Die Euro-Krise kommt nach Italien: Steuerzahler haften mal wieder für marode Banken

Wilhelmine Wulff / pixelio.de / crash-news.com

Zitat von www.nzz.ch:

Zwei italienische Institute werden liquidiert, die EU-Kommission bewilligt Staatshilfe. Die Zerschlagung der Veneto Banca und die Banca Popolare di Vicenza könnten den Steuerzahler nach Angaben des Finanzministers bis zu 17 Milliarden Euro kosten.

[…]

Die gesunden Teile der beiden Volksbanken aus Venetien werden von der zweitgrössten italienischen Bank, der Intesa Sanpaolo, für einen symbolischen Preis von einem Euro übernommen. Die Problemkredite werden hingegen an eine sogenannte Bad Bank ausgelagert.

Kommentar von crash-news.com:

Jedes Jahr stehen viele tausend Menschen vor dem finanziellen Ruin. Zu hohe Schulden, ein völlig überzogener Lebensstil, zu geringes Einkommen, Fehlplanungen, riskante Geschäfte oder Spekulationen sind typische Ursache für die Privatinsolvenz. Pech für diese Leute, denn wären sie eine Bank, würde sie der Steuerzahler „retten“. Doch dieses Privileg steht eben nicht jedermann gleichermaßen zu.

Wäre es nicht praktisch, wenn wir genau wüssten, egal was wir uns an monetären Eskapaden erlauben, es geht hinterher trotzdem immer positiv für uns aus, weil am Ende die Allgemeinheit für unsere fahrlässigen, mutwilligen oder absichtlichen Fehler geradestehen muss? Leider gibt es ein solches System nicht. Ach wirklich?

Selbstverständlich ist soetwas möglich.. Einzige Voraussetzung: Sie benötigen dafür eine eigene Bank und Sie müssen „Systemrelevanz“ besitzen. In diesem Fall sitzen die Milliarden der Regierung stets besonders locker und werden sogar sonntagabends in einer nur zwanzigminütigen Sondersitzung ohne Wenn und Aber durchgewunken.

Genau das geschah soeben in Italien. Zwei schwer angeschlagene Banken bekommen jetzt eine Soforthilfe von knapp fünf Milliarden Euro aus der Portokasse der Regierung in Rom geschenkt und erhalten zudem eine Haftungsgarantie von weiteren zwölf Milliarden.

Außerdem kriegt die italienische Großbank Intesa Sanpaolo die „guten“ Teile der beiden Pleite-Institute für einen symbolischen Euro geschenkt, während die faulen Kredite wie üblich in eine sogenannte „Bad Bank“ übertragen werden, für die der italienische Steuerzahler die Haftung übernehmen „darf“.

Eigentlich sollte eben das nicht mehr passieren, denn vor drei Jahren wurde für solche Fälle die Bankenunion beschlossen, um anstatt der Allgemeinheit nämlich Eigentümer, Gläubiger und Anleger der Institute haften zu lassen. In Wahrheit steht am Ende dieser neuen Haftungskaskade jedoch trotzdem wieder genau derselbe Dumme wie sonst: Der Steuerzahler, nur dieses Mal nicht in seiner Form als staatliche Melkkuh, sondern als privater Sparer.

Durchschaut haben das die Sparschafe größtenteils freilich nicht, da Medien und Politik das zu keinem Zeitpunkt beabsichtigten. Es handelte sich schlicht um ein Ablenkungsmanöver, mit dem auch insbesondere die Märkte mittelfristig ruhiggestellt werden sollten.

Der damit einhergehende Betrug ist zwar hinterhältig und durchaus enorm, wird aber durch eine noch wesentlich größere Gaunerei ganz klar in den Schatten gestellt: Die Geldschöpfung aus dem Nichts.

Interessant ist bei dem aktuellen Fall, dass die angeblich längst gelöste Euro-Krise urplötzlich wieder auf dem Plan steht und die Politik wahrscheinlich die nächsten Wochen in Atem halten dürfte. Wenn nämlich Kreditinstitute sogar sonntags in einer Eilaktion gerettet werden müssen, die kurz zuvor als sicher und stabil galten, stellt sich jetzt vielen die Frage nach der Wahrheit um das behauptete Ende der Krise und für dieses seltsame und „unerwartete“ Geschehen.

Darüber hinaus sind bestimmt speziell die Italiener überrascht, weshalb die durch die Bankenunion beschlossenen Regularien in der Praxis nun doch nicht angewandt werden und stattdessen die Regierung wieder Steuergelder verschenkt.

Noch größer wird die Überraschung, wenn sich demnächst herausstellt, dass die insgesamt 17 Milliarden Euro so ganz und gar nicht ausreichen, um diese beiden Bankenpleiten auszubügeln. Naja, vermutlich wundert sich in Wahrheit niemand, sobald die tatsächlichen Kosten in Höhe von 100, 200 oder 500 Milliarden langsam ans Tageslicht tröpfeln.

Egal, die Regierung wird das schon irgendwie stemmen. Notfalls hilft ihnen ihr Landsmann in der EZB und druckt das notwendige Rettungsgeld – wie immer. Viel andere Möglichkeiten gibt es sowieso nicht, da Italien mit seiner Verschuldung von über 130% in Relation zum Bruttoinlandsprodukt die offiziell erlaubten 60% des Maastrichtsvertrags längst überschritten hat. Bei über 2,2 Billionen Euro Staatsschulden kommt es auf ein paar hundert zusätzliche Milliarden schließlich auch nicht mehr an.

Spannend könnte dieses neue Aufflammen trotzdem noch werden, da die innereuropäischen Kreditverflechtungen der Banken nach wie vor jederzeit einen gigantischen Dominoeffekt auslösen können. Sollten nämlich die hunderten von Milliarden Euro an Anleihegeldern, welche von den übrigen Euro-Ländern in Italien parken, ins Rutschen geraten, gibt es in Brüssel bald wieder ein äußerst hektisches Geflatter im korrupten EU-Hühnerstall.

Vor einer so wichtigen Bundestagswahl wäre das freilich kein sonderlich guter Zeitpunkt für einen Krisensitzungs-Marathon. Deshalb hat die alternativlose Kanzlerin sicherlich bereits am Sonntag mit Rom telefoniert und einen Blankoscheck vom bösen Rollstuhlfahrer angekündigt, damit hier bloß nichts im falschen Moment anbrennt.

Die Rechnung dafür erhält der deutsche Wähler dann nach der Wahl und wird – wie immer – völlig überrascht sein von den gebrochenen Wahlversprechen seiner „Volksvertreter“. Mitleid brauchen diese Wähleridioten allerdings keines mehr zu erwarten. Aber vielleicht endet es ja dieses Mal ganz anders und die größte Zeitbombe der Geschichte – das Finanzsystem – geht nun endgültig hoch.

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