Verantwortungslose Gesellschaft: Zu blöd zum Dübeln, dafür abgerichtet zum Klagen

mastrminda / Pixabay.com

Zitat von www.bild.de:

Ikea ruft „Malm“-Kommoden in den USA und Kanada zurück, weil sie möglicherweise umkippen könnten. […]

Sechs Kinder sind nach Ikea-Angaben tödlich verunglückt, als sie die Kommoden zu erklimmen versuchten.

[…]

US-Medien zufolge sind von dem Rückruf 29 Millionen „Malm“-Kommoden betroffen.

Kommentar von crash-news.com:

Rückrufe wegen defekter Bremsen, Airbags oder Zündschlösser sind bei Autos bekannt. Dies kann durchaus auch Millionen von Fahrzeugen betreffen. Aus Angst vor ruinierenden Klagen wird in der Branche lieber vorsorglich einmal zuviel zurückgerufen. Doch mit seinem Rückruf von 29 Millionen „Malm“-Kommoden übertrifft IKEA fast alle der größten dieser Ereignisse der Autobauer und das nur, weil die Menschen zu blöd und zu faul zum Lesen sind.

Die US-Behörde für Produktsicherheit teilte im Zusammenhang mit der Aktion des schwedischen Möbelherstellers mit, dass alle zwei Wochen ein Kind in den USA durch umkippende Möbel oder Verblödungsverstärker sterbe. Das sind etwa 25 Opfer pro Jahr, die freilich vollkommen unnötig sind, aber eben leider zum Leben dazugehören.

Bekanntlich baut IKEA seine Möbelstücke in ähnlich „massiver“ Bauweise wie Amerikaner ihre Häuser: Billig, leicht und nicht lange haltbar. Deshalb sind mitunter Maßnahmen notwendig, welche bei hochwertigen Gerätschaften nicht benötigt werden, beispielsweise das Befestigen potenziell kippender Schränke an der Wand.

Das weiß der Möbelhersteller natürlich und macht überhaupt gar keinen Hehl aus dieser Tatsache, sondern weist in seinen Montage- und Aufbauanleitungen sogar explizit darauf hin. So lächerlich und überzogen manche Warnhinweise in heutigen Bedienungsanleitungen sein mögen – gelegentlich fallen sie um ein Vielfaches länger aus als die eigentliche Betriebsweisung der Geräte -, manches davon ist tatsächlich sinnvoll.

Insbesondere dann, wenn dem Möbelstück sogar ein Befestigungsset beiliegt, mit welchem es ohne großen Aufwand an die Wand geschraubt werden kann, sollte der mehr oder weniger geschickte IKEA-Kunde zumindest seinen gesunden Menschenverstand einschalten und überlegen, ob sein Werk auch wirklich den jeweiligen Anforderungen gerecht wird.

In Zeiten, in denen Kindern das Helmaufziehen beim Fahrradfahren regelrecht aufgezwungen wird, junge Eltern zu „Experten“ in Sachen Autokindersitzen und deren Crashtestergebnissen werden, zum Schutz ihrer Zöglinge jede noch so blödsinnige Versicherung abschließen, sämtliche Ecken und Kanten im Haus mit Stoßschonern ausstatten, Schränke mit Kinderschutzverriegelungen ausrüsten, Steckdosen versiegeln, Tür- und Treppengitter installieren, quasi jeden modernen Kram brav mitmachen, wäre es doch wohl das Mindeste, diese IKEA-Aufbauanleitungen zu befolgen und mal eben einen Dübel in die Wand zu setzen.

Oder sollten die Schweden ihre Kommoden vielleicht lieber gleich fertig aufgebaut und mitsamt der zugehörigen Wand ausliefern? Was nützt diese Rückrufaktion bitteschön, sofern die Eltern die beiliegende Anleitung einfach nicht befolgen? Und selbst wenn IKEA keinen Warnhinweis und auch keine passenden Schrauben beilegen würde, läge es nicht trotzdem im eigenen Verantwortungsbereich, sich über mögliche Gefahren für die Kinder Gedanken zu machen?

Folgen demnächst Rückrufe für Fahrräder, weil die damit Fahrenden auf rutschigen Straßen stürzen und sich verletzen könnten? Oder werden Küchenmesser von WMF rückbeordert, da Kinder theoretisch in der Lage sind, sich hiermit schwere Verletzungen zuzufügen? Und was ist mit all den vielen Sportgeräten wie Skateboards, Inlinern, Rollern und ähnlichen gefährlichem Spielzeug?

