Ein unmögliches System steht Kopf: Das Finanzgebilde in seiner letzten Phase

Lupo / pixelio.de

Zitat von www.manager-magazin.de:

Wer sein Geld bei der Bank deponiert, bekommt plötzlich keine Zinsen mehr, er muss welche zahlen. Und wer sich auf der anderen Seite Geld von der Bank leiht, braucht keine Zinsen mehr zu zahlen – er bekommt sie seinerseits von der Bank gutgeschrieben.

[…]

Irgendwann dürfte zudem der Punkt erreicht sein, an dem Bankkunden nicht mehr bereit sind, negative Zinsen zu zahlen. Dann könnten sie im großen Stil die Filialen entern und ihre Ersparnisse von den Konten räumen.

Kommentar von crash-news.com:

Würden Sie freiwillig jemandem Ihre Ersparnisse leihen, nur um sie später mit einem deutlichen Abschlag wiederzubekommen? Kein normaler Mensch käme auf die Idee, eine derartige Anlageform zu präferieren und doch ist der Markt für Staatsanleihen nicht etwa tot, sondern die besonders auf Sicherheit bedachten Sparer kaufen jetzt für viel Geld „Bunds“ und werden in fünf Jahren spürbar weniger zurückzuerhalten.

Was die meisten Bürger auch heute noch nicht wissen oder mitunter einfach nicht wahrhaben wollen ist die Tatsache, wie unser Geldsystem funktioniert. Praktisch niemand stellt sich die Frage, woher eigentlich unser Geld kommt. Darauf angesprochen antworten viele Befragte mit „von der Bank“.

Doch das ist natürlich keine wirkliche Antwort. Schließlich kommt das Wasser aus dem Hahn ja nicht einfach nur vom örtlichen Wasserturm, sondern muss zunächst dorthin gepumpt werden und stammt zuvor aus Quellen oder unterirdischen Trinkwasserreservoirs. Was hier jedem sofort klar ist und elementares Allgemeinwissen darstellt, fehlt hinsichtlich der Geldentstehung dafür umso mehr.

All unser Geld entstand faktisch aus dem Nichts. Es handelt sich lediglich um Kredit. Würden alle Schulden der Welt zurückbezahlt, gäbe es kein Geld mehr. Allerdings ist diese Rückzahlung nicht einmal theoretisch möglich, da die für die Geldverleihung geforderten Zinsen fehlen. Wir hantieren also faktisch mit einem unmöglichen Geldsystem und niemand stört sich offenbar ernsthaft daran.

Derartige Schneeballsysteme leben davon, dass sie immer weiter expandieren, da sie ansonsten recht schnell kollabieren. Klar, denn zur Tilgung fällige Schulden werden von den Banken nach Ende der Laufzeit eingefordert und löschen das zuvor geschaffene Geld einfach wieder aus, aber die kontinuierlich bezahlten Zinsen wurden bei der ursprünglichen Schöpfung des Kredits eben nicht mit erschaffen und fehlen im System.

Jeder Kredit benötigt deshalb für seine Rückzahlung mehr Geld, als überhaupt geliehen wurde. Um den Geldfluss nicht plötzlich abebben zu lassen, muss daher ständig frisches Geld in Form neuer Schulden erzeugt werden und zwar aus sprichwörtlich dünner Luft – freilich geschieht das trotzdem nur gegen die Gabe eines realen Pfands.

Sind eines Tages die allermeisten Güter verpfändet oder die Geldschöpfung gerät aus Gründen wirtschaftlicher Stagnation ins Stocken, bahnt sich schnell eine Katastrophe an: Nicht bloß allein können Schuldner ihren Verbindlichkeiten nicht mehr nachkommen und verlieren somit ihre Pfandwerte an die Banken, dem gesamten Geldsystem geht ruckzuck die Luft aus und es droht die Gefahr, dass die Menschen den eingebauten Fehler im hinterhältigen Bänker-Spiel plötzlich entdecken.

Es muss deshalb ein Weg gefunden werden, um den Geldfluss in Bewegung zu halten. Indem die Zentralbanken jetzt Negativzinsen erheben für geparktes Geld versuchen sie, diesen Effekt zu erreichen. Solange es jedoch Bargeld gibt, wird dieses Vorhaben scheitern, da die Menschen ihre Ersparnisse dann eben nicht mehr auf der Bank, sondern unter dem Kopfkissen horten.

Nicht zufällig erleben wir gerade einen unglaublich massiven Angriff auf das Bargeld. Politik und Finanzinstitutionen überbieten sich derzeit mit lächerlichen Argumenten, warum der größte Euroschein unbedingt ganz schnell abgeschafft und für Barzahlungen umgehend eine Höchstgrenze eingeführt werden muss.

Gibt es nämlich kein Geld in Form von Scheinen und Münzen mehr, sondern ausschließlich elektronische Bezahlmöglichkeiten und virtuelles Geld, können negative Zinsen ganz leicht durchgesetzt werden. Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass diese Maßnahmen noch rechtzeitig kommen, um das Geldsystem vor dem unweigerlichen Kollaps zu bewahren. Es sei denn, hier wird bald mit einer künstlich inszenierten Krise bzw. einem Ereignis nachgeholfen, diese Pläne im Eiltempo oder gar über Nacht durchzudrücken.

Ob das der Fall ist und von langer Hand so geplant war, wird sich erweisen müssen. Eher scheint es sich um eine panische Reaktion der Finanzakteure zu handeln, welche auf diese Weise versuchen, das sich dem Ende zuneigende Geldsystem vorübergehend noch etwas länger am Leben zu erhalten, weil womöglich nicht alles so glatt verläuft, wie es angedacht war.

Dieser Versuch ist jedoch sehr riskant. Schon der kleinste Fehler kann das sterbende Finanzgebilde abrupt zum Einsturz bringen: Die Durchsetzung von deutlich negativen Sparerzinsen für Endkunden etwa würde spontan Massen von Leuten zu einer Art Bankrun treiben und in einem unmittelbaren Zusammenbruch jedes angeblich stabilen Instituts münden.

Was auch immer hier gespielt wird, wir befinden uns im letzten Akt dieses Theaterstücks. Leider gibt es für die Masse kein glückliches Ende, wie üblich gewinnt nämlich allein die Bank. Nur wer sich bereits heute mit seinen Ersparnissen aus dem Geldsystem verabschiedet hat, kann zumindest diesbezüglich ruhig schlafen, denn das davon gekaufte Gold und Silber sind immun gegen den Kollaps.

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Ein Kommentar

  1. In Regierungskreisen bereitet man sich derzeit intensiv auf die Rückkehr der europäischen Staatsschuldenkrise vor. Neue Pläne zur Bewältigung der europäischen Staatsschuldenkrise sehen vor, dass zuerst Besitzer von Staatsanleihen in Haftung genommen werden sollen, bevor der ESM beansprucht wird. In deutschen Regierungskreisen kursieren Pläne, nach denen Halter von Staatsanleihen zu einer Haftung im Krisenfall heranzogen werden sollen. Der deutsche Ökonom und Wirtschaftsweise Peter Bofinger warnt laut einem Bericht der britischen Tageszeitung The Telegraph vehement vor solchen „Bail-in“-Plänen. Er sagt: „Das ist der schnellste Weg, die Eurozone zu sprengen.

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