Hausgemachte Zeitbombe: EZB warnt vor Crash durch Zinsanstieg

FreeImages.com/Walter Groesel

Zitat von www.berliner-zeitung.de:

Die Europäische Zentralbank (EZB) stellt eine „intensive Suche nach Rendite“ bei den Finanzanlegern fest. Ein plötzlicher Stimmungsumschwung jedoch könnte „weitreichende Konsequenzen für die globalen Finanzmärkte haben“.

[…]

Die EZB hat diese Renditejagd durch ihre Niedrigzinspolitik angetrieben. […] Noch gebe es wenige Firmenpleiten in Europa. Doch dies könnte sich ändern, wenn erst die Zinsen wieder stiegen.

Kommentar von crash-news.com:

Gewöhnliche Kriminelle sind sie nicht, die Herrschaften von der EZB, denn welcher Einbrecher alarmiert schon seine Opfer vor dem geplanten Bruch? Doch die Europäische Zentralbank ist gleich in mehrfacher Hinsicht anders, indem sie außerdem auch noch vor den Konsequenzen ihres eigenen Handeln warnt. Auf die Frage, wie sich die Leidtragenden dagegen schützen sollen, geben die Bänker allerdings keine Antwort.

Durch ihre Niedrigzinspolitik hat die EZB dem Euro längst das Rückgrat gebrochen. Noch hat allerdings kaum jemand bemerkt, dass die bunten Zettel der Eurozone damit sozusagen wertlos sind, insbesondere durch die drastische Entwertung mittels billionenfachen Drucks immer neuen Geldes ohne jede reale Deckung. Professionelle Anleger spüren freilich schon längst die Folgen, denn sie treiben die Börsenkurse auf immer neue Rekordhöhen, ohne dass sich dahinter eine tatsächlich erstarkende Wirtschaftskraft befände.

Ebendiese zweifellos überhitzten Aktienmärkte stellen für die EZB jedoch „keine klaren Anzeichen für eine Überbewertung“ dar. Wie wenig ehrlich die Crash-Warnung aus dem Hause Mario Draghis daher in Wirklichkeit ist, sollte jedem mündigen Bürger bewusst sein. Es handelt sich schlicht um Manipulation der Masse und um Ablenkung von der eigenen Verantwortlichkeit, denn wer offen vor einem drohenden Problem warnt, kann wohl kaum der Verursacher sein.

So zumindest werden wir es tagtäglich gelehrt. Kein Politiker übernimmt nämlich heute mehr Verantwortung für sein Handeln, geschweige denn zöge er entsprechende Konsequenzen, wenn seine Misswirtschaft, seine Anfälligkeit für Korruption und seine Inkompetenz offen zu Tage getreten sind. Frechheit siegt und so bleiben selbst Milliardenverschwender hoch erhobenen Hauptes auf ihren bequemen Sesseln sitzen.

Die EZB befindet sich in einem echten Dilemma, denn wenn sie nach wie vor die Zinsen niedrig hält oder sie, wie angekündigt, sogar noch weiter senken sollte, wird der bereits zerstörte Euro immer schneller und stärker inflationieren. Gleichzeitig bahnt sich die Geldflut fortgesetzt ihren Weg bzw. spült diesen noch stärker aus und treibt die Börsen auf stetig neue Höhepunkte. Wenn diese Geldwertverdünnung jedoch irgendwann die Rohstoffmärkte und den Handel erreicht, werden sich die Konsumenten bald darauf die Augen reiben, sofern es nicht alsbald sogar zu einer Hyperinflation wegen völligen Vertrauensverlusts in die kaputte Einheitswährung kommt.

In welcher Zwickmühle sich die EZB befindet, wird deutlich, wenn das gegenteilige Szenario betrachtet wird, vor welchem die Bank gerade erst explizit gewarnt hat. Sie kann die Zinsen nämlich auch nicht einfach wieder anheben, um die Geldflut einzudämmen, denn eben wegen des bislang billigen Geldes konnte die akute Crash-Gefahr gerade noch unter Kontrolle behalten werden. Die schwächelnde Wirtschaft allgemein sowie Banken, Staaten und Konzerne sind mittlerweile vollkommen abhängig vom weiterhin billigsten, frischen Geld.

Bleibt dieses aus, kollabieren die großen Schuldner, die Staaten rutschen unmittelbar in die Pleite. Selbst die als vorbildlicher Krisenheld gefeierte BRD wird einen Zinsanstieg nicht überleben, dazu sind die Verbindlichkeiten in Höhe von über zwei Billionen Euro einfach zu gigantisch. Von den zusätzlich eingegangen enormen Rettungsverpflichtungen gegenüber den Euro-Pleitestaaten ganz zu schweigen.

Vor genau dieser tickenden und offenbar unabwendbaren Zeitbombe warnte nun die EZB in verklausulierter Offenheit. Deren Vize-Chef gab allerdings gleichzeitig zu Protokoll, keine Auswegs-Empfehlung für die Investoren zu besitzen, sondern überlässt sie ihren eigenen Risiko-Entscheidungen. Das klingt zwar vielleicht unfair, aber wer bei diesem großen Betrugs-Casino mitgespielt hat, muss wissen, dass er die Konsequenzen am Ende selbst zu tragen hat.

Das Problem dabei: Die wirklich Leidtragenden sind gar nicht die professionellen Anleger, sondern deren Kunden. Millionen von Lebensversicherungen sind heute schon quasi wertlos, doch den meisten Sparern ist dies nicht einmal ansatzweise bewusst. Wie lange hier noch die Möglichkeit zum Handeln besteht, weiß niemand, aber wenn die Europäische Zentralbank bereits offen vor ihrer selbstgeschaffenen Zeitbombe warnt, sollte dieser Hinweis besser nicht blindlings in den Wind geschlagen werden.

Steigende Zinsen wurden vor längerer Zeit auch von Lindsey Williams als geplanten Auslöser für den finalen Crash angekündigt. Insofern sollten wir hellhörig werden, wenn nun schon von offizieller Seite nicht nur genau dieser Effekt mit seinen drastischen Folgen detailliert beschrieben, sondern sogar als quasi unabwendbar angekündigt wird. Der Endspurt hat offenbar begonnen.

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