Trotz Anti-Pharma-Korruptionsgesetz: Ärzte-Bestechung gehört zum Medizineralltag

www.JenaFoto24.de / pixelio.de

Zitat von www.tagesschau.de:

Die Pharmaindustrie zahlt Ärzten hunderte Millionen für überflüssige Studien, lädt zum Abendessen ein oder sponsert die Weihnachtsfeier. Der Bundestag will heute nach langem Ringen ein Gesetz verabschieden, dass korrupten Medizinern das Handwerk legen soll.

[…]

Überhaupt hält er die Pharmabranche für einfallsreich: Tausende Euro gibt’s für einen Vortrag oder Geld für das Verschreiben eines bestimmten Medikaments. Dazu Büchergeld im Studium oder die Einladung zum Abendessen.

Kommentar von crash-news.com:

In keinem anderen Berufsstand wird mehr betrogen und gehören derart viele Fälle von Korruption zur Tagesordnung wie im Gesundheitswesen. Angeblich soll damit nun Schluss sein, ein neues Gesetz will hier einen Riegel vorschieben. Doch dieser ist von Anfang an brüchig und wer glaubt, die mächtigste Industrie unseres Landes würde sich das einfach so gefallen lassen, ist naiv.

Kann Ihnen das Autohaus Ihres Vertrauens nicht erklären, woher das plötzliche Stottern Ihres Wagens kommt, ersetzen die Mechaniker diese und jene Teile ohne Verbesserung des Problems und präsentiert Ihnen anschließend der Chef der Werkstatt eine saftige Rechnung, obwohl Ihr Auto genauso schlecht fährt wie zuvor, werden Sie die Zahlung vermutlich verweigern und diese Niederlassung künftig meiden.

Ganz anders sieht die Sache beim Thema Gesundheit aus. Ist Ihr Hausarzt nicht in der Lage, für Ihre Beschwerden die richtige Diagnose zu stellen oder eine erfolgreiche Therapie zu verordnen, werden Sie wahrscheinlich zu einem „Spezialisten“ geschickt. Versagt auch dieser, sind Sie eben ein besonders schwerer Fall oder es werden irgendwelche Komplikationen behauptet. Auf die Idee, dass die Herrschaften in den weißen Kitteln schlicht unfähig sind, kommen jedoch die wenigsten.

Noch viel weiter weg ist für die Mehrheit der Patienten der Gedanke, Ärzte könnten in irgendeiner Art und Weise korrupt sein. Schließlich liegt diesen ja allein das Wohl ihrer kranken Klientel am Herzen, das weiß doch jeder.

Leider sieht die Realität gänzlich anders aus. Nicht nur ist die deutsche Politik fest in der Hand von Pharmakonzernen, alljährlich fließen hunderte Millionen Euro an käufliche Mediziner in sämtlichen Bereichen. Alleine die „Mitarbeit“ bei Medikamenten-„Studien“ lässt sich die Pillenbranche jedes Jahr mehr als 100 Millionen Euro kosten und es gibt noch etliche ähnlicher Modelle.

Im Jahr 2014 nahmen etwa 17.000 Ärzte an solchen „Anwendungsbeobachtungen“ teil, was rund jedem zehnten niedergelassen Mediziner entspricht. Für die Mühen werden die Weißkittel fürstlich entlohnt, im Durchschnitt mit 669 Euro pro Patient. Diese Bestechungsgelder werden aber schlussendlich gar nicht von den Pharmariesen bezahlt, sondern über die Krankenversicherungen natürlich wiederum von den Zwangsbeitragszahlern geholt.

Der Grund, warum diese Anwendungsbeobachtungen wissenschaftlich betrachtet bloß als Unsinn zu bezeichnen sind, liegt darin begründet, dass es keine Vergleichsgruppen gibt und hierbei zudem keine Blindstudien durchgeführt werden. Weder der Arzt noch das Pharmaunternehmen wissen daher, wie es dem Patienten ohne das Medikament ergangen wäre.

Diese Tatsache sowie die unglaublich hohe finanzielle Entschädigung der Ärzte für ihre wenig aufwändige Mitarbeit lassen somit zweifellos nur einen Schluss zu: Es handelt sich um verdeckte Medikamentenwerbung oder zu Deutsch um Korruption.

