann auf die Damen und Herren in Amt und Würden einfach direkt zugehen anstatt bloß die Öffentlichkeit über die Schandtaten der „Volksvertreter“ zu informieren. Hierbei lässt sich schließlich richtig Kasse machen, denn welcher Politiker möchte schon gerne kompromittierendes Material über sich in den Abendnachrichten sehen?

Um einen derartigen – meist unbekannten – Erpresser jedoch wirksam zu beeindrucken, kann so ein klein wenig Pyrotechnik durchaus Wunder wirken, auch wenn dabei jemand anders geopfert wird. Da die hohen Herrschaften aber sowieso tagtäglich über Leichen gehen, kommt es auf den einen oder anderen nicht an und es lassen sich somit gleich zwei lästige Fliegen mit einer Klatsche beseitigen.

Wie dem auch sei, Caruana Galizia hatte hier offenbar das betreffende Los gezogen. Wer ihren Tod in Auftrag gab, ist aktuell noch unbekannt – und wenn die Polizei, wie üblich in diesen Kreisen, mit von der Partie ist, dann wird wohl kaum jemals die echte Wahrheit „herausgefunden“ werden. Zudem ist der mögliche Täterkreis ziemlich groß:

Die Journalistin legte sich zuvor schließlich mit der gesamten Politbande an und nicht allein mit der Regierung. Es gäbe daher sicherlich genügend Leute, die an ihrem dauerhaften Schweigen Interesse hätten. Verdächtig sind allerdings insbesondere diejenigen, welche die Frau in ihren Publikationen auf dem Kieker hatte und die sich jetzt besonders „schockiert“ über ihren Tod zeigten:

Der maltesische Regierungschef Joseph Muscat sowie der Oppositionspolitiker Adrian Delia sind bestimmt alles, aber ganz sicher nicht schockiert über den Tod von Daphne Caruana Galizia. Immerhin hatte sie die Verstrickungen der Frau Muscats öffentlich bekannt gemacht, die anscheinend Bestechungsgelder auf Konten in Panama versteckte, und genauso den schönen Staatsposten Delias kritisiert, den er trotz wiederholter Betrügereien bekam.

Ob jetzt tatsächlich diese beiden hochverdächtigen Herren oder andere Feinde der Bloggerin hinter diesem heimtückischen Attentat stecken – wir haben es hier in jedem Fall mit hochrangigen Auftraggebern und professionellen „Dienstleistern“ zu tun, die über umfassende Deckung seitens der Strafverfolgungsbehörden verfügen müssen.

Erleben wir Derartiges vielleicht auch bald bei uns? Noch begnügt sich die Merkel-Junta mit den bewährten, eher unauffälligen Stasi-Methoden, allerdings ist nicht ausgeschlossen, dass ebenso die Berliner Gaunerbande irgendwann zu härteten Maßnahmen greift, weil der Unmut und der Widerstand in der Bevölkerung aufgrund ihres systematischen Hochverrats machtgefährdende Ausmaße erreicht.

Vermutlich würde die Ex-Stasi-Agentin aber dennoch lieber subtilere Aktionen vorziehen und beispielsweise Übergriffe von „Männern mit Messern“ auf die unerwünschten Kritiker losschicken. Das sähe dann wie einer der täglichen zahlreichen „bereichernden Unfälle“ und somit wie ein bedauernswerter „Einzelfall“ aus. Bleiben wir wachsam, denn Malta ist garantiert erst der Anfang.

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