Bankrun in Griechenland – Kapitalverkehrskontrollen und Bankenschließungen drohen

FreeImages.com/Walter Groesel

Zitat von www.handelsblatt.com:

Die Bargeld-Abhebungen in Griechenland haben sich in den vergangenen Tagen beschleunigt, die EZB tagt in einer Not-Konferenz zur Lage der Geldhäuser. Die Lage der griechischen Banken spitzt sich zu.

[…]

EZB-Direktor Benoit Coeure habe auf die Frage, ob die griechischen Banken am Freitag öffnen könnten, gesagt: „Morgen ja. Montag – ich weiß es nicht.“

Kommentar von crash-news.com:

Der Euro ist jetzt endgültig angezählt, Griechenland steht vor der unmittelbaren Pleite. Zwischen Montag und Mittwoch dieser Woche sollen die Sparer in Hellas rund zwei Milliarden Euro von ihren Konten abgehoben haben und allein am Donnerstag eine weitere Milliarde. Die EZB befürchtet nun, dass am kommenden Montag die griechischen Banken gar nicht mehr öffnen werden. Die Anti-Bargeld-Propaganda kam offensichtlich zu spät.

Seit Wochen jagen die gleichgeschalteten Medien die neue Sau der Bargeldabschaffung durch die Dörfer. Auftragsschreiberlinge, Ökonomen und andere selbsternannte “Experten” versuchen, uns das rein virtuelle Geldsystem von Morgen schmackhaft zu machen. Als Begründung werden uns insbesondere die angeblich niedrigeren Kosten, die Sicherheit sowie der Kampf gegen Steuerhinterziehung und andere kriminelle Machenschaften genannt.

In Wahrheit steckt jedoch etwas völlig anderes hinter dieser Kampagne. Was gerade in Griechenland geschieht, war abzusehen, allerdings hatten die Eurokraten offenbar nicht mit derlei sturem und selbstmörderischem Verhalten der Athener Kommunisten Tsipras und Varoufakis gerechnet. Diese pokern nämlich tatsächlich so hoch, dass sie bereit sind, für ihre Ziele den Euro und die gesamte Eurozone zu opfern, falls ihnen keine weiteren Milliarden geschenkt werden.

Gäbe es zum jetzigen Zeitpunkt gar kein Bargeld mehr, müsste die EZB auch keine Notkonferenz abhalten, um die griechischen Banken durch die Hintertür vor dem unmittelbaren Kollaps zu retten. Ein Bankrun, wie er gerade in dem Pleiteland abläuft, könnte dann höchstens noch elektronisch stattfinden und im Ernstfall mittels Kapitalverkehrskontrollen direkt eingedämmt werden.

Warum ist ein Bankrun überhaupt gefährlich für eine Bank? Entgegen der landläufigen Meinung, die Geldinstitute würden lediglich die von ihren Kunden eingezahlten Einlagen an andere Kunden als Kredite verleihen, schöpfen sie nämlich aus sprichwörtlich dünner Luft immer neues Geld.

Sie sind deshalb nicht in der Lage, sämtlichen Kunden ihre Sparguthaben auf einmal auszuzahlen, weil das dazu erforderliche Geld schlichtweg nicht in bar vorhanden ist. Normalerweise stellt diese Tatsache kein Problem dar, wollen jedoch wie derzeit auf einen Schlag viele Kunden jeweils sehr viel Bargeld in kurzer Zeit abheben, kann das die Finanzlage von Banken derart verschlechtern, dass im schlimmsten Fall die Insolvenz eintritt.

Doch warum ist das so? Kann nicht einfach soviel Bargeld gedruckt werden, wie in einem solchen Fall benötigt wird? Sofern die Bankenbranche samt Zentralbank sich nicht vollständig diskreditieren möchte, ist das nicht möglich, es gelten schließlich entsprechende Regeln. Bargeld darf nur die Zentralbank drucken und sie “verkauft” es den Geschäftsbanken gegen deren Eigenkapital wie reale Werte oder Gold.

Eigentlich sollte diese Tatsache der Geldschöpfung aus dem Nichts jedem sofort die Augen öffnen, denn dasselbe Prinzip würde nirgendwo in der Realwirtschaft funktionieren, ohne unmittelbar aufzufallen oder als Betrug verboten zu werden.

Als Beispiel sei ein Reifenhändler betrachtet, der seinen Kunden im Herbst die Winterreifen aufzieht, wobei er die Reifen den Sommer über bei sich einlagert. Was würde wohl geschehen, wenn Sie erst spät an das Umrüsten denken würden und der Händler Ihnen dann mitteilt, er hätte keine Winterräder mehr übrig, obwohl er die Ihrigen ja im Frühjahr eingelagert hatte?

