Abzocke im Namen der Bürokratie – 45 Milliarden Euro Kosten für Unternehmen

Claudia Hautumm / pixelio.de / crash-news.com

Zitat von www.faz.net:

Trotz Beteuerungen der Politik, Bürokratie abzubauen: Die deutsche Wirtschaft hat momentan allein aufgrund des Bundesrechts jährlich Kosten von mehr als 45 Milliarden Euro.

[…]

„Dabei handelt es sich um Verpflichtungen, Daten und sonstige Informationen für Behörden oder Dritte zu beschaffen, verfügbar zu halten oder zu übermitteln.“ Nicht berücksichtigt seien dabei Kosten aufgrund von Landes- und Kommunalrecht sowie EU-Recht, das nicht in Bundesrecht überführt wurde.

Kommentar von crash-news.com:

Zu jedem modernen Konzern gehört heute ein Wasserkopf, der für sich genommen nicht selten Größenordnungen von vollständigen mittelständischen Unternehmen erreicht. Um diesen teuren und ineffizienten Wahnsinn einzudämmen, beschloss die Regierung vor elf Jahren „eine Offensive gegen Bürokratie“. Gespart wurde dadurch bislang nichts, dafür jedoch zusätzliche „Arbeitsplätze“ geschaffen.

Die deutsche Steuergesetzgebung belegt weltweit einen der Spitzenplätze mit über 200 Gesetzen und rund 100.000 Verordnungen. Sich in diesem Dschungel zurechtzufinden gelingt selbst professionellen Steuerberatern kaum, ganz zu schweigen von den Finanzbehörden.

Unternehmen in Deutschland müssen sich deswegen nicht nur mit dem jeweiligen Wettbewerb auseinandersetzen, unzählige, meist sinnlose Umweltauflagen erfüllen und absurdeste Arbeitsrechts- sowie Arbeitssicherheitsuntiefen und weitreichende Arbeitnehmerinteressen einhalten, sondern als Sahnehäubchen – oder besser als dicke, fette Sahnehaube – kommen weitere  bürokratische Verpflichtungen hinzu.

Wer all dies schafft und trotzdem noch Gewinne einstreicht, kann durchaus zu Recht als erfolgreiche Firma bezeichnet werden. Weil die Realität allerdings völlig anders aussieht und vielen deutschen Unternehmen daher das Wasser bis zum Hals reicht, sah sich die Politik im April 2006 zum Handeln gezwungen und verabschiedete das „Programm Bürokratieabbau“.

Wenig überraschend wurde jedoch anstatt irgendwo irgendwem weniger Papierkram und Kosteneinsparungen zu bescheren, als allererstes im Bundeskanzleramt eine Geschäftsstelle „Bürokratieabbau“ eingerichtet, was im Endeffekt natürlich zwangsläufig zu weiterer Bürokratisierung der Abläufe sorgte.

Vor fünf Jahren wurde dann zusätzlich ein sogenannter Bürokratie-Index eingeführt, um bessere Vergleichsmöglichkeiten zu schaffen, damit angebliche Erfolge in Sachen Entbürokratisierung besser vergleichbar und sichtbar würden. Anfang 2012 setzte das Statistische Bundesamt Destatis den Referenzwert dafür auf 100.

Stand Juni 2017 steht dieser Bürokratie-Index nun auf sensationellen 99,16 Punkten. Vermutlich ist jedoch selbst diese Zahl nur mittels Tricksereien zustande gekommen, um den in der Realität weiter angestiegenen Bürokratie-Wahnsinn zu kaschieren. Faktisch kann der Regierung also wieder einmal bloß ein Totalversagen bescheinigt werden.

Für die deutsche Wirtschaft sind diese Zustände freilich verheerend. Allein schon, um lediglich die aktuellen „Bürokratiekosten der Wirtschaft aus Informationspflichten des Bundesrechts“ zu erfüllen, müssen die hiesigen Unternehmen jährlich 45,14 Milliarden Euro berappen. Destatis erklärt dazu:

Bürokratiekosten im Sinne des Bürokratiekostenindex sind Belastungen, die in Unternehmen entstehen, wenn diese aufgrund rechtlicher Regelungen Daten oder sonstige Informationen beschaffen, übermitteln oder verfügbar halten müssen. Beispiele sind staatlich veranlasste Anträge, Meldungen oder Dokumentations- und Berichts­pflichten.

Wir reden hier also noch längst nicht von all den linskgrünen Gender-, Gleichstellungs-, Frauenquoten- und sonstigen Schwachsinnsvorschriften, mit denen größere Firmen zuletzt belegt wurden und mittlerweile zusätzlich zu kämpfen haben. Wieviel Geld deutsche Betriebe insgesamt nur allein dafür ausgeben müssen, um sämtliche staatlichen Auflagen zu erfüllen, unabhängig von zu zahlenden Steuern, kann insofern lediglich geschätzt werden. Es dürfte sich um ein Vielfaches der 45 Milliarden Euro handeln.

Wer schon mal in einem Konzern beschäftigt war, der weiß, womit ein nicht unerheblicher Teil der Mitarbeiter sein Gehalt verdient, ohne real produktiv zu sein: Umfassende interne Prozess- und Projektsteuerungen sowie aufgeblähte Berichtswesen entstammen meist nicht einmal den Auflagen des Gesetzgebers, sondern sind selbstverschuldete und bereits für sich genommen sehr effektive Produktivitätsbremsen.

Doch hierzu gesellt sich eben außerdem der staatlich geforderte Wahnsinn an „Transparenz“-, Melde- und Dokumentationsanforderungen, die faktisch niemandem wirklich nützen – abgesehen von der Regierung, denn auf diese Weise werden natürlich zwangsläufig zusätzliche Arbeitsplätze, wenn auch vollkommen unproduktive, geschaffen und verbessern somit die wichtige politische Beschäftigungsstatistik.

Finanzieren darf diesen Irrsinn selbstverständlich wie immer der normale Bürger, der all diese Zusatzkosten indirekt von den Unternehmen per Preisaufschlag aufgehalst bekommt. Allerdings sorgt dieses vermeintliche Perpetuum mobile der Regierung nicht für eine wachsende Wirtschaft, obwohl die steigenden Umsätze und Ausgaben dies vermeintlich suggerieren.

Bürokratie hat noch niemals irgendwo auf diesem Planeten reale Werte geschaffen und wird es auch niemals tun. Jedoch haben unsere „Volksvertreter“ tatsächlich das erstaunliche Kunststück fertiggebracht, mit Hilfe von angeblichem „Bürokratieabbau“ neue Arbeitsplätze zu schaffen – leider auf Kosten des eigentlichen Abbaus, der real schlichtweg nicht existiert.

Aber das spielt auch keine Rolle, denn die „Offensive gegen Bürokratie“ war selbstredend gar nicht dazu gedacht, Unternehmen Zeit und Geld zu sparen oder irgendwem die Arbeit zu erleichtern, sondern es war lediglich die Einlösung eines Wahlversprechens. Wie immer wurde dieses natürlich gebrochen. Allein darauf ist in unserer Bananenrepublik nämlich noch Verlass.

Neue Artikel kostenlos per E-Mail erhalten:

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on VKEmail this to someonePrint this page

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*