Crash-Vorbote: Aufhebung des Franken-Mindestkurses bringt Finanzsystem ins Wanken

FreeImages.com/Walter Groesel

Zitat von www.handelsblatt.com:

Der Moment sei richtig gewesen, das Kursziel von 1,20 Franken je Euro aufzugeben, sagte Jordan. Ein Festhalten an dem Kursziel hätte auf lange Sicht keinen Sinn ergeben. „Der Ausstieg musste überraschend erfolgen“, erklärte er.

[…]

Ökonomen sehen einen engen Zusammenhang zwischen der Entscheidung der Schweizer Notenbank und der Aussicht auf eine neue Geldspritze der Europäischen Zentralbank.

Kommentar von crash-news.com:

Völlig überraschend für die Märkte hat die Schweizerische Nationalbank SNB ihren Mindestkurs gegenüber dem Euro aufgegeben und hiermit große Wallungen im europäischen Währungssystem verursacht. Binnen Minuten sank der Wechselkurs von 1,20 auf 0,86 Franken für einen Euro. Inzwischen hat er sich etwa bei Parität zwischen beiden Währungen stabilisiert. Doch der Vorfall zeigt, wie schnell das Ungemach kommt, wenn es kommt und dass noch mehr davon kommen dürfte.

Die SNB hat jetzt das Richtige getan, nachdem sie zuvor drei Jahre lang das Falsche praktizierte. Der quasi fixierte Umtauschkurs zwischen dem Franken und dem sterbenden Euro zog die Schweizer Währung unweigerlich mit in den Abgrund. Da die EZB wahrscheinlich bereits in Kürze damit beginnen wird, unbegrenzt Staatsanleihen von Pleiteländern aufzukaufen, war der Schritt die letzte Möglichkeit, sich von diesem Währungsselbstmord abzukoppeln.

Allerdings hat diese Entscheidung auch ihren Preis, denn die zwischenzeitlich auf knapp 250 Milliarden Euro angehäuften Devisen-Reserven der SNB sind natürlich zeitgleich um denselben Faktor entwertet worden, sodass innerhalb weniger Minuten fast 50 Milliarden Franken vernichtet wurden, was in etwa zehn Prozent des Schweizer Bruttoinlandsprodukts entspricht.

Ohne diesen Schritt wäre es jedoch mittelfristig noch teurer für die Schweizer gekommen, da EZB-Chef Draghi klar darum bemüht ist, den Euro in den Abgrund zu jagen. So wählten die Zentralbanker in Zürich offenbar lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

Was dieser Vorfall unabhängig von den hohen Kosten, welche wie immer schlussendlich die Bürger tragen müssen, außerdem sehr deutlich macht, ist sein Erscheinen aus dem sprichwörtlichen Nichts. Natürlich hatten aufmerksame Marktbeobachter einerseits schon lange mit einer solchen Reaktion gerechnet, die SNB musste schließlich eines Tages die Reißleine ziehen, aber selbst für sie kam die Entscheidung sicherlich überraschend.

Die Zentralbanken besitzen insofern eine ungeheure Macht, welche nicht nur spontan sämtliche Märkte völlig durcheinanderwirbeln kann, sondern sie sind sogar in der Lage, mit einem sprichwörtlichen Federstrich Milliarden zu zerstören – selbstverständlich genauso Billionen und Billiarden, sofern vorhanden.

Im Umkehrschluss bedeutet dies für den kleinen Bürger aber auch: Er ist diesen Herrschaften auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Wer hindert eigentlich einen Mario Draghi daran, beliebig viel buntes Papier zu drucken und in Umlauf zu bringen? Und wer hindert ihn gar daran, dem Euro über Nacht den Garaus zu machen? Richtig, niemand.

Um Spekulanten gar nicht erst auf dumme Gedanken zu bringen und die Folgen solcher weitreichenden Entscheidungen wie eben der Aufhebung des Mindestkurses somit nicht noch zu verschlimmern, müssen sie zwingend im Geheimen geplant und ohne vorherige Ankündigung umgesetzt werden. Nur so können die Auswirkungen einigermaßen begrenzt werden.

Dasselbe gilt ebenfalls für alle anderen Maßnahmen, zu welchen Zentralbanken in der Lage sind. Beispielsweise würde eine Währungsreform keinesfalls vorangekündigt. Dies hätte zum einen nämlich den Effekt, dass sich schnell Profiteure einfinden würden, um damit Kasse zu machen. Zum anderen würde umgehend eine Massenflucht einsetzen, welche entweder einen vorzeitigen Währungskollaps auslösen oder die beabsichtige Wirkung der Währungsreform so gut wie zunichte machen könnte.

Wer eins und eins zusammenzählen kann, dem müsste spätestens jetzt mit diesem Schritt der SNB klar geworden sein: Niemand sollte sich in Sicherheit wiegen. Große Finanzmarktschwankungen, Währungsreformen oder auch ein katastrophaler Crash des gesamten Finanzsystems sind nicht nur grundsätzlich möglich und aufgrund der verheerenden Situation in der Eurozone bzw. im globalen Währungssystem sehr wahrscheinlich, sondern sie kommen außerdem vollkommen überraschend und mit fatalen Folgen.

Wer bis zu einem solchen Zeitpunkt nicht rechtzeitig vorgesorgt und sein gesamtes Vermögen aus den Banken abgezogen und in reale Werte wie Gold und Silber umgewandelt hat, dem wird in diesem Fall außer leeren Konten, wertlosen Anlagepapieren und blinder Wut auf die Verantwortlichen nicht viel bleiben. Wollen Sie wirklich weiterhin abwarten, ob tatsächlich das geschieht, wovor viele Beobachter seit Jahren warnen? Viel Glück dabei.

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