„Nicht in Sicherheit wiegen“: Vorsorge für längerfristigen Stromausfall wichtig

Frank Ulbricht / pixelio.de

Zitat von www.freiepresse.de:

„Wir sollten uns nicht in Sicherheit wiegen“, sagte der Ex-Landwirtschaftsminister des Freistaats wörtlich. Ein Vorrat an Speisen und Getränken gehöre daher in jeden Haushalt, riet Kupfer. Wenn der Strom mehrere Tage ausfalle, könne auch kein Supermarkt mehr öffnen.

[…]

Nicht nur Saboteure wie aktuell auf der Krim, sondern auch Fehler wie 2006 bei der Abschaltung einer Höchstspannungsleitung im Emsland könnten die Netzstabilität gefährden. Eine große Herausforderung sei auch die rasant wachsende Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen, die die Netze überlaste.

Kommentar von crash-news.com:

Wie der jüngste Anschlag auf die Stromversorgung der Krim-Halbinsel zeigt, bedrohen Terroristen unser Leben nicht nur mittels Maschinengewehren, sondern das Kappen der Energieversorgung stellt eine ebenfalls sehr hohe Gefahr dar, die fast immer massiv unterschätzt wird. Haben Sie für diesen Fall bereits vorgesorgt oder vertrauen Sie lieber der Regierung?

Ein Mensch kann etwa 30 Tage ohne Nahrung, drei Tage ohne Wasser und maximal drei Minuten ohne Sauerstoff überleben, so lauten üblicherweise die Grenzwerte des Lebens. Obwohl Strom nicht lebensnotwendig ist, dürfte sein längerfristiger Ausfall trotzdem für einen nicht unerheblichen Teil der Menschen durchaus letale Folgen haben. Nur leider ist sich dessen kaum jemand bewusst.

In vielen ländlichen Gegenden, wie beispielsweise in abgelegenen Dörfern im Schwarzwald, sind es die Leute selbst heute noch gewohnt, dass der Strom insbesondere bei einem Sturm oder Gewitter kurzzeitig ausfällt. Meist bleibt es lediglich bei wenigen Minuten bis höchstens ein paar Stunden Dunkelheit und die Bürger schauen solange eben bei Kerzenlicht Fernsehen.

Doch bliebe der Strom einmal für Tage oder gar Wochen weg, würden selbst die an kurzzeitige Ausfälle gewöhnten Menschen schnell in Schwierigkeiten geraten. Der Verlust des knappen Gefrier- und Kühlschrankguts stellt, ob nun im Schwarzwald oder mitten in Berlin, dabei sicherlich den geringsten Schaden dar. Wesentlich verheerender sind ganz andere Folgen.

Kracht es auf den Kreuzungen mangels funktionierender Ampeln und kann trotzdem noch irgendwie per Mobiltelefon der Notarzt gerufen werden, zumindest in den ersten Stunden nach dem Ausfall, gibt es in den meisten Krankenhäusern eine Notstromversorgung, sodass alles scheinbar seinen gewohnten Gang geht. Wenigstens dort und für einige Zeit lang.

Bleibt eine Stadt oder Region nämlich für mehrere Tage stromlos, wird es ganz schnell eng. Auch der Diesel dieser Notstromaggregate muss schließlich mit elektrischen Pumpen in Lkws geladen werden und der Kraftstofftank der Fahrzeuge füllt sich an den Tankstellen ebenfalls nur, solange Strom fließt. Dasselbe gilt genauso für alle anderen Lkw, etwa diejenigen, welche für die Just-in-time-Lieferungen der Supermärkte und der Industrie zuständig sind.

Selbst wenn ein Supermarkt es irgendwie schaffen würde, seine Lebensmittel aus weit entfernten Regionen heranzukarren, im Dunkeln und ohne elektronische Kassen lässt sich weder etwas verkaufen noch die Eingangstüre öffnen. Auch kämen die Kunden nicht mehr unbedingt dorthin, weil deren eigene Fahrzeuge ebenso elektrisch betankt werden müssen.

