Finale Geldentwertung auf dem Weg: Negativzinsen für den Normalsparer kommen bald

S. Hofschlaeger / pixelio.de / crash-news.com

Zitat von www.augsburger-allgemeine.de:

Bei der Volksbank Reutlingen werden laut Preisaushang Negativzinsen von 0,5 Prozent ab 10000 Euro auf dem Tagesgeldkonto fällig. […] Auch auf Girokonten wird laut Preisaushang ein jährliches Verwahrentgelt von 0,5 Prozent fällig – letztlich nur eine andere Bezeichnung für Minuszinsen. So müssten Kunden ab dem ersten Euro zahlen.

[…]

„Die Änderung im Preisaushang unserer Privatkonten und das Tagesgeldkonto betreffend sind rein prophylaktischer Natur. Sie schaffen lediglich die formalen, rechtlichen Voraussetzungen zum Beispiel für den Fall, dass ein Neukunde eine Million Euro bei uns anlegen will“, heißt es auf Nachfrage.

Kommentar von crash-news.com:

Haben Sie zufällig eine Million Euro zuviel und wohnen auf der Schwäbischen Alb? Dann sollten Sie aufpassen, zu welcher Bank Sie mit Ihrem Vermögen spazieren, denn sonst werden Sie dabei kräftig gemolken. Nicht nur der Staat nagt an unseren Ersparnissen in immer größerem Ausmaß, auch das Geldsystem selbst scheint seinen baldigen Untergang zu erahnen und versucht verzweifelt, sich zu retten.

Noch sind sie zwar eher die Ausnahme, aber Minuszinsen auf Sparguthaben sind mittlerweile Realität. Vor allem für höhere Beträge jenseits der 100.000 oder 500.000 Euro werden Anleger fast überall zur Kasse gebeten. Teilweise wird diese absurde Entwicklung bereits als ganz normal betrachtet, da Bankhäuser ja schließlich die Gelder für andere verwahren und dafür sozusagen Lager- und Aufbewahrungsgebühren verlangen dürfen.

Hierbei wird allerdings ein wesentlicher Punkt verwechselt: Geschäftsbanken sind nicht etwa einfache „Verwahrer“ von Geld, das ihnen ihre Kunden anvertrauen. In Wirklichkeit stellt jedes Sichtguthaben auf einem Konto eine Forderung des tatsächlichen Eigentümers gegenüber den Instituten dar, sprich, es handelt sich im Grunde genommen um einen Kredit an die Bank. Und für Kredite werden üblicherweise Zinsen bezahlt.

Genau deshalb war es auch seit jeher üblich, für Sparanlagen von den Geldhäusern Zinsen zu erhalten. Diese Normalität wurde jedoch inzwischen völlig auf den Kopf gestellt. Interessanterweise hinterfragt fast niemand diese ungewohnte Situation, was aber wohl daran liegt, dass die allermeisten Menschen überhaupt keine Ahnung vom Prozess der Geldschöpfung aus dem Nichts und dem Wesen des Geldes, genauer gesagt der Währung, als solches haben.

Wie weit dieses Nichtwissen verbreitet ist und bis in welche Hierarchien hinauf zeigt die neuerliche Aussage von Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele bezüglich dem Thema Bitcoin:

Bitcoins seien „eine virtuelle Währung, die keine reale Wertgrundlage hat“.

[…]

[…] er warne allerdings davor, „Bitcoin-Anlagen als sicher anzusehen“. Schließlich haben Bitcoins ähnlich wie Aktien nur den Wert, den Menschen ihnen beimessen. „Wenn Ihnen keiner mehr Bitcoins abnimmt, können Sie nichts damit anfangen“, sagt Thiele.

Obwohl nicht klar ist, ob der Mann mehr weiß, als er sagt, hat er natürlich uneingeschränkt Recht mit seinen Warnungen. Doch inwiefern unterscheidet sich diesbezüglich bitteschön der Euro tatsächlich von Bitcoins? Welche „reale Wertgrundlage“ hat denn die europäische Einheitswährung? Und was passiert, wenn sie niemand mehr annimmt?

