Kommt bald der Zinsschock? Vernichtung weiter Teile der Altersversorgung droht

Andreas Morlok / pixelio.de

Zitat von www.focus.de:

Unter Profianlegern geht die Angst vor dem großen Zinsschock um. Sollten die Zinsen plötzlich stark steigen, droht ein Kurssturz bei Anleihen, der Banken und Versicherungen in existentielle Probleme stürzen würde – und damit auch die beliebteste Altersvorsorge der Deutschen.

[…]

Damit wäre auch die Altersvorsorge von Millionen Deutschen Gefahr. Bei klassischen Kapitallebens- und Rentenversicherungen fließt der Sparanteil der Beiträge fast ausschließlich in Anleihen. Zudem haben deutsche Privatanleger rund 200 Milliarden Euro in Rentenfonds angelegt.

Kommentar von crash-news.com:

Zwar sind es nur minimale Schritte, mit welchen die private Zentralbank der USA, die Federal Reserve, ihre Leitzinsen in der jüngeren Vergangenheit anhob, doch der Trend birgt extreme Verlustgefahren für Halter von Lebens- und Rentenversicherungen. Obwohl eine wirklich drastische Zinswende unmöglich durchführbar ist, müssen sich die Anleger trotzdem auf massive Vermögensverluste einstellen, sofern sie nicht reagieren.

Am 29.06.2006 hob die US-Notenbank den Leitzins auf 5,25% an, den höchsten Stand in den letzten 15 Jahren. Mit Einsetzen der Finanzkrise von 2008 senkte sie ihn dann kontinuierlich in zügigen Schritten binnen weniger Monate auf praktisch Null. Nach dem 16.12.2008 verharrte der Zins bei mageren 0,13%.

Erst genau sieben Jahre später, im Dezember 2015, hoben ihn die Chefbanker minimal auf 0,38% an und wiederum ein Jahr später auf 0,63%. Zum 15.03.2017 erfolgte jedoch bereits die nächste Anhebung auf nunmehr 0,88%. Nach eigener Aussage der Fed soll es künftig weiter aufwärts gehen.

Wer glaubt, in wenigen Monaten stünde der US-Leitzins deshalb wieder bei vier oder fünf Prozent, hat das Wesen des Geldsystems nicht verstanden. Eine derartige Steigerung ist nämlich schlichtweg unmöglich, da sie den sofortigen Tod des gesamten weltweiten Finanzsystems zur Folge hätte.

Der von Staaten, Unternehmen und Privatpersonen mittlerweile angehäufte Schuldenberg ist derart gigantisch, dass ein nur minimal zu hoher Zins das gesamte Gebilde zur Implosion brächte. Während der Normalbürger davon nichts ahnt, wissen aber zumindest die Finanzminister der Welt durchaus Bescheid, auf welcher Zeitbombe sie hier sitzen.

Dabei ist die Rechnung ganz simpel: Schuldet jemand seiner Bank beispielsweise 500.000 Euro zum Zinssatz von 2%, muss er dafür monatlich rund 834 Euro Zinsen bezahlen. Das könnte sich ein sparsamer Mensch mit einem Einkommen von 2.000 Euro netto gerade noch leisten.

Steigen die Zinsen dann jedoch plötzlich auf 4% an, würden monatlich satte 1.667 Euro fällig. Der Schuldner wäre somit sicherlich direkt zahlungsunfähig, der Kredit geplatzt. Manche mögen nun entgegnen, dass die meisten Kreditverträge langjährige Laufzeiten besitzen und ein solcher Fall daher nicht eintritt, zumindest nicht über Nacht.

Doch die Wahrheit ist: Irgendwann läuft jede Zinsbindung ab und dann muss in der Regel wieder refinanziert werden. Darüber hinaus ist die Bank berechtigt, im Falle von Unterdeckung den Kredit sofort fällig zu stellen oder vom Schuldner einen umgehenden Nachschuss zu fordern.

Unterdeckung entsteht bei Immobilien aber eben genau durch steigende Zinsen, weil sich dadurch weniger Leute einen Kredit leisten können und die Nachfrage nach Wohnungen und Häusern einbricht, sprich, die Preise bzw. der „Wert“ der finanzierten Immobilie fällt nicht selten unter die Kreditsumme.