Der Vergleich ist nicht ganz passend, doch er demonstriert, woran das Geldsystem krankt: In Wirklichkeit existiert gar nicht soviel “echtes” Geld, also Bargeld, wie die Sparer auf ihren Konten eingezahlt haben. Das Problem liegt aber nicht darin begründet, dass einfach nur zu wenig gedruckte Banknoten vorhanden wären. Diese ließen sich schließlich bei Bedarf beliebig drucken.

Der eigentliche Kern der Problematik erschließt sich erst beim etwas tieferen Blick in das Wesen der Geldschöpfung, denn dort erkennen wir, wie Geld entsteht: Aus dem Nichts. Jede Geschäftsbank kann nahezu unbegrenzt “Geld” schöpfen, sofern sie einen Kreditnehmer findet, welcher bereit ist, eine reale Sicherheit gegen ein Sichtguthaben auf seinem Konto einzutauschen, beispielsweise eine Immobilie, und sofern sie die entsprechende Mindestreserve in Höhe von zwei Prozent bei der Zentralbank für dieses frische “Geld” hinterlegt.

Sichtguthaben sind jedoch kein Geld im eigentlichen Sinne, sie stellen lediglich eine Forderung gegenüber der Bank dar, ein Zahlungsversprechen sozusagen. Der äquivalente Gegenwert in Form von Bargeld existiert überhaupt nicht, da sich die Geschäftsbank dieses nicht für die zwei Prozent Mindestreserve bei der Zentralbank “kaufen” kann, wie es bei neuen Krediten geschieht, sondern stattdessen den vollen “Preis” dafür bezahlen muss, aus ihrem Eigenkapital.

Dieses ist aber im Vergleich zu den gewährten Kundenkrediten in Form von Buchgeld lächerlich gering und deshalb geraten Banken grundsätzlich sofort in gefährliche Schieflage, wenn sich nur bereits ein paar wenige Prozent aller Kunden ihre Sichteinlagen in bar ausbezahlen lassen wollen.

Insofern ist die im Artikel genannte Maßnahme, einen Bankrun durch stetigen Bargeldfluss zu stoppen bzw. die Bank vor dem damit verbundenen Kollaps zu schützen, unsinnig. Ist die Bank nicht mehr in der Lage, sich Bargeld einzukaufen, ist sie pleite. Hilft die Zentralbank ihr trotzdem weiterhin aus, stellt dies den Straftatbestand der Insolvenzverschleppung dar.

Indem die EZB den griechischen Geschäftsbanken weitere Notfall-Kreditlinien, genannt ELA, einräumt, versuchen die Machthaber zweifellos, das System vor dem Zusammenbruch zu retten und es ist mehr als wahrscheinlich, dass es sich hierbei um illegale Mogeleien handelt.

Wir dürfen gespannt sein, was demnächst geschieht, denn eine europäische Notenbank sieht den Termin für den Sondergipfel am Montag bereits als zu spät an. Schließen die Banken in Griechenland jetzt tatsächlich, ist Feuer unterm Eurodach und eine gewaltige Schockwelle dürfte sich in Kürze weltweit in Gang setzen. Selbst die Chefin der Federal Reserve der USA, Janet Yellen, hat gerade vor diesem Szenario gewarnt.

Wer diese Art von Spektakel liebt, kommt vermutlich schon bald auf seine Kosten, ebenso all jene, welche unseren sogenannten Volksvertretern den massiven Ausbruch von Angstschweiß gönnen. Aber freuen Sie sich nicht zu früh: Verletzte Raubtiere sind hoch aggressiv und werden alles, wirklich alles tun, um ihr Revier bis zum Tod zu verteidigen.

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2 Kommentare

  1. Kein Problem. DIe Eurokraten werden sicherlich die Gunst der Stunde nutzen um auch die Bank-Runs gesetzlich zu verbieten wie in den USA vor ein paar Jahren bereits geschehen. Denn der Große ist unser ganz großes Vorbild:
    https://antilobby.wordpress.co...d-abheben/

    Die Eurokraten bereiten den EU-Bürger darauf vor, dass die Banken die komplette Vollmachten erhalten um Einlagensicherungen nicht garantieren, Zugriffe auf die Konten der EU-Bürger legalisieren und eine Bail-In Klausel wurde bereits mit dem Inkrafttreten der Bankenunion ab Januar 2015 durchgesetzt. Das heißt im Notfall haftet der Sparer für Banken, falls die Banksters sich in ihren Spielcasino verspekulieren…
    Willkommen in der EUDSSR des 21-sten Jahrhunderts

    http://deutsche-wirtschafts-na...te-banken/
    http://deutsche-wirtschafts-na...onten-vor/
    http://deutsche-wirtschafts-na...sicherung/

  2. Die Banken sind schon lange am Ende und das Europaweit !!! Die Banken können nunmal bei einer Nullzins Politik nichts mehr verdienen. Sparer räumt eure Konten in der EU sonst haltet Ihr die Banken bald am Leben mit Negativzinsen und Bail in (Siehe Bankenunion)

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