Der Rubel rollt immer schneller in den Abgrund: Inflation in Russland jagt davon

Dieter Schütz / pixelio.de

Zitat von www.n24.de:

Angesichts des weiter abwärts taumelnden Rubel muss sich die russische Bevölkerung weiter auf steigende Preise einrichten. Im März oder April könnte die Inflationsrate im Vergleich zum Vorjahr zwischen 15 und 17 Prozent liegen […].

[…]

Wirtschaftsminister Alexej Ulukajew rechnet unterdessen mit einer Herabstufung der Kreditwürdigkeit seines Landes auf Ramschniveau.

Kommentar von crash-news.com:

Während bei uns die Preise an den Tankstellen in den letzten Monaten erfreulicherweise deutlich sanken, blieb das Preisniveau ansonsten überall unverändert hoch. Zwar wird uns offiziell nur von einer Minimalinflation im Lande berichtet, aber jeder weiß, dass dies nicht der Wahrheit entspricht. In Russland dagegen leiden die Menschen bereits unter einer zweistelligen Inflationsrate, die im Frühjahr auf bis zu 17% ansteigen soll.

Wegen der anhaltenden Manipulation der Ölpreise profitieren die Bundesbürger von sichtbar gesunkenen Spritkosten. Der Bundesregierung kommt diese Entwicklung gerade recht, denn endlich hat sie ein handfestes Argument für die ständige Nullinflationslügerei, die schon längst niemand mehr glaubte.

Bis auf die gesunkenen Ausgaben an der Tankstelle hat nämlich niemand wirklich Grund zur Freude, da im Gegensatz zur offiziellen Propaganda der Politik hierzulande nicht ansatzweise die gerne behauptete Deflation herrscht. Außerdem könnte sich das Blatt ganz schnell wieder wenden, wenn kleine Unregelmäßigkeiten ins Spiel kommen sollten.

Dafür genügen bereits geringste weitere politische Instabilitäten im Nahen Osten, da Saudi Arabien in solch einem Fall sein Preisdumping nicht mehr halten könnte. Angenommen, der Ölpreis würde jetzt wieder auf sein vorheriges Niveau von rund 100 Dollar pro Barrel zurückfinden, wäre es ganz schnell vorbei mit der Freude beim Tanken, da der Euro zwischenzeitlich geradezu abgestürzt ist gegenüber dem Dollar.

Auch der Rubel hat gegenüber dem Greenback stark an Wert verloren. Im vergangenen Jahr rutschte die russische Währung um stattliche 41% ab und seit Jahresbeginn 2015 um weitere 16%. Für die dortige Bevölkerung bedeutet das deutlich steigende Preise für sämtliche importierten Güter.

Mit 15 bis 17% Teuerung gegenüber dem Vorjahr rechnet die russische Regierung für das kommende Frühjahr. Das sind zwar noch lange keine bedrohlichen Werte im Bereich einer Hyperinflation, wie die Massenmedien derzeit teilweise titeln, aber für den Durchschnittsbürger und -rentner bedeutet dies dennoch eine Katastrophe.

Selbst im „reichen“ Deutschland wäre eine derartige Preissteigerungsrate von der Mehrheit der Bevölkerung kaum zu bewältigen, ohne drastische Einschnitte zu vollziehen. Vielen Leuten steht schon heute das Wasser bis zum Hals und sie leben quasi von der Hand in den Mund. Etliche andere müssten auf vielerlei unnötigen Schnickschnack verzichten, um genügend Geld für die lebensnotwendigen Dinge übrig zu haben.

Noch müssen wir uns zwar nicht vor russischen Verhältnissen sorgen, da der Euro vergleichsweise „stark“ ist. Allerdings gilt das auch nur in relativer Hinsicht, denn sein Weg in Richtung Parität mit dem Dollar scheint vorgezeichnet. Solange große Teile des Welthandels jedoch weiterhin über den Dollar abgewickelt werden, bewirkt dies eine entsprechend wachsende Teuerung für uns.

Natürlich wird unsere Politik alles dafür tun, damit dies nicht passiert. Aber nicht etwa durch sinnvolle Maßnahmen, sondern allein in Form von weiterer Null-Inflations- oder gar Deflationspropaganda. Etwas anderes können diese Berufslügner schließlich nicht.

Wir sollten uns daher besser heute schon darauf vorbereiten, womöglich bald selbst eine ähnliche Entwicklung wie in Russland erleben zu müssen. Gegen die Folgen einer rapide steigenden Teuerung können die Bürger so gut wie nichts tun, lediglich gewisse Vorbereitungen sind möglich und die sollte jeder lange vor dem Beginn der galoppierenden Inflation abgeschlossen haben.

Wer sein Vermögen rechtzeitig in von Währungen unabhängige Sachwerte umgewandelt hat, der wird keine Kaufkraftverluste erleiden. Für diese Art Vorsorge bieten sich Gold und Silber an. Doch das allein ist mitunter nicht ausreichend, es sei denn, jemand ist vermögend genug, um von diesen Rücklagen längerfristig leben zu können.

Das Problem liegt nämlich in der wachsenden Differenz zwischen stagnierendem Einkommen und davonlaufenden Preisen. Bis die Löhne und Gehälter entsprechend nachziehen, wenn sie das überhaupt tun, vergehen lange und bange Monate. Doch genau diese Situation bringt zusätzliches Ungemach durch die entstehende Lohn-Preis-Spirale. Es ist deswegen sinnvoll und wichtig, gleich heute mit dem Einstellen unnötiger Ausgaben und dem Senken von Kosten zu beginnen.

Niemand sollte die derzeitige Entwicklung in Russland als fernes und von uns völlig unabhängiges Problem betrachten, da es bloß noch eine Frage der Zeit ist, wann der Euro die finale Grätsche macht. Der Plan der EZB jedenfalls, solange Geld zu drucken, bis die Inflation richtig in die Gänge kommt, ist bereits der Anfang vom Ende.

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Ein Kommentar

  1. Sorry, aber 2 Mark 60 für einen Liter Sprit ist immer noch extrem überteuert. Und die „anhaltende Manipulation der Ölpreise“ ist das, was seit 2004 stattgefunden hat und jetzt vor Kurzem hoffentlich für immer zu Ende gegangen ist.

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