Die Gefahr steigender Zinsen – Das Pyramidenspiel neigt sich seinem unweigerlichen Ende

Klicker / pixelio.de

Zitat von www.focus.de:

Immer deutlicher zeigen sich die negativen Folgen der Niedrigzinspolitik der Zentralbanken. Das Problem: Heben Fed und Co. die Zinsen wieder an, wird es die Weltwirtschaft kräftig durchschütteln.

[…]

Die miteinander eng verzahnten Volkswirtschaften der Welt haben sich längst in einer Niedrigzinsfalle verfangen, aus der es wohl keinen Ausweg mehr gibt, der politisch und wirtschaftlich akzeptabel ist.

Kommentar von crash-news.com:

Um die schwer kranke Weltwirtschaft weiterhin am Leben zu halten und das globale Finanzsystem vor seinem plötzlichen Tod zu schützen, haben die Zentralbanken den Leitzins auf Null und sogar niedriger gesenkt. Diese Maßnahme griff zwar vorübergehend, aber weder wurden dadurch die eigentlichen Probleme der Verschuldung gelöst noch gelingt es den Geldmachern nun, den Zins wieder anzuheben, ohne einen unmittelbaren Crash auszulösen.

Was sind Zinsen eigentlich? Im Grunde genommen kann der Zins als Preis für Geld bezeichnet werden. Genauso wie für eine Wohnung oder einen Leihwagen Miete bezahlt wird, muss ebenso für Geld bzw. Währung eine Art Nutzungsgebühr entrichtet werden. Anhand der Höhe dieser Miete lassen sich sowohl Qualität als auch Nachfrage des gemieteten Gegenstandes messen.

Fällt die Miete für eine Wohnung extrem niedrig aus, handelt es sich entweder um eine praktisch unbewohnbare Hütte oder es gibt in der Region ein gigantisches Überangebot an freiem Wohnraum. Ähnliches gilt für unser Geld: Nullzinsen deuten entweder auf einen schwer maroden Kern unserer Währung hin oder aber auf eine gnadenlose Wertverwässerung durch schnell rotierende Druckerpressen.

Noch befinden wir uns in letzterer Phase, das bedeutet, die angeblich unabhängigen Zentralbanken weiten die Geldmenge Tag für Tag immer weiter aus und zwar in der Dimension von Billionen zusätzlicher Dollars und Euros, für die es weder Dienstleistungen noch Waren noch eine sonstige Wertdeckung gibt. Dieses Luftgeld verdünnt lediglich das bereits vorhandene Geld und lässt somit die Preise steigen, ohne dass sich die Einkommen der Menschen automatisch daran angleichen würden.

Wird den Konsumenten jedoch irgendwann bewusst, was hier geschieht, werden sie mehr und mehr beginnen, die Währung so zu behandeln wie eine unbewohnbare Immobilie oder ein nicht fahrbereiter Mietwagen: Weg damit, solange es noch jemanden gibt, der einem den Schrott abnimmt.

Die derzeitige Situation kann zurecht als Zinsfalle bezeichnet werden, da es daraus praktisch keinen Ausweg mehr gibt. Erhöhen Federal Reserve oder EZB den Leitzins spürbar, werden die seit Jahren vom billigen Geld lebenden Firmen unmittelbar ihre Expansion einstellen, Sparmaßnahmen einleiten, Mitarbeiter entlassen oder womöglich pleite gehen.

Wesentlich drastischer trifft es allerdings die hochverschuldeten Staaten, vor allem im Westen. Diese könnten ihre gigantischen Schuldenberge nicht mehr wie bisher vor sich herschieben und alle paar Monate oder Jahre zu absurd niedrigen Zinssätzen überrollen und verlängern, sondern sie müssten für frisches Geld plötzlich enorme Summen an Zinsen zusätzlich berappen, welches einerseits durch Steuererhöhungen und andererseits durch den Wegfall von staatlichen Leistungen, etwa Renten und Sozialgeldern, beschafft werden muss.

Am Beispiel Griechenlands lässt sich sehr schön ablesen, was in solch einem Fall alles auf die Bürger zukommt, denn dieser Staat ist mehr als pleite und leidet bereits unter sehr hohen Refinanzierungskosten. Das Problem global steigender Zinsen verschärft sich jedoch dadurch massiv, indem nicht bloß ein einzelnes Land, sondern alle gleichzeitig auf einen Schlag zu „Griechenlands“ werden und die Weltwirtschaft damit in sich zusammenkracht.

