„Kann heute nicht mehr passieren“: Ex-Bundesfinanzminister redet Crash-Gefahr klein

geralt / Pixabay.com

Zitat von www.heute.de:

Er rettete Banken im Akkord und griff zur ungewöhnlichen Sparer-Garantie, um Schlimmeres zu verhindern: Peer Steinbrück war Bundesfinanzminister, als vor zehn Jahren die Bankenkrise unbemerkt nach Europa schwappt. Heute könnte das so nicht mehr passieren, sagte er dem ZDF.

[…]

Am 14. September 2008 lassen die US-Regierung und die großen Banken der USA die Investmentbank Lehman-Brothers Pleite gehen. Eine Fehlentscheidung von historischem Ausmaß: Die gesamte Weltwirtschaft steht vor dem Kollaps. Jetzt friert das weltweite Finanzsystem endgültig ein.

Kommentar von crash-news.com:

In wenigen Tagen jährt sich der Beginn des Beinahe-Zusammenbruchs unseres globalen Finanzsystems zum zehnten Mal. Ende Juli 2007 begann die IKB Deutsche Industriebank schwer zu straucheln. Kurz darauf kippte die erste von zahlreichen Landesbanken infolge kranker Spekulationen auf dem US-Immobilienmarkt. Haben Banken und Politik inzwischen daraus gelernt? Dem Tonfall nach jedenfalls nicht.

Peer Steinbrück trat am Sonntag, den 5. Oktober 2008 zusammen mit der alternativlosen Kanzlerin vor die Kameras des Staatsfernsehens und garantierte den verunsicherten Deutschen ihre Sparguthaben:

Dieser einmalige Vorgang zeigte dabei vor allem zwei Dinge:

  1. Die Lage musste tatsächlich extrem angespannt gewesen sein, um diese beiden hochrangigen Politiker zu ihrer absurden Aussage zu bewegen. Wenige Jahre später wurde dann auch ganz offen eingestanden: Der Kollaps des Banken- und Geldsystems stand unmittelbar bevor, schon ein überschaubarer Bank-Run hätte das Aus bedeutet und eine Katastrophe bislang ungeahnten Ausmaßes ausgelöst.
  2. Dem Wähler kann wirklich alles erzählt werden, er glaubt selbst die lächerlichsten Märchen und Lügen. Die Spareinlagen der Bundesbürger betrugen damals etwa vier Billionen Euro, während der gesamte Bundeshaushalt von 2008 rund 283 Milliarden Euro umfasste und das Bruttoinlandsprodukt bei 2,489 Milliarden Euro lag. Wie um alles in der Welt wollte dieser Staat also unsere Ersparnisse garantieren können?

Aber bekanntlich glauben die meisten Menschen eben, was über den Verblödungsverstärker an Propaganda verbreitet wird. Das Vertrauen der Mehrheit in die Verlautbarungen des Staatsfernsehens ist bis heute erstaunlich groß, obwohl speziell diese Sender wiederholt dreisteter Lügen überführt wurden.

Besonders bemerkenswert ist hierbei: Anscheinend ist sich insbesondere der damalige Finanzminister selbst jetzt nicht im Klaren, womit wir es beim Finanzsystem zu tun haben. Allen Ernstes behauptete er nämlich gerade, dass er nicht davon ausgehe, die Finanzkrise von 2008 könnte sich nochmals wiederholen.

Zwischenzeitlich seien schließlich „eine Reihe von Stabilisierungs-Mechanismen eingezogen“ worden und Politik, Bankenaufsicht sowie die Banken selbst hätten aus den Ereignissen durchaus gelernt. Auf welchem fernen Planeten lebt dieser Mann?

Nun, es mag zwar vielleicht weniger Informierten so erscheinen, als hätten die Gauner in Amt und Würden tatsächlich dazugelernt. In Wahrheit handelt es sich bei den ergriffenen Maßnahmen jedoch in erster Linie um Taschenspielertricks. So greift die beschlossene Bankenunion dem Steuerzahler künftig nämlich nicht mehr in die rechte, sondern einfach in die linke Tasche.

Darüber hinaus sorgt die rund um die Uhr auf Hochtouren rotierende Euro-Druckerpresse von Mario Draghi für den stetigen Fluss frischen Geldes, welches durch nichts gedeckt ist und unsere Währung immer weiter verdünnt. Die daraus resultierende Inflation wird einmal verheerende Auswirkungen haben.

Insofern hat Steinbrück zwar Recht bezüglich der Einführung diverser „Stabilisierungs-Mechanismen“, doch Naturgesetze samt Mathematik können diese Zauberlehrlinge in Nadelstreifen selbstverständlich nicht außer Kraft setzen. Der frühere Bundesfinanzminister ist also entweder ein begnadeter Lügner – wobei er 2008 zusammen mit Merkel vor den Kameras allerdings nicht gerade überzeugen konnte – oder er hat schlichtweg keine Ahnung vom wahren Wesen unseres Geldsystems.

Eines ist jedoch sicher: Die Krise von damals ist weder überwunden noch sind wir vor einer Wiederholung geschützt. Im Gegenteil. Der Schuldenberg hat sich seither sogar vervielfacht. Insbesondere die tickende Zeitbombe – und wir sprechen hier von einer finanziellen Massenvernichtungswaffe – der Derivate ist auf eine gigantische, unglaubliche Größe angewachsen.

Wenn dieses kaputte System kollabiert – übrigens mit mathematischer Präzision -, werden die Folgen alles in den Schatten stellen, was 2008, 1929 oder jemals sonst an Zusammenbrüchen geschah. Der sich abzeichnende Crash wird die Welt, wie wir sie heute kennen, von heute auf morgen in ihren Grundfesten erschüttern und im Finanzsystem außer sprichwörtlicher Asche nicht viel übrig lassen.

Da sich die Menschen mehrheitlich in Sicherheit und alles in bester Ordnung wähnen, sorgen bloß die wenigsten von ihnen vor oder schützen ihre Ersparnisse vor dem Kollaps. Diesen völligen Fehlschluss sowie ihr blindes Vertrauen in die Politik werden die meisten noch schwer bereuen und teuer dafür bezahlen.

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