Tabu gebrochen: Erste Privatkundenbank kassiert Negativzinsen auf Sparguthaben

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Zitat von www.sueddeutsche.de:

Eine kleine bayerische Genossenschaftsbank verlangt von September an von Privatkunden mit großen Summen auf dem Konto einen Strafzins. Josef Paul, Vorstandsmitglied der Raiffeisenbank Gmund am Tegernsee, bestätigte am Mittwoch, dass das Institut für Einlagen von mehr als 100 000 Euro auf Giro- oder Tagesgeld-Konten ein „Verwahr-Entgelt“ von 0,4 Prozent erheben werde.

[…]

Der Bundesverband der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) erwartet nicht, dass das Beispiel aus Oberbayern Schule macht.

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Eine Ausweitung auf weniger wohlhabende Kunden sei nicht geplant.

Kommentar von crash-news.com:

Bei etlichen Banken wurden in den vergangenen Monaten Gebühren bzw. Minuszinsen für Konten von Geschäftskunden bei hohen Spareinlagen eingeführt. Grund dafür ist der finanzielle Druck der EZB auf die Institute, welche diese – wie fast immer in der Wirtschaft – direkt an ihre Kunden weiterreichen. Es war daher lediglich noch eine Frage der Zeit, wann die Strafgebühren ebenfalls Kleinsparer treffen. Jetzt geht es los.

Den meisten Kindern wurde einst schon früh in der Schule oder zu Hause beigebracht, wozu eine Bank da ist und sich Sparen wegen der gezahlten Zinsen lohnen würde. Seitdem der Goldman Sachs Ableger in Frankfurt, auch EZB genannt, jedoch sämtliche Grundsätze im Finanzgeschäft auf den Kopf gestellt und ein systematisches Enteignungsprogramm der Europäer in Gang gesetzt hat, gilt dieser alte Grundsatz nicht mehr.

Zinsen bekommt heute nicht etwa derjenige, welcher jemandem Geld leiht, sondern umgekehrt. Zwar ist diese Kehrtwende im Kreditgeschäft bislang nicht vollzogen worden, aber auch die Schuldenzinsen weisen deutlich in Richtung Null – und vielleicht bald sogar tiefer. Womöglich erleben wir es vor dem Crash des Finanzsystems tatsächlich, dass Schuldner durch ihre Kreditaufnahme monatliche Zinsauszahlungen erhalten. Denkbar ist in diesen Zeiten wahrlich alles und sei es noch so absurd.

Zumindest im umgekehrten Fall läuft es längst so. Firmenkunden und institutionelle Anleger müssen bei zahlreichen Instituten bereits Gebühren für ihre Spareinlagen bezahlen. Eigentlich bekommen die Banken durch die Sichtguthaben ihrer Kunden von ihnen Geld geliehen und müssten, wie das bei Krediten üblich ist, dafür Zinsen bezahlen. Doch Mario Draghi hat dieses alte System durchbrochen und versucht auf diese Weise, den unausweichlichen Zusammenbruch etwas hinauszuzögern.

Weil nicht davon auszugehen ist, dass sich die Krisensituation im Euroraum jemals wieder entspannt – ohne eine harte Währungsreform und dem Ende des Euro -, wird die EZB ihren Negativzinskurs auch weiterhin verfolgen und dabei immer tiefere Tiefen ergründen. Die bisherigen Versprechungen der Banken, ihren Privatanlegern diese Kosten nicht weiterzugeben oder sie auf hohe Sparguthaben zu beschränken, werden sich dann als nicht haltbar erweisen.

Die bayerische Genossenschaftsbank zeigt uns gerade an, wohin die Reise geht. Zwar soll lediglich auf Giro- oder Tagesgeld-Konten bei Einlagen von mehr als 100.000 Euro das sogenannte „Verwahr-Entgelt“ in Höhe von derzeit 0,4% berechnet werden, aber diese Grenze ist vollkommen willkürlich gesetzt und mit einem Federstrich beseitigt, falls nötig.

Außerdem hat die Bank mit ihrem Schritt ein Tabu gebrochen, welches garantiert schon bald etliche Nachahmer finden wird. Der Wettbewerb zwischen den Instituten dürfte die breite Einführung vielleicht etwas verzögern und unterschiedliche Höchstgrenzen mit sich bringen, doch die Trägheit von Bankkunden bezüglich dem Wechsel zu einem anderen Anbieter ist groß und mancher wird den Umstellungsaufwand scheuen und lieber die paar Kröten zahlen. All zu große Rücksicht werden die Banken deshalb nicht auf ihre Kunden nehmen.

Der Frosch im Wasser wird auf diese Weise ganz allmählich gar gekocht, ohne es zu bemerken. Zeitgleich findet – scheinbar ohne jeglichen Zusammenhang – die Debatte über eine Abschaffung großer Geldscheine statt. Weil Bargeld angeblich hauptsächlich von Kriminellen verwendet werde, wurde bereits dem 500er der Garaus gemacht, weitere werden garantiert folgen.

So zieht sich die Schlinge um den Hals der Sparer stetig weiter zu und irgendwann, früher als die meisten ahnen, ist es dann soweit: Münz- und Papiergeld ist als Zahlungsmittel weitgehend abgeschafft oder zumindest tabuisiert, während im selben Zuge plötzlich überall spürbare Negativzinsen auf Giro- und Sparkonten berechnet werden.

Wie schnell das beides kommt, ist schwer zu sagen. Jedoch genügt ein tatsächlicher oder vermeintlicher Vorfall großen Ausmaßes im Zusammenhang mit Bargeld, um die Regierungen angeblich zu abrupten Maßnahmen zu zwingen, etwa die Entdeckung von Millionen gefälschter Scheine im Umlauf. Aus Angst davor, selbst irgendwo eine Blüte abzubekommen, weichen die meisten Bürger dann wohl freiwillig auf die bargeldlose Zahlung aus und viele Geschäfte würden die Barzahlung aus Sicherheitsgründen ganz ablehnen.

Parallel dazu könnte sich auch die EZB „genötigt“ sehen, die Zinsen sehr deutlich ins Minus zu senken, etwa um irgendwelche neuen Rettungsmaßnahmen zu begründen oder aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Entwicklung. Und schon sind beide heute undenkbaren Dinge Realität geworden.

Daher ist es wichtig, sich rechtzeitig aus dem Geldsystem zu verabschieden und lediglich noch auf dem minimal notwendigen Niveau daran teilzunehmen. Sparguthaben, Tagesgeld, Fonds, Lebens- und Rentenversicherungen usw. sollten deswegen gekündigt, ausbezahlt und in Gold und Silber umgemünzt sein, bevor diese gefährliche Draghi-Falle zuschnappt und vor dem großen Knall sowieso.

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Ein Kommentar

  1. „Gold ist Geld, alles andere ist Kredit!“ Das Zitat des legendären US-Bankers J.P. Morgan ist heute so gültig wie vor 120 Jahren. Das reale Geld in Form von Gold und Silber ist Chance und Risikoausgleich des zunehmenden Verlustes der Privatsphäre, Geldentwertung. Der „AUTOMATISCHE INFORMATIONSAUSTAUSCH“ sowie „Fatca“ findet bei der Edelmetallholding keine Anwendung, da es sich bei Edelmetallen nicht um „finanzielle Vermögenswerte“ handelt. Es werden weder Zinsen noch ein regelmäßiges Einkommen oder eine Dividende generiert. Bei der Vermögensmasse „Edelmetalle“ bleibt also weiterhin die Privatsphäre gewahrt.

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