Debatte über Helikoptergeld: Geldsystem ist nicht dauerhaft überlebensfähig

FreeImages.com/Walter Groesel

Zitat von www.handelsblatt.com:

Die Diskussion über Helikoptergeld zeigt, dass unser bisheriges Geldsystem schwere Probleme hat. Ich habe große Zweifel, ob es dauerhaft lebensfähig ist.

[…]

Das hängt davon ab, ob Helikoptergeld als Reputationsgeld betrachtet würde – oder nur als eine weitere Maßnahme, die Inflation anzuschieben. Ist letzteres der Fall, dann könnte das Vertrauen in die Stabilität des Geldes schnell schwinden.

Kommentar von crash-news.com:

Unser heutiges Geldsystem ist eines der wesentlichen Grundübel dessen, was uns seitens der Politik an Bösem serviert wird und unsere Gesellschaft bereits an den Rand des Zusammenbruchs gebracht hat. Trotzdem weiß praktisch niemand über das Wesen dieses kruden Systems Bescheid – abgesehen von hochrangigen Bänkern und wenigen interessierten Menschen.

Haben Sie jemals einen Kredit bei einer Bank aufgenommen, ganz egal ob für ein Auto oder ein Haus? Haben Sie sich dabei auch die Frage gestellt, woher das Geld, das Ihnen ausgezahlt wurde, überhaupt stammt?

Normalerweise befasst sich der durchschnittliche Konsument nicht mit dieser Fragestellung, da er davon ausgeht, das hierfür notwendige Geld existiere eben irgendwo bei seiner Bank, beispielsweise als Spareinlage anderer Kunden, und werde ihm einfach vorübergehend geliehen.

Vielleicht denken manche in diesem Zusammenhang an einen Wasserhahn: Wird er aufgedreht, fließt das Wasser heraus, soviel davon benötigt wird. Um das zu ermöglichen, existiert eine lange Leitung bis zum Wasserwerk und von dort zu diversen Quellen oder Brunnen. Doch das Wasser selbst war immer schon da, die Stadtwerke haben es nicht etwa eigenhändig erzeugt.

Deswegen kommt der Normalbürger schlichtweg nicht auf den Gedanken, dass sein Darlehen aus Geld besteht, was zuvor gar nicht existierte, sondern extra für ihn aus dünner Luft geschaffen wurde. In Analogie zum Trinkwasser fehlt beim Thema Finanzen bei den allermeisten Leuten einfach die grundsätzliche Überlegung, woher das Geld denn überhaupt stammt, da es im Gegensatz zu Wasser ja nicht natürlich auf unserem Planeten vorkommt.

Der frühere Deutsche Bank-Chefvolkswirt Thomas Mayer hingegen kennt die wahren Hintergründe ganz genau, bemüht sich jedoch, sie so darzustellen, als gäbe es hier keinen Grund zur Besorgnis. Zwar gibt er zu, das bei einer Kreditvergabe ausgezahlte Geld sei durch diesen Vorgang tatsächlich erst entstanden, aber er betont zugleich, diese Forderung der Bank gegen den Gläubiger sei ja immer durch irgendwelche Sicherheiten gedeckt.

Im Gegensatz hierzu bezeichnet er das sogenannte Helikoptergeld, welches die EZB womöglich bald als letzte Rettung des Finanzsystems in Erwägung ziehen könnte, als „quasi aus dem Nichts erzeugtes Geld“. Selbstverständlich ist beides exakt dasselbe. Ob die jeweilige Bank nun eine Forderung als „Deckung“ einbucht oder eine Schenkung, ist faktisch identisch, es handelt sich lediglich um buchhalterische Tricks.

Wie wenig er selbst an seine Behauptung glaubt, zeigen seine Zweifel an der dauerhaften Lebensfähigkeit des Geldsystems. Ob mit oder ohne Hubschrauberabwurf, ein Geldsystem, welches auf Basis eines Schneeballsystems konstruiert ist und ein stetiges, sogar exponentielles Wachstum benötigt, um nicht zu kollabieren, wird natürlich zwangsläufig irgendwann zusammenbrechen. Einen anderen Ausweg gibt die Mathematik in diesem Fall schlicht nicht her.

Leider ist es nicht möglich, in die Hirne solcher Bänker hineinzublicken. Es wäre sicherlich hochinteressant festzustellen, was diese Leute denken. Wissen sie um diese eingebaute Bruchstelle und wollen sie diese einfach so lange wie möglich mit allen erdenklichen Mitteln zusammenkleben oder -tackern, bis sie selbst aus der Schusslinie sind, oder glauben sie wirklich inbrünstig an das, was sie da tun und können das Offenkundige tatsächlich nicht erkennen?

In einem hat Mayer absolut recht: Geld sollte einerseits ein generelles Mittel zum Tausch sein, andererseits aber ebenfalls zur Wertaufbewahrung dienen. Speziell das Letztere ist beim Euro, Dollar und allen anderen heutigen Währungen nicht mehr gegeben. Dass ein erfahrener, hoher Ex-Bänker eine solche Anforderung stellt und sie unserer Währung offensichtlich abspricht, ist durchaus bemerkenswert.

Umso mehr sollten die Menschen zuhören, was dieser Mann zwischen den Zeilen sagt: Seine Zweifel an der dauerhaften Lebensfähigkeit sprechen Bände. Er spricht dabei zudem nicht bloß vom Euro, er meint das gesamte Geldsystem. Zwar erwähnt er nicht die verheerenden, aus einem Zusammenbruch resultierenden Konsequenzen, doch im Umkehrschluss sagt er das Ende des heutigen Finanzsystems voraus.

Wer klug ist, weiß das zu verstehen und zu interpretieren. Die logische Schlussfolgerung bedeutet daher: Raus aus diesem Geldsystem, bevor es kollabiert. Einen Termin für den Crash nennt Mayer zwar nicht, aber sollte Mario Draghi wirklich in den Helikopter einsteigen, wird es spätestens dann richtig ernst.

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Ein Kommentar

  1. wer regelmäßig Gold und Silber kauft und sich von dem ganzen Drumherum nicht verrückt machen lässt, der dürfte für die finanzielle Zukunft gut gerüstet sein. Es ist aber nicht minder legitim, sich auch im Bereich der Edelmetall aktiv um die eigenen Finanzen zu kümmern.

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