Gedeckt allein durch Vertrauen: Wehe, wenn die Zwei-Billionen-Blase der EZB platzt

moritz320 / Pixabay.com / crash-news.com

Zitat von www.handelsblatt.com:

Die EZB hält inzwischen Anleihen im Wert von zwei Billionen Euro – das ist mehr als die gesamte deutsche Staatsverschuldung. Trotz anhaltend geringer Inflation fordern EZB-Ratsmitglieder ein Ende der Geldschwemme.

[…]

Kritiker werfen der EZB vor, mit der Übernahme von Anleihen aus Krisenstaaten wie Spanien oder Portugal die Spendierfreude der dortigen Regierungen zu unterstützen. Die EZB argumentiert dagegen mit der Inflationsrate in der Euro-Zone, die seit Jahren deutlich hinter dem Zielwert von knapp zwei Prozent zurückbleibt.

Kommentar von crash-news.com:

Die Krise von 2008 soll angeblich schon lange überwunden, die damaligen Problemursachen beseitigt und entsprechende Vorsorge gegen eine Wiederholung getroffen worden sein. In Wahrheit wurde das Großfeuer im Finanzsystem jedoch lediglich mit Tonnen leicht brennbarem Papiergeld zugeschüttet und so ist es bloß eine Frage der Zeit, wann sich dieses Papier in einer gigantischen Stichflamme von der Glut darunter entzündet.

Mehr als zwei Billionen Euro betragen die deutschen Staatsschulden, genausoviel hat die Europäische Zentralbank bislang in ihr Anleiheaufkaufprogramm gesteckt. Auf diese Weise will das Institut die ansonsten sehr kritische Liquidität der Marktteilnehmer erhöhen.

Das ist auch dringend notwendig, denn die Mathematik würde sonst dafür sorgen, dass dieses absurde Schuldenmodell abrupt in sich zusammenbricht, da unser Geldsystem davon lebt, sich zwangsläufig immer weiter ausdehnen zu müssen. Gibt es aber nicht mehr genügend Nachfrage nach neuen Schulden, trocknet der Geldmarkt blitzschnell aus, weil andauernd fällige Kredite samt Zinsen zurückgezahlt werden müssen.

Das Geld dieser Schulden wurde zwar aus dem Nichts erschaffen und löst sich nach der Rückzahlung genauso wieder im Nichts auf, doch die ebenfalls eingeforderten Zinsen fehlen im Gesamtsystem und stellen einen grundsätzlichen Fehler dar. Nur indem ständig neue Schulden generiert und weitere Kredite gewährt werden, gibt es normalerweise ausreichend Nachschub an Finanzmitteln, damit sich das Rad weiter drehen kann.

Aus diesem Grund müssen EZB, Fed und andere – private – Zentralbanken inzwischen dauerhaft nachhelfen und unentwegt neue und zusätzliche Mittel in Umlauf bringen. Das geschieht etwa durch das massenhafte Aufkaufen von Staats- und Unternehmensanleihen sowie von sogenannten „Wertpapieren“ irgendwelcher Banken. Offiziell legen die Frankfurter monatlich 60 Milliarden Euro auf den Tisch und erhalten dafür nichts außer wertlosen Schuldverschreibungen.

Da dem Gedanken nach Staaten allerdings nicht pleitegehen – die Realität ist freilich eine ganz andere -, sondern sie ihre auf diese Weise stetig steigenden Schulden einfach von ihren Sklaven eintreiben können, scheint dieses eigentlich längst am Ende befindliche Schuldensystem noch immer munter und fröhlich weiter zu funktionieren.

Dabei ist die Basis hierfür lediglich der Glaube bzw. das Vertrauen darin, Euro und Dollar würden morgen und übermorgen genauso noch als Zahlungsmittel gelten und von jedermann angenommen. Solange sich die sichtbare Inflation im Rahmen hält und nicht wie beispielsweise in Venezuela im Geldzählen mittels Waage ausartet, funktioniert das auch recht zuverlässig.

