Technische Panne oder globaler Finanzkollaps – Wenn plötzlich das Konto leer ist

Andreas Morlok / pixelio.de

Zitat von www.faz.net:

Technische Probleme haben für Unruhe bei Kunden der Targobank gesorgt. Wie ein Banksprecher berichtete, wurden infolge von Wartungsarbeiten teilweise Kontostände falsch angezeigt, außerdem sei es „in Einzelfällen“ zu Fehlbuchungen gekommen.

[…]

Die Bank versicherte, die Kontostände würden nur falsch angezeigt, real sei das Geld da.

Kommentar von crash-news.com:

Im Juni 2016 erst schockte die Deutsche Bank zahlreiche Kunden mit einer Softwarepanne und doppelten Überweisungen. Nun sorgte in der vergangenen Woche die Targobank für deutlich größere Verunsicherung, denn eine nicht genannte Anzahl an Konten wies plötzlich anstatt des erwarteten Betrags einzig eine Null aus. Alles nur ein Anzeigefehler, versuchte die Bank zu beruhigen, in Wirklichkeit sei das Geld noch da.

Es sei kein Hacker-Angriff gewesen, sondern lediglich ein Übertragungsfehler zwischen zwei internen Datensystemen des Instituts, welche sich jede Nacht abgleichen, sagte ein Sprecher. Das äußerte sich leider darin, dass eine ungenannte Zahl an Kunden Buchungen vermissten, ihre EC-Karten nicht funktionierten, mehrstellige Beträge fehlten oder eben der Kontostand ganz auf der Nulllinie lag. Auch von Rückbuchungen war die Rede, obwohl das Geld angeblich da und bloß die Anzeige falsch gewesen sei.

Zwischenzeitlich wurden die Probleme jedoch beseitigt und die Betroffenen erhalten eventuell angefallene Sollzinsen oder anderweitige Gebühren erstattet. Trotzdem dürften hoffentlich einige Menschen aus dem Vorfall ihre Lehren gezogen und vielleicht sogar verstanden haben, mit was sie da auf ihrem Girokonto eigentlich hantieren:

In Wirklichkeit handelt es sich bei ihrem Kontostand nämlich nicht etwa um Geld, sondern lediglich um einen Anspruch auf Geld, der sich in Form einer Zahl in irgendeiner Datenbank eines Bankcomputers verbirgt. Gibt es dann eine Störung, ganz egal ob sich diese dabei als Softwarefehler, als Rechner- oder Stromausfall oder als sonstiger Hardwareschaden äußert, ist das „Geld“ plötzlich weg oder zumindest vorübergehend nicht mehr verfügbar.

Den meisten ist sicherlich überhaupt nicht bewusst, wie unser Bankensystem im Detail funktioniert. Erst im Störungsfall wird offenbar, was hinter den Kulissen bzw. den Schaltertresen und Onlinebanking-Portalen vor sich geht. Ob die Masse der Menschen ihre Einkünfte und Ersparnisse wohl ruhigen Gewissens zur Bank tragen würde, wenn sie wüsste, wo und auf welche Weise ihr Vermögen dort aufbewahrt wird – als Nullen und Einsen auf irgendeinem elektronischen Speichermedium?

Freilich verfügt jedes Geldinstitut über entsprechende Datensicherungen – zu deren Details es sich allerdings in Schweigen hüllt. Und das war es dann auch schon mit der Absicherung von Herrn Müllers Altersvorsorge und Frau Schneiders Sparguthaben. Real existiert beides nämlich gar nicht. Die „Guthaben“ sind lediglich ein paar Zahlen in einer großen Datenbank in Form von digitalen Nullen und Einsen.

Da stellt sich nach der neuerlichen Panne zumindest für die betroffenen Kunden in nächster Konsequenz die Frage, was passiert eigentlich, wenn sowohl die Großrechner der Bank als auch die Datensicherung – aus welchem Grund auch immer – in die Luft fliegen? Was geschieht im Falle einer Zerstörung sämtlicher Kontodaten? Wie kann der Sparer dann hinterher beweisen, über welches „Vermögen“ er verfügte?

Ganz einfach: Er kann es nicht. Sein „Geld“ ist unwiederbringlich weg und das Konto tatsächlich leer. Pech gehabt. Wer alles auf ein und noch dazu das falsche Pferd gesetzt hat, sollte sich normalerweise zuvor die zugehörigen Risiken bewusst machen.

Doch nicht nur ein totaler Rechnerausfall mit völligem Datenverlust, den es so wohl bisher nie bei einem Finanzinstitut gegeben hat, bedroht Sparer und Anleger. Ebenso von anderer Seite droht potenziell Ungemach: Die zentrale Bank Europas in Frankfurt, welche über unsere Einheitswährung wacht, ist absolut nicht allmächtig und unfehlbar.

Insbesondere die seit Jahren Tag und Nacht rotierenden virtuellen Druckerpressen der EZB sorgen für eine immer massivere Inflationierung der Geldvermögen, die sich irgendwann zwangsläufig in einer regelrechten hyperinflationären Explosion fast augenblicklich in Luft auflösen werden. Ein noch größeres Risiko geht von dem über unserem Geldsystem schwebenden Damoklesschwert, einem globalen Crash, aus.

All das ist eigentlich Grund genug, sich als kritisch denkender Mensch einmal zu überlegen, ob auf dem eigenen Bankkonto wirklich unbedingt mehr Geld als absolut nötig liegen sollte. Besser ist es, sein Vermögen gegen elektronische Ausfälle, staatliche Willkür oder sonstige Katastrophen abzusichern und in Form physischer, krisensicherer Metalle in Eigenregie zu lagern.

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