IWF schlägt Alarm: Niedrige Inflation schade dem Wachstum

Dieter Schütz / pixelio.de

Zitat von www.dw.de:

Die Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, meldet ernsthafte Bedenken an: Die sehr niedrige Inflation könne für die Konjunktur in Europa gravierende Folgen haben […].

[…]

Lagarde rief die Europäische Zentralbank (EZB) dazu auf, ihre großzügige Geldpolitik fortzusetzen. Die EZB versucht unter anderem mit äußerst niedrigen Zinsen, die Teuerungsrate im Euroraum nach oben zu treiben.

Kommentar von crash-news.com:

IWF-Chefin Christine Lagarde lebt eindeutig in einer fernen, fremden Welt, darauf deuten jedenfalls ihre Äußerungen bezüglich der realen und der erwünschten Inflationsrate hin. Nicht nur verkennt sie die tatsächliche Geldentwertung, sondern sie fordert die EZB auch noch dazu auf, mit ihrer hemmungslosen Gelddruckerei fortzufahren. Die “niedrige” Inflation schade ansonsten dem Wachstum.

Offiziell herrscht in der Eurozone nur eine Inflation von 0,5%. Die staatlichen Zahlenjongleure leisten dabei wirklich hervorragende Arbeit, um die systematische und völlig ungerechtfertigte Geldmengenausweitung durch die Europäische Zentralbank quasi nicht-existent und zeitgleich alternativlos erscheinen zu lassen.

Doch die Realität für die Bürger sieht natürlich ganz anders aus. Lohn- und Einkommenssteigerungen erhalten die meisten seit etlichen Jahren kaum mehr, bereits seit vielen Jahren müssen sich die Arbeitnehmer allein damit zufrieden geben, überhaupt noch einen Arbeitsplatz zu haben und werden auf diese Weise mit ihren Forderungen nach einer Erhöhung regelmäßig zur Tür verwiesen.

Gleichzeitig steigen die Lebenshaltungskosten unaufhörlich. Selbstverständlich werden eben jene von den staatlichen Statistik-Tricksern ganz bewusst in Richtung Bedeutungslosigkeit gewertet und parallel dazu beispielsweise sinnloser Elektronikproduktkonsum bewusst übertrieben einkalkuliert, sodass sich unter dem Strich diese angeblich niedrige Inflationsrate ergibt.

Tatsächlich sind in der letzten Zeit lediglich die Treibstoffkosten einigermaßen stabil geblieben. Im Vergleich zum langjährigen Trend dürfen sich Autofahrer und die Transportbranche derzeit also noch etwas erholen. Letztere jedoch wird zusätzlich auf andere Weise ausgepresst, denn die Lkw-Maut gehört schließlich ebenfalls zu den Preistreibern fast sämtlicher Lebensmittel sowie aller Konsumprodukte.

Besonders abenteuerlich sind Lagardes Phantastereien in Bezug auf das Wachstum, denn jenes würde angeblich durch eine hohe Inflation gestärkt. Hierbei kommt wohl lediglich ihr französischer Nationalstolz zum Vorschein, denn das Land steht vor einer wirtschaftlichen Katastrophe. Aus der Perspektive Frankreichs ist die Inflation in der Tat viel zu niedrig, denn der vergleichsweise “harte” Euro – welch irrsinnige Begrifflichkeit – ist für die leistungsschwachen Euro-Länder sicherlich ein Problem.

Genau darin zeigt sich erneut sehr deutlich, wie unsinnig eine gemeinsame Währung nur allein schon für Frankreich, Italien und die BRD ist. Erstere konnten in der Vergangenheit allein deswegen einen relativ hohen Lebensstandard erreichen, weil sie regelmäßig ihre Währungen abwerteten. Mit dem Euro geht das nun nicht mehr, abgesehen davon, dass die Einheitswährung in sich eine Art Abwertung beinhaltet, nur eben leider immer für alle Teilnehmenden gleichzeitig. Wir kennen dieses Problem üblicherweise unter dem Begriff “Teuro”.

Ohne gegenseitige Abwertung läuft es jedoch für die industriell schwachen Euroländer immer schlechter. Deren einzige Hoffnung liegt daher in der lockeren Geldpolitik der EZB. Diese druckt allerdings bereits heute soviel frisches Geld, dass sich die Finanzmärkte damit geradezu vollsaugen. Das Problem ist nur: Wie lange wird das noch funktionieren?

In den USA wird gegenwärtig bereits deutlich, was geschieht, wenn die Inflations-Schleusentore dauerhaft geöffnet bleiben. Zwar herrscht auch dort offiziell eine minimale Inflationsrate, welche jedoch ebenso wie bei uns in keinster Weise die Realität wiedergibt. Noch nie zuvor waren in den USA derart viele Menschen von staatlichen Zuwendungen abhängig wie heute und dennoch behaupten die Statistiker dort, alles wäre in bester Ordnung und schwafeln von Aufschwung. Von hoher Inflation fehle angeblich fast jede Spur.

Wer die Lage dagegen einmal aus Sicht der völlig überschuldeten Staaten und den “Eliten” wie dem IWF versucht zu betrachten, dem wird schnell klar, warum sich Lagarde um jeden Preis eine deutlich höhere Inflation wünscht: Die Schuldenlast der Länder steigt nämlich unaufhörlich, weil die Weltwirtschaft real weiterhin schwer angeschlagen am Boden liegt. Damit steigt auch die Gefahr von Staatsbankrotten, welche eben über eine hohe Inflation noch einige Zeit hinausgezögert werden kann.

Insofern ist verständlich, warum diese Leute “dort oben” sich derart realitätsfern äußern, denn um ihr tägliches persönliches Auskommen müssen sich diese Herrschaften definitiv keinerlei Sorgen machen, im Gegensatz zum Durchschnittsbürger. Trotz allem Verständnis für die Aussagen dieser “Elite”: Deren Lügen sind dennoch in keinster Weise zu tolerieren. Eine derartige Geldmengenausweitung, wie zur Zeit, endet immer in einer Katastrophe.

Neue Artikel kostenlos per E-Mail erhalten:

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Share on VKEmail this to someonePrint this page

Das könnte Sie auch interessieren:

Pleite? Schlechte Wirtschaftslage? Korrupt? Dann schnell in die EU Wer hat noch nicht, wer will nochmal? Hereinspaziert in den Brüsseler Wohltäterverein, es ist noch g...
Ausgerechnet im Urlaub krank? “Experten” haben keine plausible Erklä... Ist es nur Zufall, dass viele Menschen immer ausgerechnet am Wochenende oder im Urlaub krank werden?...
Ganz am Ende gehen die Kinder vor? Eine Karrieregesellschaft am Abgrund Purer Egoismus, rücksichtslose Ellebogenkarriere und grenzenloser Konsum beherrschen die moderne Fra...
Finanztransaktionssteuer: Wilde Panik im Volkstheater Natürlich kann niemand erwarten, dass eine Bundeskanzlerin sich in sämtlichen Belangen der Wirtschaf...

Ein Kommentar

  1. So! Aha – jetzt wird die Geldmenge erhöht.
    Die Giralgeldschöpfung – Geld aus dem Nichts, reicht nicht mehr!
    Gute Nacht Matthes!
    Dann läuft die Enteignung bald auf vollen Touren!
    Diese EU-Verbrecher!
    Die Einzigen, die sich keine Sorgen machen, sind die
    Politdarsteller. Die erhöhen sich einfach wieder die “Diäten!”
    Mal so um 10 oder 15 %!
    Die Arbeitnehmer bekommen grad mal 1,5 %!

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*