Ganz ähnlich verhält es sich im Prinzip mit den Zinsen auf Staatsanleihen, nur mit dem Unterschied, dass dahinter keine realen Werte stehen, sondern lediglich Zahlungsversprechen der jeweiligen Staaten. Steigen die Zinsen, fliegen zum einen die alten Anleihen mit niedrigem Zins massenhaft zum Spottpreis auf den Markt und vernichten dabei Milliardensummen von Lebensversicherern, die genau solche Papiere für die Gelder der Sparer als deren Altersvorsorge gekauft hatten.

Zum anderen sind heute etliche Nationen bis Oberkante Unterlippe verschuldet und könnten selbst bei kleinen Zinsanhebungen ihre Kredite nicht mehr überrollen, weil die Neuaufnahme schlicht zu teuer wäre. Diese Staaten wären mit einem Schlag pleite.

Welche verheerenden Verwerfungen sich jedoch allein aus der Zahlungsunfähigkeit eines einzelnen Landes, etwa aus der Eurozone, ergäbe, wissen wir spätestens seit der immer wieder neu aufflammenden Griechenlandkrise und den verzweifelten Rettungsbemühungen. Und die Hellenen sind bei Weitem nicht die einzigen Pleitekandidaten in dieser Union.

Zu Recht fürchten deshalb „Experten“ eine Zinswende, denn bei einem nennenswerten Anstieg droht der sofortige globale Finanzkollaps. Ein derartiges Szenario können sich die meisten von ihnen allerdings gar nicht vorstellen und beschränken sich deshalb auf die Betrachtung des Anleihemarktes für Pensionskassen und Lebensversicherer, was ihnen dennoch schon jede Menge Schweißperlen auf die Stirn treibt.

Der Grund, warum wir nie wieder Leitzinsen im Bereich von vier, fünf oder mehr Prozent sehen werden, liegt also in der Natur der Mathematik, genauer gesagt der Schuldenmathematik oder der Schöpfung des Geldes aus dem Nichts.

Sollte die Fed daher tatsächlich weiter die Zinsen anheben, wenn auch nur in klitzekleinen Schritten, dann ist das lediglich Beruhigungs- und Gesichtswahrungspsychologie. Andererseits könnte eine deutliche Anhebung zum sofortigen weltweiten Crash führen – ob nun absichtlich inszeniert oder aus tatsächlicher Not heraus, etwa um den Dollar aufgrund einer Katastrophe stützen zu müssen.

Ersteres war laut „Eliten“-Insider Lindsey Williams der ursprüngliche Plan der Herrschaften hinter den Kulissen, um so ihre „Neue Weltordnung“ gezielt einzuführen. Doch nachdem diese Möchtegern-Weltbeherrscher augenscheinlich die Kontrolle verloren haben, wird ihr Vorhaben vermutlich nicht mehr wie gedacht aufgehen.

Mit entsprechenden „Überraschungen“ hinsichtlich eines plötzlichen Crashs ist deswegen jederzeit zu rechnen. Wer sein Vermögen noch in Anleihen oder sonstigen Finanzprodukten geparkt hat, sollte sich beeilen, das Geld rauszuholen und zu sichern, denn einmal ist es dafür zu spät. Wann? Vielleicht in einem Jahr, einem Monat oder schon Morgen.

Neue Artikel kostenlos per E-Mail erhalten:

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Share on VKEmail this to someonePrint this page

Das könnte Sie auch interessieren:

Stimmungswechsel in der Eurozone: Neuwahlen in Holland Der Widerstand gegen die EU-Diktatur, die alternativlose Eurorettung und den Ausverkauf der National...
Höchster Schuldenstand aller Zeiten: Wer soll das bezahlen? 2.027.500.000.000 Euro oder 3.965.445.000.000 DM betragen inzwischen die Schulden der BRD. Dieser Sc...
Neue Öko-Überraschung: Der Strompreis steigt unvermindert weiter Wer glaubt, der Strompreis würde Dank sogenannter "erneuerbarer Energien" aufgrund des großen Angebo...
CDU-Minister will Griechen aus der Eurozone werfen Wenn schon der Bundesinnenminister Griechenland empfiehlt, die Eurozone zu verlassen, dann will das ...

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*