Gelingt es den Bürgern dennoch, etwas zu Essen einzukaufen – natürlich nur mit Bargeld, was sie jedoch vor dem Stromausfall abgehoben hatten -, stehen sie vor dem nächsten Problem: Kochen ohne Strom ist bei den meisten unmöglich, heizen genausowenig. Und je nach örtlicher Versorgungstechnik kommt dann schon bald nicht einmal mehr Wasser aus der Leitung.

Alles in Allem bedeutet Strom für uns heute eine Art zusätzlicher „Sauerstoff“, ohne den weder unser Haushalt noch das öffentliche Leben noch die Wirtschaft funktionieren. Grund genug also, sich wie die sächsische Gemeinde mit dem zwar unbequemen, aber durchaus denkbaren Szenario eines längeren Blackouts zu befassen.

Schließlich weiß niemand, ob nicht auch in der BRD plötzlich Terroristen auf die Idee kommen, Hochspannungsmasten zu sprengen oder – wesentlich wahrscheinlicher – uns die alternativlose Energiewende, welche uns ebenfalls von einer besonderen Art Terroristen untergejubelt wurde, in die längerfristige Dunkelheit und damit zurück in vorindustrielle Zeiten katapultiert.

Darüber hinaus zeigt das Geschehen in Brüssel der letzten Tage, wie schnell unschöne Umstände entstehen und uns zum Zuhausebleiben zwingen. Gilt solch ein Zustand für unser ganzes Land, wird die Gefahr eines großen Stromausfalls akut, weil selbst die Mitarbeiter der Netzbetreiber, welche täglich zigmal manuell eingreifen müssen, um unser Netz vor dem „Öko“-Zappelstrom zu schützen, nicht mehr zur Arbeit können.

Der Kern der Vorsorge für einen tage- oder gar wochenlangen Stromausfall liegt jedoch weniger in der Anschaffung eines Notstromaggregats und einem Satz Batterien für die Taschenlampen, wie die meisten glauben. Viel wichtiger ist es, sich darüber ernsthafte Gedanken zu machen, wie allerwenigstens Essen, Trinken und Heizung für längere Zeit ohne Strom für die eigene Familie sichergestellt werden können.

Diese Frage ist nicht trivial und bedeutet auch einiges an Investitionen, die aber von den persönlichen Vorlieben und der Bereitschaft abhängen, im Ernstfall weitreichende Einschränkungen der Lebensqualität hinzunehmen. Ganz wichtig ist, sich genau zu überlegen, welche Bereiche des eigenen Lebens von einer derartigen Katastrophe alle betroffen sind, denn ohne das real zu erleben, übersehen wir möglicherweise einige elementare Punkte.

Manchmal hilft zur Zielfindung sogar erst, die Hauptsicherung der eigenen Wohnung für einige Stunden herauszudrehen, um zu erkennen, dass Fernsehschauen bei Kerzenlicht nicht romantisch, sondern eben gar nicht möglich ist. Mit Sicherheit leben nicht wenige Menschen in unserem Land, denen diese Zusammenhänge tatsächlich nicht klar sind.

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Share on VKEmail this to someonePrint this page

Neue Artikel kostenlos per E-Mail erhalten:

Das könnte Sie auch interessieren:

Wieder Stromausfall: Bekommt Indien jetzt auch die Energiewende? Da hilft jetzt nur noch eines: Schnellstmöglich muss Indien mit Propellern und Solarpanelen zugepfla...
EU-Terror: Brüssel droht schon wieder wegen Vorratsdatenspeicherung Es gibt ihn also, den letzten Grund, warum die FDP doch noch eine Berechtigung für eine kleine Teilh...
Griechenland: Der nächste Schuldenschnitt wird wieder „alternativlos“... Ein weiterer Schuldenschnitt für Griechenland? Definitiv nein, so behauptete jüngst unser Finanzmini...
Handy-Spar-Tarif - Endlos günstig, gut fürs Smartphone 9 Cent pro Minute in alle dt. Netze
9 Cent pro SMS in alle dt. Netze
Kostenlose Mailbox
Jetzt Energiekosten senken Mit Verivox vergleichen Sie kostenlos alle Energieanbieter in Deutschland. Sparen auch Sie bis zu 500 Euro und mehr pro Jahr.

2 Kommentare

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*