„Experte“: Knapp eine Million Rentner arbeiten nur aus Spaß nebenbei

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Zitat von www.t-online.de:

Besonders stark sei der Zuwachs bei den über 75-Jährigen: Hier arbeiteten mit knapp 176.000 Personen mehr als doppelt so viele in einem der mit maximal 450 Euro monatlich bezahlten Jobs als noch vor zehn Jahren.

[…]

„Sicherlich sind manche Rentner auf ihren Minijob angewiesen. Doch aus Studien wissen wir: Vielen Senioren macht ihr Minijob Spaß.“ Manche gingen auch ein paar Stunden pro Woche arbeiten, um mehr Kontakt zu anderen Menschen zu haben.

Kommentar von crash-news.com:

Viele Arbeitnehmer beginnen mit 50, spätestens mit 60, die verbleibenden Jahre bis zur Rente runterzuzählen. Manche rechnen dabei sogar in Tagen, weil ihnen jegliche Lust am Arbeiten fehlt. Doch für viele endet der Arbeitsalltag mitnichten nach Erreichen des Rentenalters, sondern sie kommen entweder gar nicht zur Ruhe oder bemerken erst danach, dass ihre Rentenzahlungen gar nicht zum Leben reichen.

Also bleibt ihnen nichts anderes übrig, als aufzustocken, indem sie beispielsweise einen Minijob annehmen. 943.000 Senioren gingen Ende 2015 einer solchen Tätigkeit nach. Zwar betrug die Zahl auch schon vor zehn Jahren rund 700.000, aber die Tendenz zeigt, in welche Richtung sich diese Zustände entwickeln. Darüber hinaus ist das sicher nicht die ganze Wahrheit, es dürfte hierbei eine nicht unerhebliche Dunkelziffer geben.

Freilich ist diese Entwicklung keine wirkliche Überraschung, denn die durchschnittlichen Löhne, Gehälter und Renten haben sich in diesem Zeitraum so gut wie nicht erhöht, die Lebenshaltungskosten und insbesondere die Geldentwertung bzw. Inflation sind zwischenzeitlich drastisch gestiegen, speziell die Energiekosten, die sich praktisch überall niederschlagen.

Vielen Rentnern bleibt somit nichts anderes übrig, als sich ein Zubrot zu verdienen. Besonders bitter ist das für Menschen, die zwar zunächst einige Jahre ihren Ruhestand im wörtliche Sinne ausleben konnten, dann jedoch in immer größere Finanznot gerieten und schlussendlich gezwungen waren, in teilweise hohem Alter wieder arbeiten gehen zu müssen.

Ein „Arbeitsmarktexperte“ des Instituts der deutschen Wirtschaft behauptet hingegen, vielen Senioren mache ihr Minijob Spaß und manche versuchten auf diese Weise, in Kontakt mit anderen Leuten zu kommen. Das ist durchaus möglich und sogar sinnvoll, doch die deutliche Tendenz, nämlich ein Zuwachs von 35% binnen zehn Jahren, kann mit dieser dämlichen Ausrede wohl kaum wegerklärt werden.

Auf der anderen Seite ist diese Situation natürlich auch nicht in jedem Fall pures Schicksal, wenn manche Ruheständler sich plötzlich wieder genötigt sehen, einer Erwerbstätigkeit nachgehen zu müssen. Viele hatten es in früheren Jahren selbst in der Hand, für das Alter vorzusorgen, verdrängten diese unabwendbare Tatsache jedoch und lebten auf großem, oft zu großem Fuß.

In den vergangenen Jahrzehnten gehörte es leider immer mehr zum guten Ton, sich im Leben etwas zu „gönnen“, selbst wenn die finanziellen Möglichkeiten dafür in keinster Weise gegeben waren. Aber wer möchte schon gerne freiwillig zurückstecken und an die ferne Zukunft denken angesichts der ständigen und vielfältigen Konsum-Verlockungen und des herrschenden gesellschaftlichen Mitläuferdrucks?

Sich im Alter gänzlich auf „Vater Staat“ oder die finanzielle Großzügigkeit der eigenen Kinder zu verlassen, die heute mitunter kaum mehr ihre eigene Familie allein ernähren können, ist durchaus naiv. Andererseits hat sich der Sozialismus in den Gehirnen der Menschen inzwischen derart verfangen, dass viele es als völlig selbstverständlich erachten, auf Kosten der Allgemeinheit zu leben.

Noch vor etwa einem halben Jahrhundert war es für die arbeitende Bevölkerung überwiegend Normalität, nicht nur Rücklagen für Notlagen oder größere Anschaffungen aufzubauen, sondern parallel dazu ebenso fürs Alter anzusparen. Zwar muss berücksichtigt werden, wie massiv die Abgabenlast durch den „Sozialstaat“ zwischenzeitlich anstieg, aber gleichzeitig sind es eben genauso die Ansprüche der Leute, die nicht auf dem damaligen Niveau stehenblieben.

Das Motto „man lebt nur einmal“ oder „ich möchte mir auch mal etwas gönnen“ dient heutzutage für viele als Rechtfertigung, die persönliche Altersvorsorge auszublenden. Außerdem zieht der Staat ja sowieso enorme Rentenabzüge vom eigenen Gehalt ab, da soll der später gefälligst wieder ordentlich was von ausschütten.

Mit dieser Denke lassen sich jedoch weder Miete, Strom oder Krankenkasse zahlen noch der leere Magen füllen, denn Staat und Politiker sind die denkbar schlechtesten Geld- bzw. Vermögensverwalter überhaupt. Also bleibt diesen betagten Schlaubergern am Ende bloß, im hohen Alter für jemand anderen ihren Buckel erneut krumm zu machen.

Die Ursachen für diesen Missstand liegen insofern hauptsächlich beim Einzelnen, der in jungen Jahren über seine Verhältnisse lebte, aber nicht minder genauso in unserer kranken Konsumgesellschaft, welche einen starken Konformitätszwang – besonders auf alle Rückgratlosen – ausübt, dem nicht jeder so leicht zu widerstehen vermag.

Kann die Lösung jetzt allein darin bestehen, die Renten zu erhöhen? Sicherlich nicht, denn damit würde einerseits die Faulheit mancher Mitmenschen gestärkt und andererseits ihr persönliches Verantwortungsbewusstsein weiter abgeschwächt. Trotzdem muss angesichts von hunderten verschleuderten Milliarden von Euros für Menschen, die in der Vergangenheit weder in unser Sozialsystem eingezahlt haben noch es jemals tun werden, darüber nachgedacht werden, ob die Prioritäten hier nicht vollkommen verkehrt liegen.

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2 Kommentare

  1. Nostradamus prophezeite: „Der hohe Kredit und der Überfluss an Gold und Silber wird die ruhmsüchtigen Menschen verblenden. Die Schuldhaftigkeit des Betruges wird jener erkennen, der seine große Schande miterleben wird. Die führenden Repräsentanten und ihre Vertreter werden Imitationen herstellen, es werden Propheten auftreten, die unsinnige Voraussagen erstellen werden. Das Füllhorn des Überflusses wird dem zum Opfer fallen, und die Ruhe wird Gewalt Platz machen.“

  2. Die „Sozialverbände“ fürchten ja schon Aletrsarmut. Wenn alle Alten erst einmal erkennen, daß es für Kindermörder Entschädigung gibt, wird es sich sicher wieder ausgleichen.

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