Zu lange schon dauert die Gewöhnung an das billige Geld, von dem mittlerweile alle abhängig geworden sind. Aus dieser gefährlichen Falle gibt es nur leider keinen wirklichen Ausweg, zumindest keinen, der ohne Totalverlust der Sparer und einen Massenbankrott von Staaten, Unternehmen und Banken abliefe.

Der Grund dafür ist: Unser Geldsystem ist ein Pyramidensystem. Es bedarf stetiger Ausweitung, sonst ist es zum Scheitern verurteilt, genauso wie jedes derartige Spiel irgendwann an seine Grenzen stößt und die letzten Mitspieler stets als die Dummen dastehen lässt.

Deshalb hat die Welt aktuell nur zwei Wahlmöglichkeiten: Weiterhin ein Schrecken ohne Ende durch die unaufhörliche Geldmengenausweitung und die daraus resultierende Inflation oder aber ein Ende mit Schrecken durch einen plötzlichen und verheerenden Kollaps.

Dass wir uns eher in der Nähe von Letzterem befinden, beweist die Androhung einer Fed-Zinserhöhung, denn eben diese kündigte Lindsey Williams bereits vor Jahren als finalen Auslöser an, mit welchem die „Elite“ den globalen Crash auslösen will. Niemand weiß leider genau, wann das sein wird, doch wir tun gut daran, schon jetzt darauf vorbereitet zu sein.

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2 Kommentare

  1. Es gibt kein Recht, dass alle Schulden zurückbezahlt werden. Wer Kredite vergibt, muss damit rechnen, dass sie platzen. Das ist das Risiko. Früher gab es Jahre mit allgemeinen Schulderlassen, um das Geldsystem wieder ins Lot zu bringen.

    An diesem Artikel zeigt sich auch wieder einmal der Irrsinn des Systems mit den Kapitalrenditen, die immer neuer Ausweitungen von Vermögen und Schulden bedürfen. Wenn jetzt hier tatsächlich Zinserhöhungen befürwortet werden, dann ist das grotesk, weil dann die Kredite mit Sicherheit nicht zurückbezahlt werden. Den einzigen Ausweg sehe ich in einer Rückzahlungspflicht ohne Kapitalkosten, ausgenommen minimale administrative Kosten und Risikoprämien für neue Kredite. Damit müssten die Banken und anderen Gläubiger ihre Bilanzen einigermassen im Gleichgewicht behalten. Für die Drittweltländer, die von den Wucherzinsen der Reagan-Thatcher Area in die Armut getrieben wurden, gibt es fairerweise nur den totalen Schuldenerlass. Sie haben die ursprüngliche Kreditschuld schon mehrfach amortisiert.
    Durch eine rigorose Eliminierung aller Kapitalerträge können die Schulden getilgt werden. Der Zins wird im Artikel als Preis für das Geld bezeichnet. Das sollte richtiggestellt werden: Kapitalrenditen sind leistungslose Einkommen aus Geld oder Kapital. Geld ist ein Anspruch auf einen Teil des Sozialprodukts, dazu eine öffentliche Einrichtung. Wer es bekommt und nicht sofort wieder in den Kreislauf zurückgibt und damit Stockungen verursacht, soll mit Sicherheit keinen Anspruch auf eine Entschädigung bekommen, sprich Einkommen ohne Güter zu produzieren oder Dienstleistungen zu erbringen. Das nennt man Schmarotzertum.
    Jetzt geht es nur noch darum, möglichst schnell eine neue faire Geldordnung zu etablieren. Daran muss man arbeiten.

  2. Japanischer Ökonom fordert strikte Bankentrennung:
    http://bueso.de/node/8795

    Damit wären die Kasino-Schulden erst mal abgeschrieben ohne dass auch die Einlagen der Realwirtschaft zerstört werden.

    Das Problem mit dem Crash durch die FED ist die unabhängige Politik der BRICS, vor allem Russland und China. Da kann der Westen sich leider keinen Crash erlauben, ohne das der Schwindel auffliegt.

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