Letzteres ist zwar für die meisten Nutzer des Euro noch vollkommen unvorstellbar, aber es gibt einige ältere Leute unter uns, die genau wissen, wie sich das anfühlt, wenn keiner mehr die bunt bedruckten Papier- oder Baumwollzettel nehmen möchte, in denen das eigene Vermögen vermeintlich sicher angelegt wurde.

Die Hyperinflation von 1921-23 ist vielen bekannt und obwohl nur ganz wenige der heute lebenden Menschen sie selbst miterlebt haben, weiß fast jeder, was damals passierte. Nach dem Ende des Krieges wiederholte sich dasselbe Spielchen erneut, dann jedoch in etwas abgeschwächter Form.

Dennoch, wer kurz vor der Währungsreform am 21. Juni 1948 versuchte, irgendetwas in Reichsmark zu erwerben, musste vielfach erfahren, dass für dieses Geld kaum Dinge erhältlich waren. Zwar gab es zum damaligen Zeitpunkt nicht wirklich viel zu kaufen, doch überraschenderweise füllten sich die Schaufenster urplötzlich, nachdem die D-Mark quasi über Nacht die wertlose Reichsmark ablöste.

Thieles Aussage kann von daher genauso für den Euro formuliert werden:

Wenn Ihnen keiner mehr Euros abnimmt, können Sie nichts damit anfangen.

Aber nein, der Euro kann doch wohl nicht ernsthaft mit Bitcoins oder gar Reichsmark verglichen werden. Wirklich nicht? Worin genau besteht denn der Unterschied dieser Währungen? Auf welche „reale Wertgrundlage“ stützt sich der Euro gegenüber den anderen Kandidaten?

Er hat nicht mehr und nicht weniger Legitimation als alle anderen Papierwährungen der Welt. Euro, Dollar, Pfund und wie sie alle heißen haben genau diese eine sogenannte „Wertgrundlage“: Sie sind gesetzliches Zahlungsmittel. Wenn die Regierung heute erklärt, ab morgen gilt eine andere Währung als gesetzliches Zahlungsmittel, wird Ihnen ab sofort niemand mehr irgendwelche Waren und Dienstleistungen gegen Euros verkaufen.

In Anbetracht dieser Tatsache erscheint es umso bizarrer, dass die Banken nun vermehrt Negativzinsen durchzudrücken versuchen, obwohl sie ja unser Vermögen in Form angeblich „werthaltiger Euros“ verwahren und nutzen und deshalb eigentlich dafür bezahlen müssten. Für viele stellt sich daher die Frage, ob es dann nicht billiger und womöglich sicherer – weil kein Zugriff durch Staat und Finanzamt möglich – wäre, seine Ersparnisse in bar abzuheben und entweder in privaten Tresoren oder bei professionellen Wertverwahrungs-Dienstleistern einzuschließen.

Sofern die dafür notwendigen Gebühren gleiche oder bessere Konditionen bedeuten im Vergleich zu den Negativzinen bei den Instituten, lohnt sich dieser Aufwand sofort. Allerdings bleibt natürlich weiterhin das Risiko eines plötzlichen Totalwertverlusts bestehen, da niemand weiß, ob es nicht eines nahen Tages wieder einmal eine Währungsreform gibt.

Derlei einschneidende Ereignisse werden selbstverständlich nicht vorher angekündigt, sondern sie kommen blitzschnell und sprichwörtlich über Nacht, damit niemand zuvor reagieren kann. Insofern sollten kluge Menschen der Kontoplündung noch eine Umschichtung ihres Vermögens folgen lassen, etwa in Gold und Silber.

Nur auf diese Weise ist gewährleistet, dass der nimmersatte und niemals ehrliche Staat die vom Bürger selbst erarbeiteten Ersparnisse nicht in seine gierigen, untreuen Finger bekommt oder es anderweitig vernichten kann. So wie die Volksbank Reutlingen ihre Minuszinsen derzeit nicht einfordert, sondern sie „rein prophylaktisch“ ausschreibt, so umsichtig sollte jeder mit seinem eigenen Vermögen umgehen. Rein prophylaktisch.

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