Das Eis, auf dem sich Mario Draghi, Janet Yellen und die anderen Zentralbankbosse befinden, ist jedoch äußerst dünn. Ein einziger großer Vorfall, etwa die Pleite einer Großbank, würde das System in den Abgrund reißen und dieses solide Vertrauen der meisten Menschen ziemlich schnell aufzehren, insbesondere wenn sie hierbei ihre Ersparnisse unwiederbringlich verlieren.

Bis dahin sorgt der vermeintliche Wirtschaftsaufschwung aber zumindest für Ruhe an den Märkten, da selbst die marodesten Staaten in der EZB einen Dummen gefunden haben, der ihnen ihre wertlosen Anleihen für viel Geld abnimmt. In der freien Wirtschaft und im privaten Umfeld würde freilich niemand demjenigen Nachbarn auch nur einen Euro leihen, der bekanntlich pleite ist und das gesamte verfügbare Geld in Alkohol „anlegt“.

Nichtsdestotrotz wertet die EU diese künstliche und faktisch durch nichts gedeckte Aufblähung des Währungssystems als „Wachstum der Wirtschaftsleistung“ – eine Farce. Im normalen Leben käme jedenfalls niemand auf den Gedanken, die Verdünnung des Eintopfs auf dem Esstisch mit 50% Wasser als Verbesserung zu bezeichnen.

Darum wird es eines Tages – eher nah als fern – auch dazu kommen, dass die bislang offiziell zwei Billionen Euro, welche die EZB aus dem Nichts schöpfte und in die Märkte pumpte, gemäß ihres tatsächlichen Wertes bilanziert werden: Nämlich genau Null. Mit allen Konsequenzen.

Selbstverständlich wissen Draghi und Co um dieses Problem und daher mehren sich angesichts dieser gigantischen Blase inzwischen die ängstlichen Stimmen, mit dieser gefährlichen expansiven Geldpolitik aufzuhören. Das Problem ist jedoch: Das ist gar unmöglich, da ansonsten das Geldsystem augenblicklich kollabiert aus genannten Gründen.

Ohne ständig neue Schulden und immer weiterer Expansion überlebt es nämlich nicht, selbst die Nullzinsen können es nicht dauerhaft retten, im Gegenteil. Die parallel ansteigende Inflation, die sichtbare Vernichtung der Ersparnisse aller Bürger und die gleichzeitig stetig höheren Steuern aufgrund der steigenden Verbindlichkeiten der Staaten, lassen hier leider kein gutes Ende erahnen.

Deshalb haben sich kluge Menschen schon längst weitgehend aus dem Geldsystem verabschiedet und ihr erarbeitetes Vermögen in feuerfestes und krisensicheres Edelmetall umgetauscht. Der Tag wird kommen, an dem auch die anderen verstehen werden, warum diese vermeintlich altmodische Art der Vorsorge ganz und gar nicht unklug oder überholt war. Ihre Erkenntnis erreicht sie dann allerdings zu spät, um noch handeln zu können.

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Ein Kommentar

  1. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters diskutieren EU-Staaten aktuell darüber, europaweit Privatanlegern den Zugriff auf ihre Bankkonten zu sperren. Diese Informationen stammen aus einem Dokument der EU-Ratspräsidentschaft, das kürzlich von Reuters untersucht wurde. Laut dem neuen EU-Vorschlag sollen erstmals Banken auch Spareinlagen unter 100.000 Euro einfrieren, um so einen Bankenkollaps zu verhindern. Diese Maßnahme hatte die EU-Kommission letztes Jahr noch abgelehnt, da dies „einen negativen Einfluss auf das Vertrauen in den Markt haben könnte.“ Zu dem neuen Vorhaben der estnischen Ratspräsidentschaft wollte die EU-Kommission sich nicht äußern.

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