Gestorben wegen grenzenloser Ignoranz – Bankkunden lassen hilflosen alten Mann liegen

Andreas Willfahrt / pixelio.de

Zitat von www.derwesten.de:

Vier Kunden der Deutschen Bank in Essen haben sich nicht um einen alten Mann (82) gekümmert, der offensichtlich in großer Not war. Stattdessen erledigten sie ihre Geldgeschäfte, stiegen mitunter sogar über den sterbenden Rentner hinweg.

[…]

Das Kriminalkommissariat 11 ermittelt wegen unterlassener Hilfeleistung gegen vier Personen. Diese wird es mit Hilfe des Geldinstitutes identifizieren können, so Wickhorst. Er hofft, dass sich die Gesuchten nach der Veröffentlichung des Falls möglicherweise selbst stellen, bevor sie ermittelt werden.

Kommentar von crash-news.com:

Am Tag der deutschen Einheit sind die Deutschen auch nach 26 Jahren nicht unbedingt geeint oder sich sonstwie nahe, jedenfalls nicht anderen Menschen gegenüber, allerhöchstens sich selbst. Das zeigt der unfassbare Fall, der sich in Essen in einer Bank an diesem Feiertag ereignete: Ein 82-Jähriger bricht im Automatenraum zusammen und wird gleich von vier Kunden nacheinander ignoriert – später stirbt er.

Not, Elend und Katastrophen kennen die Menschen aus den täglichen Medienberichten und gern wird geholfen, zumindest falls populistische Themen, Profilierung oder Gewissensberuhigung anstehen. Reisen beispielsweise sogenannte „Flüchtlinge“ an, pilgert die Meute zum Bahnhof, bewaffnet mit Teddybären, um die „Gäste“ willkommen zu heißen und ihren Mitmenschen zu zeigen:

„Seht her, was ich tue, wie sozial und engagiert ich bin.“

Die Anwesenheit von TV-Kameras bestätigt diese „Guten“ in ihrem Verhalten. Selbstzufrieden können sie anschließend nach Hause gehen – und schnell in die andere Richtung schauen, wenn sie dabei an irgendwelchen auf der Straße sitzenden Obdachlosen vorbeihuschen müssen.

Zwar ist über die vier Personen, die in dem Vorraum der Bankfiliale ihre Bankgeschäfte verrichteten, sowie den Verstorbenen so gut wie nichts öffentlich bekannt, was eine pauschale Verurteilung der Allgemeinheit oder auch bestimmter Bevölkerungsgruppen somit schwerlich zulässt, dennoch ist das Geschehene sinnbildlich für unsere dekadente, egoistische Gesellschaft.

Wegen jedem kleinsten Wehwehchen ihrer Zöglinge fahren heute viele „besorgte“ Eltern unabhängig von Tages- oder Nachtzeit in die nächste Klinik oder rufen den Rettungsdienst. Es könnte ja sein, dass die drei kurzen Nießer auf eine schwerste Erkrankung hindeuten. Liegt jedoch ein alter Mann fast reglos auf dem Boden in einem Bankhaus, schauen 80% der Vorbeigehenden erst einmal weg und gehen anscheinend von einem „normalen“ Geschehen aus.

Nun mögen Relativierer schnell einwenden, dass die Ignoranten in dem Mann auf dem Boden einfach nur einen Penner vermuteten, der entweder seinen Rausch ausschlafen oder sich in dem Raum aufwärmen wollte. Allerdings sind solche Personen üblicherweise nicht „gut gekleidet“, wie der Polizeibericht erwähnte, und sie legen sich eher nicht direkt vor die Automaten, sondern bevorzugt in die hintere Ecke.

Darüber hinaus hatten die Ignoranten mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Mobiltelefon bei sich und hätten zumindest vorsorglich den Rettungsdienst rufen können, so wie das die panischen Helikopter-Eltern schließlich ebenfalls sofort tun würden – jedenfalls für ihre Kinder.

Davon auszugehen, alles werde schon irgendwie seine Ordnung und Richtigkeit haben, wenn an einem Feiertag ein alter Mann vor einem Kundenterminal in einer Bankfiliale auf dem Boden liegt, ist hingegen durch nichts zu rechtfertigen, obwohl die Liste an potenziellen Ausreden für das Nicht-Eingreifen dieser vier Leute sicherlich lang ist.

Wir leben heute leider in einer Gesellschaft von immer mehr empathielosen Egozentrikern, die sich stets durch das Einhalter einer ganz bestimmte Reihenfolge in ihrem Sozialverhalten auszeichnen:

„Zuerst komme ich, dann wieder ich und zum Schluss nochmals ich.“

In diesem Weltbild haben andere einfach keinen Platz mehr, jedenfalls nicht, sofern hierfür das eigene Ich in den Hintergrund treten muss, auch nicht für einen kleinen Moment. Sich selbst zurückzunehmen und für andere da zu sein – wozu? Dafür gibt es schließlich den sozialindustriellen Komplex und nicht zu vergessen den allmächtigen Staat. Soll der sich doch darum kümmern.

Mindestens eine ganze Generation bei uns ist bereits mit dieser Art von „modernem Werteverständnis“ aufgewachsen und bloß noch wenige Menschen sind nicht dem grenzenlosen Egoismus verfallen. Das bedeutet natürlich gleichermaßen, dass die meisten Eltern ihren Kindern gar nicht mehr vorleben wollen oder können, wie Bescheidenheit, Rücksicht, Geduld, Anteilnahme, Höflichkeit, Hilfsbereitschaft und viele andere, vor allem christliche, Tugenden funktionieren.

Wer mag sich jedoch ernsthaft wundern, warum sich eine zunehmend gottlose Gesellschaft gleichfalls so gottlos verhält? Auch wenn sich die Mehrheit weigert, diesen logischen Zusammenhang zuzugeben, die Realität beweist ihn sehr eindrücklich. Diesen verheerenden Zustand kann aber nur jeder für sich verändern, keine Institution und auch nicht der sozialste Sozialstaat kann ihm das abnehmen.

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Ein Kommentar

  1. Es fällt schwer, hier eine Antwort zu finden oder zu schreiben. Es ist alles gesagt: Helikopter Eltern, Egozentrik, Willkommenswahn. Es ist wirklich alles nur Wahn in Deutschland. Grüne „Energiewende“, Kohlenstoff Vermeidung, ist gleichzeitig Lebensvermeidung, denn Kohlenstoff ist unverzichtbarer Lebensbaustein, auch und eben CO2. Neben der allgemeinen Verdummung, (durch Fluor?, ich habe den Begriff „Zahnpasta Menschen“ geprägt, in jeder Zahnpasta ist Natriumfluorid enthalten, und das 2 x pro Tag angewendet) geht die geistige und gefühlsmässige Armut Hand in Hand. Ich habe für Deutschland keine Hoffnung mehr. Aber vielleicht ist die Dummheit schon so weit fortgeschritten, dass diese von den Eigentümern gar nicht mehr wahrgenommen wird. Wahrscheinlich? Ganz sicher!

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