Einigung zur Bankenabwicklung: Mickriger 55 Milliarden Euro-Fonds

Lupo / pixelio.de

Zitat von www.derwesten.de:

Die EU-Finanzminister haben beschlossen, wie man in Zukunft mit Pleite-Banken umgehen möchte. Kommt eine Bank in finanzielle Schieflage, sollen vor allem Sparer geschützt werden, denn Guthaben unter 100.000 Euro bleiben unangetastet.

[…]

Damit marode Geldhäuser nicht mit Steuergeldern am Leben gehalten werden müssen, sollen zudem künftig in der Regel zunächst Inhaber, Gläubiger und Großanleger zur Kasse gebeten werden.

Kommentar von crash-news.com:

Die Finanzkrise ist längst vorbei, sämtliche Zeichen stehen auf XXL-Aufschwung, doch die EU-Finanzminister machen trotzdem mächtig Dampf, um ihren Banken-Abwicklungsmechanismus schnellstmöglich unter Dach und Fach zu bringen. Welcher neue Brand schwelt denn da schon wieder unter dem Giebel?

Wenn das so schön in Neusprech als “Volksvertretung” bezeichnete EU-Parlament dem jetzt ausgehandelten Plan zustimmt, ist die Bankenunion endlich geschafft. Sie wird jedoch nicht zum reinen Selbstzweck geschaffen, sondern allein aus dem Grund, weil die Beteiligten wissen, dass die nächste Krise bereits vor der Tür steht. Jede Bank, welche dabei kollabiert, birgt das Risiko eines systemweiten Kollapses, was natürlich um jeden Preis verhindert werden muss.

Vor der unvermittelten Rückkehr und dem zwangsläufig kommenden Wiederaufflammen der Krise fürchten sich die Finanzminister sicherlich am meisten, denn niemand kann absehen, welchen Dominoeffekt selbst schon die Pleite einer mittleren Bank auslösen könnte. Insgesamt gibt es rund 6.000 Finanzhäuser in der Eurozone und insbesondere die großen unter ihnen sind wohl allesamt tickende Zeitbomben.

Der geplante Bankenrettungsfonds jedoch ist nicht viel mehr als ein schlechter Witz. Welche Bank kann schließlich mit gerade einmal 55 Milliarden Euro gerettet werden? Die Deutsche Bank jedenfalls hatte zum Ende des Jahres 2012 eine Bilanzsumme von 2.012 Milliarden Euro. Damit dürften die 55 Milliarden allerhöchstens für die Portokasse der Großbank reichen.

Aber selbstverständlich ist dieses Geld sowieso nur pure Augenwischerei. Denn er wesentliche Punkt der Bankenunion ist die formale Haftungsverschiebung vom Bürger weg – und gleichzeitig wieder hin zum selben Bürger. Vollmundig verkünden die Finanzminister, sie wollten künftig die Banken nicht mehr auf Kosten des Steuerzahlers retten, sondern die Gläubiger der Institute selbst sollen ab jetzt dafür haften.

Klingt irgendwie toll, konsequent und fast schon ehrlich – insofern irgendwie ziemlich untypisch für unsere von den Banken gesteuerten Politmarionetten. Natürlich trügt der schöne Schein, denn in der sogenannten Haftungskaskade folgen bereits unmittelbar auf die Inhaber die Gläubiger. Was die meisten Bürger nicht wissen – und wohl auch nicht wissen sollen:

Jeder Bankkunde mit Guthaben ist ein Gläubiger gegenüber seinem Geldinstitut – im sprichwörtlich doppelten Sinne. Er hat zwar umgangssprachlich lediglich sein Geld auf seinem Konto liegen, doch in Wahrheit hat er es der Bank tatsächlich geliehen, ihr damit faktisch einen Kredit gewährt. Nicht nur das, er ging damit sogar ein Totalausfallsrisiko im Pleitefall der Bank ein.

Für den Fall, dass einige Bürger diesen Trick durchschauen sollten, wurde natürlich wiederum vorgesorgt. Alle Sichtguthaben bis zur Obergrenze von 100.000 Euro werden angeblich garantiert. Doch diese willkürlich festgelegte Garantiegrenze wird im Ernstfall nicht das Papier wert sein, auf welchem sie gedruckt ist. Der Fall Zypern hat uns eindrücklich gezeigt, was geschieht, wenn eine Krise kommt. Sobald es wirklich ernst wird und eine Bankenpleite mit katastrophalen Folgen bevorsteht, wird ruckzuck eine alternativlose Sonderregelung greifen, darauf können wir uns verlassen.

