Verraten im eigenen Land: BND – der leibhaftige Bundestrojaner

Dieter Schütz / pixelio.de

Zitat von www.zeit.de:

Der BND hat jahrelang den wichtigsten deutschen Datenknoten in Frankfurt am Main angezapft. Einen Großteil des Materials hat laut Medienberichten die NSA bekommen.

[…]

BND und NSA hätten für die groß angelegte Ausspähaktion vereinbart, dass Daten von deutschen Staatsbürgern nicht übermittelt würden. Vor allem Telefonate sollen aber direkt in die Computer der NSA geleitet worden sein.

Kommentar von crash-news.com:

Von den unglaublichen Machenschaften der NSA, dem größten staatlichen Spionagenetzwerk der Welt unter der Herrschaft der selbsternannten Weltpolizei USA, wissen wir dank Edward Snowden schon länger. Doch der eigentliche Skandal ist gar nicht dieser allgegenwärtige US-Überwachungsterror, sondern vielmehr, dass unser eigener Geheimdienst diesem perversen Verein auch noch unmittelbar Schützenhilfe leistet.

Wussten Sie eigentlich schon, dass jedes Datenpaket im Internet eine eindeutige Kennung trägt, ob der jeweilige Absender bzw. Empfänger die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt oder nicht? Eine wirklich erstaunliche Technik steckt dahinter, denn obwohl Sie Ihren Internet-Endgeräten noch niemals Ihren Pass gezeigt haben, wissen diese trotzdem, ob Sie Deutscher sind oder nicht.

Sie haben noch nie davon gehört? Nun, das dürfte wohl daran liegen, dass dies auch nicht der Wahrheit entspricht. Doch genau das behaupten BND und NSA, wenn sie uns weismachen wollen, dass bei ihrer systematischen Lauschaktion direkt am Frankfurter DE-CIX “Daten von deutschen Staatsbürgern nicht übermittelt” worden seien. Über diesen größten und zentralen Internetknoten wird ein erheblicher Teil des Internetverkehrs im Lande abgewickelt.

Offiziell sei diese konkrete Zusammenarbeit jedoch bereits 2007 eingestellt worden, angeblich wurde den Beteiligten die Sache nach dem offiziellen Start drei Jahre zuvor politisch zu heiß. Interessanterweise wurde jedoch diese gesamte Aktion im Wissen und mit der Zustimmung der damals amtierenden rot-grünen Bundesregierung durchgeführt. Dass Angela Merkel dagegen nichts vom Abhören ihres Handys gewusst haben soll, erscheint in diesem Licht betrachtet nur noch wie ein lächerliches Märchen.

Natürlich ist wie üblich davon auszugehen, dass all die nun veröffentlichten Details lediglich einen Teil der Wahrheit repräsentieren. Sicherlich begann die Überwachung bereits viele Jahre zuvor und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wurde sie auch nicht etwa vor sieben Jahren beendet. In der Zwischenzeit dürften genügend Wege gefunden worden sein, auch nach Beenden der offiziellen Kooperation zur systematischen Bürgerbelauschung weiterhin alle benötigten Daten auf anderem Wege abzugreifen und in die USA zu leiten.

Zudem hat der BND angeblich nach wie vor direkten Zugang zum DE-CIX. Warum sollte daher irgendjemand ernsthaft glauben, die NSA würde von den deutschen Schlapphüten keine Daten mehr bekommen? Beim Geheimdienst wechseln die Pferde nicht so häufig wie in der Politik, daher ist davon auszugehen, dass dieselben Leute, welche damals die Zusammenarbeit mit der NSA begannen, auch noch heute dort auf denselben Sesseln sitzen und lediglich anderweitig “zusammenarbeiten”.

Es muss auch immer berücksichtigt werden, dass die technologische Entwicklung in diesen Jahren enorme Fortschritte gemacht und die Komplexität der Netze parallel dazu zugenommen hat. Wer will da heute noch behaupten, den Überblick zu besitzen und eine Kompromittierung durch ausländische oder inländische Geheimdienste hundertprozentig ausschließen zu können?

Solche Veröffentlichungen wie jene sollen üblicherweise dazu dienen, die Bürger in falscher Sicherheit zu wiegen, denn diese Überwachungskooperation wurde ja bereits vor Jahren wieder eingestellt – angeblich jedenfalls. Was zwischenzeitlich an anderer Stelle geschieht, entzieht sich den Blicken dafür weiterhin, zumindest solange, bis von Edward Snowden wieder neue Details veröffentlicht werden.

Die NSA gelangt parallel zu dieser vermeintlich dilettantischen Abhöraktion im großen Stil viel subtiler an die gewünschten Informationen. Dazu werden einfach direkt die anvisierten Unternehmen oder Dienststellen angezapft. Beispielsweise wurde kürzlich bekannt, dass zumindest Teile des Internetverkehrs des Bundestags über Verizon bzw. Colt abgewickelt werden. Letzteres ist die Abkürzung für “City of London Telecommunications” – jeder kann sich denken, welche Macht hier dahintersteckt.

Das US-Unternehmen Verizon dagegen arbeitet quasi direkt und schon fast offiziell mit der NSA zusammen. Dafür jedoch interessieren sich unsere sogenannten Volksvertreter bislang kaum. Wenigstens offiziell nicht. Doch wer sich noch an den seltsamerweise völlig aus den Medien verschwundenen Fall Sebastian Edathy erinnert, dem wird klar, dass der US-Geheimdienst wohl über zahlreiche hochinteressante persönliche Daten fast aller unserer “Volksvertreter” verfügt.

Ob das vielleicht mit ein Grund für die überwältigende Gehorsamkeit der politischen Kaste im Reichstag ist, wenn es z.B. um den Ausverkauf unserer Bananenrepublik in Sachen Enteignung des Volksvermögens zur Eurorettung oder der Unterstützung von weltweiter US-Kriegstreiberei geht? Irgendwie wäre es verständlich, denn wer möchte schon unschöne oder gar pikante Details über sich und sein Tun in der Zeitung lesen müssen, nachdem er einmal falsch abgestimmt hat?

Was auch immer uns in Sachen Überwachung so nach und nach präsentiert wird, es handelt sich lediglich um die oberste Spitze eines gigantischen Eisbergs. Nirgendwo wird schließlich mehr gelogen als in der Politik. Doch auch der kleine Bürger sollte äußerst vorsichtig mit seinen Daten im Internet umgehen, denn ihn kann es schließlich jederzeit genauso treffen.

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