Zehn Jahre Finanzkrise: Nach dem Kollaps ist vor dem nächsten Crash

rihaij / Pixabay.com

Zitat von www.n-tv.de:

Die Finanzkrise, die vor zehn Jahren begann, hat die US-Wirtschaft längst hinter sich gelassen. Doch während die Konjunktur brummt, bilden sich neue Blasen. Die Ähnlichkeiten mit dem damaligen Hypotheken-Boom sind verblüffend.

[…]

Zehn Jahre nachdem ein unerwarteter Einbruch der US-Immobilienpreise zunächst die Hypotheken- und anschließend die weltweite Wirtschaftskrise auslöste, boomt wieder das Geschäft mit Subprime-Krediten – also Darlehen mit niedriger Bonität und hohen Zinsen. Diesmal sind es allerdings weniger die Hypotheken, die Beobachtern Sorgen machen.

Kommentar von crash-news.com:

Das Märchen von der überwundenen Finanzkrise ist einfach nicht tot zu kriegen. Dabei ist der vermeintliche Aufschwung nichts anderes als das Ergebnis von den zusätzlich in die Märkte gepumpten Billionen Euros und Dollars, die durch nichts gedeckt sind. Blasen, soweit das Auge reicht, simulieren eine heile Welt, die in Wirklichkeit unmittelbar vor ihrem nächsten brutalen Absturz steht.

Vor zehn Jahren begann das Unheil mit dem Platzen der Immobilienblase in den USA. Zuvor wurden Millionen Subprime-Kredite für Wohnungen und Häuser an Amerikaner vergeben, die sich das im Leben niemals leisten konnten.

Damals waren die Zinsen allerdings noch auf einem relativ realistischen Niveau, wovon heute ganz bestimmt keine Rede mehr sein kann. Doch die Blase von 2007 hat sich von ihrem Platzer nicht nur erholt, sie ist mittlerweile wieder genauso groß und hat diverse Ableger generiert.

Etwa 1,1 Billionen Dollar an Kreditvolumen haben amerikanische Banken für Autokäufe locker gemacht und an Leute vergeben, deren finanzieller Spielraum in weiten Teilen genau derjenigen Klientel ähnelt, die bereits vor zehn Jahren erfolgreich auf die Nase fiel.

Praktisch jeder zweite erwachsene Bürger im Land der unbegrenzten Verschuldungen hat einen Autokredit abzustottern, eine schier unglaubliche Zahl. Da auch hierzulande über 50% aller Neuwagen auf Pump „gekauft“ werden, sind wir von Zuständen wie in den USA in diesem Bereich nicht mehr sonderlich weit entfernt.

Knapp 20% der US-Autokredite sind schon heute von schlechter Bonität. Rund 200 Milliarden Dollar liegen hier im Feuer und sind für sich genommen locker in der Lage, das Finanzsystem in seinen Grundfesten erneut massiv zu erschüttern.

Aber das ist noch längst nicht alles. Auch hinsichtlich der Kreditkartenschulden haben die Amerikaner den Stand von 2007 inzwischen übertroffen. Hier findet sich eine weitere Billion Dollar, mit denen die meisten US-Bürger bei mindestens einer Bank in der Kreide stehen.

In Zeiten niedriger Arbeitslosigkeit fürchten sich die Institute zwar nicht vor massiven Ausfällen, das kann sich allerdings schnell ändern, wenn das politische Pulverfass, auf dem die Welt derzeit sitzt, in die Luft fliegt.

Darüber hinaus bringen die Hochschulabgänger in den USA als „Souvenir“ aus ihrem Studium im Schnitt einen Schuldenberg von 34.000 Dollar mit. Insgesamt beläuft sich die Summe der Studentenkredite auf 1,4 Billionen Dollar, die 44 Millionen Amis schultern müssen, von denen viele dazu aber gar nicht in der Lage sind.

Um es auf den Punkt zu bringen: Die Schulden der Bürger, der Unternehmen und genauso der Staaten sind seit dem Zusammenbruch vor zehn Jahren nicht etwa gesunken, allerhöchstens vorübergehend. Mittlerweile türmen sich in sämtlichen Bereichen noch viel höhere Berge auf als damals. Was das bedeutet, pfeifen jetzt schon überall die Spatzen von den Dächern.

Angetrieben durch historisch niedrige Zinssätze, die sogar ins Negative reichen und die Finanzmathematik auf den Kopf zu stellen versuchen, hat sich die geplatzte Immobilienblase aus dem Jahr 2007 nicht nur neu gebildet, sie weitete sich auf alle möglichen anderen Ebenen aus.

Außerdem stehen die USA heute nicht mehr allein da mit ihrer extremen Mentalität, ein Leben auf Pump zu führen. Sämtliche westlichen Länder haben diese Lebensart kopiert und unseren Planeten mit unzähligen Blasen übersät.

Wenn dieses fragile Konstrukt bloß in die Nähe von spitzen Gegenständen gerät und auch nur eine dieser Spekulationsblasen platzt, wird sich die Welt in einer Art Finanz-Armageddon wiederfinden und sprichwörtlich nicht mehr wissen, wo oben und unten ist.

Noch können sich die wenigsten vorstellen, was das bedeutet, da ihnen überhaupt nicht bewusst ist, mit was sie es hier zu tun haben, denn es fehlt nach wie vor ein allgemeines Verständnis über die grundsätzlichen Zusammenhänge unseres Finanzsystems und der Geldschöpfung aus dem Nichts.

Eines ist jedoch sicher: Wer sich nicht rechtzeitig aus diesen Blasen zurückzieht und seine monetären Schäfchen ins Trockene bringt, den reißen die beim Platzen freiwerdenden Winde wie ein gigantischer Finanzhurrikan mit Stärke zehn fort. Vom vorherigen Leben auf Pump wird nach Abebben des Sturms wohl nicht einmal das dünne Fundament übriggeblieben sein.

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