Mit den 55 Milliarden Euro, welche übrigens erst in zehn Jahren vollständig eingezahlt sein sollen und von welchen die BRD natürlich satte zehn Milliarden leisten soll, ist jedenfalls kein Blumentopf zu gewinnen. Dennoch ist die Bankenunion formal ein wichtiger Schritt für die herrschende Politkaste, denn mit ihr kann sie sich bei der nächsten Krise wunderbar juristisch herausreden.

Offenbar steht dieser Moment ziemlich kurz bevor, denn Finanzminister Schäuble drängt das EU-Parlament bereits zur schnellen Zustimmung, obwohl die geplanten Regeln erst 2016 vollständig zur Anwendung kommen sollen. Das ist kein gutes Zeichen. Doch jeder Mensch bei klarem Verstand sollte sich sowieso schon längst weitestgehend aus dem Papiergeldsystem verabschiedet haben.

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Ein Kommentar

  1. nichts neues. Die NWO Architekten wollen einen totalen Konzern-Banken-Faschismus…Im TTIP sollen die Konzerne wie Staaten rechtlich gleichgestellt werden, Stichwort internationales Schiedsgericht “Investor-State Dispute Settlement” (ISDS)
    Gesteuert wird die Politik von diesen Konzern-Banken-Lobbyisten…Welches Argument denkt sich die Merkel jetzt aus um diese Sauerei zu rechtfertigen?
    “Wir begrüßen das TTIP-Abkommen dadurch werden neue Arbeitsplätze geschaffen…Wir dürfen die Investoren schließlich nicht verschrecken…Und die Märkte werden langsam nervös in unserer marktkonformen Demokratie… Wir leben ja ohnehin schon über unsere Verhältnisse (Frau Merkel zufolge)

    Die Märkte sind unsere Heiligtümer, Frau Merkel zufolge

    Es lebe der neo-feudalismus bzw. Konzern-Banken-Faschismus. Wir
    werden keine Eudssr erleben, weil die EU-Kommission uns bereits
    auf den Neofeudalismus und die Wiedereinführung der Leibeigenschaft
    wie im Mitttelalter vorbereiten…
    Das Bargeld wird abgeschafft
    Wer mit Bargeld zahlt wird bald als unkotrollierbares und unberechenbares
    Risiko für das System dargestellt…
    Man darf ja schließlich nciht die Märkte beunruhigen. Die
    Märkte sind heilig, deshalb werden die Bargeldabhebungen vom Bankonto
    bald auf 100 oder 50€ bergrenzt um nicht die Märkte,um nicht die Banken
    und um nicht die Ratingagenturen zu beunruhigen…Das Volk sollte schön arm gehalten werden. Es gibt kein Interesse daran seitens der Politik der der Finanzindustrie die Menschen etwas reicher zu machen…
    Wir steuern mit voller Kraft voraus auf den Finanzmarkt-Absolutismus zu!
    Wer die Märkte beunruhigt ist unsoldidarisch uneuropäisch und derjenige
    ist ein Rechtspopulist
    .

    Wer die Märkte beunruhigt wird als Rechtspopulist oder Rechtsextremist
    abgestempelt! Die Götter der gegenwärtigen Zeit
    sind Finanzmärkte Hedge-Fonds
    Banken und Ratingagenturen!

    Ich erinnere nur daran wie in den USA während der Finanzkrise viele Menschen ihr Vermögen ihre Häuser verloren hatten und enteignet wurden, während gleichzeitg die FED den kriminellen Bankstern 16 Billionen Dollar zum Nulltarif für den Banken Bailout ausgab!Schließlich darf man die Märkte nicht nervös machen
    Das ist moderner Kapitalismus. Gewinne werden privatisiert, Schulden werden sozialisiert
    Hier der Beweis:
    http://www.sott.net/article/25...t-Bailouts
    http://www.businessinsider.com...ife-2011-7
    http://de.scribd.com/doc/60553...r_page_144

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