Statt Crash-Vorsorge rein ins Anlage-Vergnügen: Ein „Experte“ rät zur Leichtsinnigkeit

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Zitat von www.focus.de:

Crash-Propheten haben Hochkonjunktur. […] Fakt ist: Wer jeden Tag den großen Crash einkalkuliert, wird niemals vernünftig von den dominierenden Aufwärtsphasen im Markt profitieren können.

[…]

Wer jeden Tag den großen Crash einkalkuliert, wird niemals vernünftig von den (dominierenden!) Aufwärtsphasen im Markt profitieren können. Lassen Sie nicht zu, dass „Finanz-Terroristen“ Ihre langfristige Strategie beschädigen! Deren gefährliche Ratschläge sind für Ihr Vermögen riskanter als ein Crash selbst!

Kommentar von crash-news.com:

„Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“ lautet ein bekanntes Sprichwort und es hat durchaus seine Berechtigung. Ohne Einsatz kann schließlich kein Gewinn entstehen. Das gilt auch für Spielcasinos, dort allerdings gibt es eine eher geringe Wahrscheinlichkeit für wundersame Geldvermehrung. Ähnlich müssen die Aktienmärkte betrachtet werden, da es sich dabei kaum mehr um Anlage-, sondern fast bloß noch um Spekulationsobjekte handelt.

2008 ist lange her und die zugehörige Krise längst überwunden. Diverse „Experten“ sowie die Propagandaabteilung der Bundesregierung will uns das zumindest glauben lassen. In Zeiten von Null- oder Negativzinsen kann das daher nur heißen:

„Holt euer Geld von der Bank und geht damit an die Börsen, denn dort warten große Gewinnmöglichkeiten auf euch.“

So lautet indirekt jedenfalls die Einschätzung des Vermögensverwalters Thomas Grüner, der von einem „Marktkonsens“ sprich, welcher seinen Namen verdienen soll. Da die Markterwartungen von Banken und Privatanlegern sehr eng beieinander lägen und ins Plus zeigten, sei es falsch, auf die Crash-Propheten zu hören und weiterhin die großen Chancen links liegen zu lassen.

Seine Betonung liegt außerdem darauf, sich lieber den Fakten und weniger den persönlichen Meinungen zuzuwenden. Angeblich würden viele „Experten“ nicht nachrechnen, sondern sich stattdessen überwiegend mit eigenen und fremden Ansichten und Gefühlen befassen.

Vielleicht ist das so, aber er selbst scheint seinen eigenen pseudoweisen Worten nicht wirklich zu folgen. Eigentlich müsste ihm nämlich zumindest bewusst sein, in welcher Phase sich die Märkte derzeit befinden. Neben der Tatsache, dass in der neuerlichen Geschichte der Börsen noch nie derart viel frisch gedrucktes und durch nichts gedecktes Geld auf dem Parkett nach Anlagemöglichkeiten gesucht hat und die Schulden von Staaten und Unternehmen auf einem historischen Rekordhoch liegen, gibt es ein anderes, wichtiges Faktum, was er offensichtlich ignoriert:

Die Märkte verlaufen stets zyklisch. Alle paar Jahre gibt es kleine oder größere Crashs, bei denen sehr viel Anlagevermögen vernichtet wird. Wir befinden uns gerade wieder am Ende eines solchen Aufwärtszyklus. Davon auszugehen, dieser ginge einfach so weiter wie bisher, ist ziemlich naiv:

Ganz zu schweigen von der allgegenwärtigen Gefahr eines äußeren Auslösers für einen plötzlichen Zusammenbruch, etwa ein verheerender islamischer Terroranschlag, mit dem diverse Geheimdienste nach eigener Aussage praktisch täglich rechnen.

In seiner Euphorie über angebliche Fakten, die er jedoch selbst völlig ignoriert, schwadroniert Grüner von einem Börsenjahr 2017, das „viele Anleger aus ihrer Lethargie reißen“ wird. Und damit ihm hinterher keiner kommen kann, er hätte zu einseitig beraten, formuliert er wie ein typischer Astrologe:

„Überraschungen sind in beide Richtungen viel wahrscheinlicher als ein weiteres Rumdümpeln.“

Soso, Überraschungen in beide Richtungen. Sprich, es könnte auch steil nach unten gehen. Das mag für ihn als Anlageberater egal sein, weil seine Kunden in beiden Fällen Gebühren an ihn zu bezahlen haben, aber der kluge Anleger wird wohl eher tatsächlich seinem Rat folgen und die Fakten betrachten:

  • überall die höchste Verschuldung aller Zeiten
  • Druckerpressen von EZB und Fed rotieren Tag und Nacht unter Vollgas
  • Zinsen auf Null- und Negativniveau
  • bevorstehendes Ende des aktuellen Aufwärtszyklus an den Börsen
  • politisch instabile Lage wegen drohender islamischer Anschläge
  • sich abzeichnende Richtungswechsel bei etlichen Regierungen nach Neuwahlen
  • potenziell kurzfristig erfolgendes Bargeldverbot zur Anlageflucht-Verhinderung
  • vom IWF laut überlegte allgemeine Beschlagnahmung von Sparvermögen zur Schuldentilgung

Das sind nur ein paar Beispiele dessen, was ein kluger Anleger derzeit auf dem Radar haben sollte. Sicherlich mag es für gierige Leute schwierig sein, dem vermeintlichen Börsenwachstum tatenlos zuzuschauen, doch niemand weiß schließlich, wann das wackelige und bloß mit billigem Geld aufrechterhaltene Kartenhaus namens fraktionalem Finanzsystem endgültig ins sich zusammenbricht. Es kann jederzeit geschehen.

Während sich die „Experten“ und deren Kunden über irgendwelche fiktiven und vollkommen unrealistischen Unternehmenswerte an den Börsen freuen, warten die Gold- und Silberanleger geduldig auf den Tag, an welchem die Märkte einstürzen. Und das werden sie, sogar mit mathematischer Präzision.

Darum Vorsicht: Wer jetzt meint, die Crash-Gefahr sei gebannt und der Gier verfällt, vielleicht doch lieber den Worten dieser Anlage-„Experten“ Glauben zu schenken, um alles oder einen erheblichen Teil seiner vor dem Finanzkollaps gesicherten Rücklagen wieder zurück an die Märkte zu tragen, der riskiert den Totalverlust, da wir uns unweigerlich dem Finale nähern.

Mit jedem Tag, an dem nichts passiert und scheinbar der Aufschwung weitergeht – der in Wahrheit lediglich den Billionen ungedeckten, frisch gedruckten Euros und Dollars geschuldet ist -, steigt die Wahrscheinlichkeit des unabwendbaren Zusammenbruchs.

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