EZB gibt Entwarnung: Inflation unmerklich, trotz billigen Geldes

Dieter Schütz / pixelio.de

Zitat von www.badische-zeitung.de:

Die Menschen in der Eurozone können sich in den nächsten Jahren auf eine niedrige Inflation einstellen, aber auch auf ein geringes Wirtschaftswachstum.

[…]

Der Leitzins, zu dem sich Banken bei der EZB Geld leihen können, bleibt auf Rekordtief von 0,25 Prozent. […] Die EZB hofft, dass sich dadurch mehr Unternehmen und Privatpersonen Geld bei den Banken leihen und damit mehr investieren und konsumieren – und dass sie so die Konjunktur anschieben.

Kommentar von crash-news.com:

Wer den Aussagen von EZB-Chef Mario Draghi Glauben schenken mag, darf sich über eine weiterhin niedrige Inflationsrate freuen. In der Tat litten wir in den vergangenen Monaten nur unter einer erfreulich geringen Kostensteigerung, allerdings beschränkt sich dies allein auf den Bereich Kraft- und Heizstoffe. Im Supermarkt und anderweitig zeigt sich die Geldentwertung weiterhin sehr stark.

Nachdem wir endlich wieder einmal einen etwas milderen Winter erleben durften, bleiben wenigstens die hohen Nachzahlungen für Heizöl und Erdgas aus. Die Stromheizer allerdings sind dennoch von weiter steigenden Kosten betroffen, denn elektrische Energie wird uns seit Jahren künstlich immer drastischer verteuert –  EEG sei Dank. Immerhin ist der Sprit aktuell vergleichsweise erschwinglich, was den Gesamtleidensdruck etwas lindert.

Dennoch ist Draghis Märchen von der angeblich nicht vorhandenen Inflation nichts weiter als eine dreiste Lüge. Unaufhörlich steigen die Preise für Lebensmittel und andere elementaren Güter. Jeder, der regelmäßig einkauft, weiß das. Von einer offiziellen Inflationsrate in Höhe von einem Prozent kann im Supermarkt beim besten Willen nicht die Rede sein. Aber glücklicherweise verwenden die Zahlentrickser der Regierung entsprechende Warenkörbe und Rechenmodelle, sodass der schöne Schein von vermeintlicher Preisstabilität gewahrt bleibt.

Sämtliche hochverschuldeten Staaten und auch alle anderen Schuldner wären allerdings über eine tatsächlich niedrige Inflation überhaupt nicht erfreut, denn dadurch drücken ihre enormen Kredite nämlich umso schwerer. Schon allein deswegen müssen wir uns fragen, ob Draghis Behauptungen nicht nur die pure Propaganda darstellen und eher weniger mit Wahrheit zu tun haben.

Im Gegensatz zur hohen Inflation sind die extrem niedrigen Zinsen für die Schuldsklaven ein regelrechter Segen. Zumindest im Augenblick. Refinanzierungen sind ein Leichtes und die Verlockung für Unternehmen und den Privatsektor, sich ebenfalls in die Abhängigkeit und Zwangsvollstreckungsunterwerfung der Banken zu begeben, ist groß. An die Folgen denken dabei offensichtlich die wenigsten, denn schon der kleinste Leitzinsanstieg kann wegen dieser Abhängigkeit regelrechte finanzielle Katastrophen auslösen.

Die EZB jedenfalls freut sich laut eigener Aussage darüber, wenn sich Privatpersonen verschulden und das Geld anschließend verkonsumieren. Eine noch dümmere Einstellung gibt es wohl nicht mehr, denn Schulden für neue Möbel, den Urlaub oder gar die Hochzeit zeugen nicht von sonderlich viel gesundem Menschenverstand. Aber die EZB ist schließlich auch nicht für die Bürger da, sondern umgekehrt.

Natürlich hat der Goldman Sachs-Ableger in Frankfurt allein die Motivation, die Gesamtverschuldung von Staaten, Unternehmen und Privatpersonen auf die Spitze zu treiben, denn sämtliche verpfändeten Sachwerte fallen beim Crash oder schon bei anderweitiger vorzeitiger Zahlungsunfähigkeit des Schuldners der jeweiligen Bank zu. Jeder, der das Prinzip des Geldsystems verstanden hat, wird sich hüten, in jene Falle zu tappen.

Trotz der Abermilliarden an frisch gedrucktem Geld sieht Mario Draghi jedoch keinerlei Wirtschaftswachstum in der Eurozone. Sein stetes Bemühen, die Finanzmärkte mit billigem Geld zu fluten, gilt offensichtlich allein der vorübergehenden Aufrechterhaltung des Systems als solchem, denn unumwunden gibt er zu, dass die weitere Eskalation der Ukraine-Krise zu “unvorhersehbaren Entwicklungen und potenziell schweren Konsequenzen führen” werde.

Während wir den Aussagen von Politikern üblicherweise besser keinen Glauben schenken, da diese Klientel sozusagen die Lüge erfunden hat, gilt bei Bänkern, insbesondere den obersten Hierarchien das Gegenteil. Dort wird auch hin und wieder Klartext geredet, allerdings nehmen nur die wenigsten Menschen davon Notiz – bis sie von den Konsequenzen völlig überraschend selbst betroffen sind.

Hüten Sie sich daher vor den angekündigten “unvorhersehbaren Entwicklungen und potenziell schweren Konsequenzen”, denn der EZB-Präsident sagt uns hier ganz beiläufig die nackte Wahrheit. Lassen Sie sich jedoch bloß nicht von seiner Empfehlung, Konsumschulden zu machen, verleiten, denn spätestens die zunehmende Inflation wird Ihnen dann das Genick brechen.

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Ein Kommentar

  1. Wir leben längst von Druckerschwärze und galoppieren in die Hyperinflation.

    Aber manchmal muss erst das Dach wegfliegen, damit man den Himmel wieder sehen kann. Will heißen: Eine Krise ist auch ein Neuanfang.
    Argentinien ist auch wieder auferstanden – wie Phönix aus der Asche.

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