Das Vertrauen der Patienten in die Ärzteschaft ist jedoch derart groß, dass der Gedanke an einen solchen Hintergrund für viele als vollkommen unmöglich erscheint. Der eigene Arzt als gekaufter Pharmascherge anstatt als Helfer und Heiler für die persönlichen Gebrechen? Undenkbar.

Außerdem interessiert sich der geplagte Kranke in der Regel nicht dafür, ob und von wem der behandelnde Mediziner gekauft wurde, sondern ihn beschäftigt lediglich die Frage, wie gut und schnell er ihm Linderung oder Heilung verschaffen kann. Da die Mehrzahl der Patienten zudem Mitglied einer gesetzlichen Krankenversicherung ist, bekommt sie praktisch nie irgendwelche Arztrechnungen zu Gesicht.

Gäbe es dasselbe System auch im Bereich Autowerkstatt und die Reparaturrechnungen gingen stets direkt an die Kfz-Versicherung anstatt zum Kunden, würden viele Autofahrer wohl schon wegen jedem kleinsten Kratzer beim Autohaus vorstellig. Allerdings dürfte die zugehörige Werkstattversicherung das Autofahren wahrscheinlich ganz schnell generell unbezahlbar machen.

Mit dem neuen Gesetz gegen Korruption im Gesundheitswesen will die Bundesregierung diesem unglaublichen Treiben nun ein paar kleine Kieselsteine in den Weg legen. Zwar können damit die Bestechlichkeit der Weißkittel und die Bestechungsversuche der Pharmaindustrie erstmals rechtlich geahndet werden, aber selbstverständlich wurde für entsprechend großen Interpretationsspielraum im Gesetz gesorgt, sodass es im Ernstfall vor Gericht schwierig sein dürfte, eine Korruption tatsächlich nachzuweisen.

Eigentlich müsste allein schon diese Debatte bzw. die Verabschiedung des Anti-Korruptionsgesetzes die Leute hellhörig werden lassen, wie unglaublich link es in der Gesundheitsbranche offenkundig zugeht und wie wenig das Wohl der Patienten in Wirklichkeit bei Ärzten und Pharmariesen im Vordergrund steht.

Ein allgemeines Aufwachen ist diesbezüglich jedoch leider nicht zu erwarten, da sich Mediziner und Pharma aufgrund des enormen Vertrauens seitens der Patienten ihnen gegenüber praktisch alles erlauben können, ohne dass sie auch nur ansatzweise Verdacht schöpfen. Dieser blinde Glaube reicht sogar bis hin zur systematischen und freiwilligen Tötung von Menschen.

Neue Artikel kostenlos per E-Mail erhalten:

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on VKEmail this to someonePrint this page

2 Kommentare

  1. Der Vergleich mit dem Auto ist etwas unglücklich, da die einen Konstrukteure Menschen sind, der andere „Konstrukteur“ aber der Herrgott ist! Die Ärzte begehen gleichsam „Urheberverletzung“, so als hätten sie den Menschen erfunden…
    Auch hier, im gesamten Überbau des Gesundheitswesen stinkt der Fisch von Kopf her. Vor Jahren schon habe ich in einer Tageszeitung etwas über die Schmiergeldzahlungen an Universitäten und Professoren bezüglich der Matrikulationsgebühren der angehenden Ärzte gelesen. Die Numerus Clausi müssen zudem offenbar auch gekauft werden! So sei lt. dieses Berichts in der Zeitung, das Westfalenblatt war es, meine ich, die gezahlte Summe durch den Kommilitonen, bzw. seiner Eltern entscheidend für seinen Abschluss an der Universität. Die „Hausnummern“ lagen je nach gewünschtem Endergebnis zwischen 50.000-250000Euro, je nach gewünschtem Endergebnis im Diplom! -Wenn von solchen Dingen schon in allgemeinen Medien berichtet wurde, kann man sich leicht vorstellen, dass es in allen Bereichen so läuft. Man sollte immer im Hinterkopf haben, ein gesunder Patient nützt denen genauso wenig wie ein toter. Also was machen die Weißkittel?-Sie halten den Patienten gewissermaßen in der Schwebe und immer neue Krankheiten werden erfunden/gefunden. Der Patient(kommt von duldsam sein) ist für alle Beteiligten eine Geldschneidemaschine …

  2. Was bringt den Doktor um sein Brot ? a. Die Gesundheit b. Der Tod.
    Drum hält er Dich auf daß er lebe Dich zwischen beiden in der Schwebe.
    Gedicht von Eugen Roth

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*