Für jeden von uns mit gesundem Menschenverstand klingt das völlig lächerlich, da bestimmte Gefahren sich jedem gesunden Geist offensichtlich erschließen. Manche Risiken sind zwar nicht unbedingt auf den ersten Blick zu erkennen, aber jedem von uns wurde ein Gehirn geschenkt, mit welchem wir die meisten potenziellen Unheilsituationen des Lebens durchaus im Voraus selbst einschätzen können.

Viele Menschen verlassen sich hingegen anscheinend lieber auf ihren Rechtsanwalt. Insbesondere in den USA ist es ja bekanntlich möglich, aus dem eigenen Schaden enorm Kapital zu schlagen. Wozu sich also noch den Kopf über die Sicherheit der Familie zerbrechen, wo doch die Nummer des Rechtsverdrehers im Smartphone als Kurzwahl gespeichert ist?

Muss demnächst womöglich der Öl-Konzern BP sein Benzin zurückrufen, da sich der Kraftstoff unter bestimmten Umständen in der Einspritzkammer des Autos entzünden kann? Es wäre zumindest konsequent. Genauso konsequent wäre nun ein Verbot der „Malm“-Kommode – oder vielleicht sollte gleich der ganze schwedische Laden dichtgemacht und zuvor noch mit Milliardenforderungen kaputtgeklagt werden, damit sich die amerikanische Lebensphilosophie ungestört weiter auf dem Planeten ausbreiten kann.

Wenn Dummheit, Trägheit, Bequemlichkeit und die Faulheit zum eigenen Denken Schreikrämpfe verursachen würde, wäre wohl speziell Amerika, aber auch der Rest unserer Welt Tag und Nacht in eine einzige kreischende Lärmkulisse gehüllt. Dabei wären die Klagerufe über die wegen dieser gesellschaftlichen Idiotie tödlich verunglückten Kinder und Mitmenschen ganz bestimmt nicht mehr zu hören.

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3 Kommentare

  1. Das ist leider so, insbesondere wenn man bereits ein paar Jahre älter ist und in halbwegs vernünftigen Zeiten gross geworden ist, könnte man solche Schreikrämpfe bekommen. Aber leider hilft das Schreien nichts. Gehirn wächst damit nicht mehr nach. Denn das sind die westlichen Werte, die es „zu verteidigen“ gilt. Solange man die allgemeine Dummheit in Amerika aus der Ferne „bestaunen“ durfte, entstand sowas wie Schadenfreude. Leider schwappen diese Werte nun mehr und mehr nach Westeuropa, sprich weiteren Bundesstaat von Amerika, über. Was bin ich froh, schon so alt zu sein, dass ich dieses wohl nicht mehr lange ertragen muss. Lesen ist nicht mehr in, denken auch nicht. Bildung macht die Bildzeitung, Kommunikation wird mit „Wisch und WEG“, genannt Eiphone, gemacht. In der Schule wird das Anal Rittertum gelehrt. Mathematik wird ersetzt durch Soziologie. Das wars dann.

  2. Bekanntlich baut IKEA seine Möbelstücke in ähnlich “massiver” Bauweise wie Amerikaner ihre Häuser: Billig, leicht und nicht lange haltbar.

    Das kann ich nicht bestätigen: ich habe Regale von denen, die ich bald 40 Jahre haben werde, und die immer noch fast wie neu aussehen.

  3. Speziell in den Verblödeten Staaten gibt es Gerichtsurteile, die alle Götter des Universums lachen lassen. Viele kennen sicher diese unfassbare Geschichte, die plötzlich durch die Bessermenschen seltsamerweise geleugnet wird, das wäre nie passiert. War sie aber doch!!! So gab es mal eine Frau, die hatte die Angewohnheit ihren nassen Hund nach dem Spazierengehen im Backofen zu trocknen!(Lecker und anschließend werden für die Enkel die Cookies darin gebacken!)Irgendwann ging der Backofen kaputt und die Oma schaffte sich einen Mikrowelle an und hat dann auch den Hund darin getrocknet, so blöd wie sie war! Der Hund war natürlich tot und die Frau verklagte den Hersteller des Mikrowellenofens auf Schadenersatz.- Sie bekam letztendlich Recht und mehrere Millionen als Schadenersatz!
    Nichts ist so schräg und krank, dass viele Hersteller sich genötigt sehen, den Betrieb zu schließen oder nur noch im Ausland zu produzieren. Wenn sich also demnächst ein Schwuler seinen Anus beim Einführen einer Schlangengurke überdehnt, ist dann womöglich der Supermarkt, der Gurkenbauer oder das Landwirtschaftsministerium schuld! Weil der Produzent keinen Warnhinweis darauf geschrieben hat: Niemals als Dildo gebrauchen, oder niemals in den Popo stecken! Besser wäre noch ein eindeutiges Piktogramm darauf, denn viele der neuen Facharbeiter können weder lesen noch schreiben…
    lg.

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