Ärzte wollen nur das Wohl ihrer Patienten? Operieren gemäß Zielvereinbarung

Günter Havlena / pixelio.de

Zitat von www.abendblatt.de:

Asklepios-Geschäftsführer Wolfram sagte, Zielvereinbarungen für Ärzte würden sich an der Qualität der Behandlung ausrichten und nicht an besonders vielen oder teuren Operationen.

[…]

Montgomery sagte, in St. Georg habe ein leitender Arzt gehen müssen, weil er zu wenige Privatpatienten gehabt und die Zahlenvorgaben nicht erfüllt habe.

Kommentar von crash-news.com:

Ein großer Klinikbetreiber steht derzeit in der Kritik, seine Behandlungsmethoden überwiegend unter ökonomischen Gesichtspunkten zu wählen und weniger anhand tatsächlicher Erkrankungen der Patienten. Natürlich streitet er jeglichen Zusammenhang ab, gibt aber gleichzeitig zu, doch so zu handeln, sich bei den Zahlenvorgaben der Zielvereinbarungen seiner Ärzte jedoch an die Rahmenvorgaben der Ärztekammer zu halten.

Sogenannte Zielvereinbarungen sind seit etlichen Jahren auch in den meisten Konzernen hierzulande üblich. Damit soll die Belegschaft dazu „motiviert“ werden, zielorientierter zu arbeiten, ohne sie ständig und detailliert bei ihrer Tätigkeit überwachen zu müssen. Wer nämlich seine Quartalsziele nicht schafft, bekommt direkt weniger Gehalt. Überperformer hingegen können sogar zusätzlich kassieren, je nachdem, wie die Vereinbarungen getroffen werden.

Der Grundgedanke dieser Idee besteht darin, den einzelnen Mitarbeiter zu unternehmerischem Denken und Handeln zu bringen. Außerdem befreit dieses Modell die Führungskräfte von der oft mühsamen Aufgabe, die eigenen Leute zu steuern, zu organisieren und manchmal zu jedem einzelnen Schritt tragen und antreiben zu müssen. Indem die Untergebenen einen Stab mit einer daran hängenden Möhre umgebunden bekommen, sollen sie stattdessen wie von selbst im Hamsterrad rennen.

Neben dem Hauptproblem dieser rein monetär gesteuerten Zwangszielsetzung, dem internen Konkurrenzdruck untereinander, der hier und da vielleicht im Einzelfall durchaus sinnvoll sein mag, besteht jedoch im Wesentlichen die Gefahr, durch falsche oder fehlende Koordination der Gesamtziele die Produktivität des Unternehmens deutlich zu verschlechtern.

Wenn ein Mitarbeiter nur noch den Blick auf seine Möhre gerichtet hat, nimmt er weniger oder gar keine Rücksicht mehr auf seine Kollegen, die wiederum selbst ständig auf ihre eigene Karotte starren. Es wird also ausschließlich um des eigenen Geldes willen ohne Rücksicht auf Verluste gearbeitet. Der heute so hochgelobte Teamgedanke geht damit praktisch vollständig verloren, ja es bilden sich unter Umständen sogar regelrechte Fronten und interne Kriege unter den Angestellten, weil Kollegen durch ihre gegenläufige Arbeitsweise das Gehalt der anderen negativ beeinflussen.

Während dieser Ellenbogen-fördernde Pseudomotivator in den meisten Konzernen lediglich zu einer Senkung der Produktivität, höheren Kosten und explodierender Bürokratie führt und sich die Kunden notfalls einfach einen anderen Lieferanten suchen, sehen die Folgen im Gesundheitswesen ganz anders aus.

Bekommt ein Arzt nämlich Vorgaben, eine bestimmte Anzahl von Therapien oder Operationen pro Monat durchzuführen oder den superteuren Magnetresonanztomographen in der Klinik ständig zu 100% auszulasten, dann werden eben zwangsläufig aus eigentlich gesunden oder nur leicht kranken Patienten plötzlich Schwerkranke gemacht.

Was in den meisten anderen Industriezweigen kaum möglich ist, gelingt den Weißkitteln hingegen sehr einfach: Irgendwelche teuren und überflüssigen Extras wird der Industriekunde ganz sicher nicht kaufen, da der Einkäufer sich in der Regel fachlich soweit auskennt, um derartige Geschäftemacherei zu erkennen. Selbst im Einzelhandel sind viele Käufer in der Lage, Schnickschnack als solchen zu entlarven und auch mal Nein zu sagen.

Doch im Falle einer Diagnose durch einen Arzt ist es nur wenigen Menschen überhaupt möglich, zu prüfen, was der Herr Doktor denn da gerade behauptet. Neben dem lateinischen Kauderwelsch und der leider häufig anzutreffenden Medizinerarroganz – wegen des eigenen, lediglich auswendig gelernten „Wissens“ weit über dem Normalbürger zu schweben – ist es insbesondere das blinde Vertrauen der Patienten in die Herrschaften in Weiß, das kaum jemanden an ihren vermeintlichen Kompetenzen zweifeln lässt.

Wer hingegen versteht, wie unser Körper funktioniert, weiß, dass dieser sich im Prinzip fast immer selbst heilt, meist auch ganz ohne Arzt – ausgenommen sind üblicherweise physische Verletzungen, bei denen die Unfallmedizin durchaus achtenswerte Arbeit leistet. Dennoch lautet nicht umsonst ein Sprichwort:

Eine Erkältung dauert ohne Behandlung sieben Tage, mit Behandlung eine Woche.

Erschwerend für den Patienten kommt eine teilweise unglaubliche Dogmatik hinzu, welche eigentlich nur im medizinischen Bereich und vielleicht noch in den einen oder anderen staatlichen „Wissenschaften“ zu finden ist: Obwohl manches längst widerlegt wurde, halten die Weißkittel an dem vormals auswendig Gelernten oftmals unvermindert fest. Das „Opfer“ kann ja sowieso nichts dagegen tun bzw. weiß und versteht gar nicht, wie ihm geschieht.

Das ist natürlich ein geradezu idealer Nährboden für Betrug. Anscheinend hat sich auch in der Realität der Medizinwelt diese Erkenntnis breit gemacht, sodass es tatsächlich Zielvereinbarungen für Ärzte gibt, Patienten zu „generieren“, wenn nicht genügend vorhanden sind. In der Krebsindustrie ist das sogar die Norm, da mittels der massiven Angstmache und der unendlich teuren – mittelfristig fast immer tödlichen – Chemo-„Therapien“ Milliarden verdient werden.

Der mündige Patient wird sich deshalb nicht einfach blind in sein vermeintliches Schicksal begeben, sondern zusätzlich selbst recherchieren. Außerdem hat er den Mut, seinen Klinikarzt nach dessen aktuellen Zielvereinbarungen zu fragen und wird womöglich erleben, dass aus einer angeblich schweren Diagnose plötzlich doch eine ganz harmlose – und vor allem kostengünstige – Sache werden kann.

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