Auf verzweifelter Suche nach Zuwendung: Kinder wünschen sich Schönheits-OP

FreeImages.com/B S K

Zitat von www.lbs.de:

Kein Gramm Fett, makellose Haut und eine ebenmäßige Nase – immerhin 14 Prozent der 9- bis 14-Jährigen haben schon einmal über eine Schönheits-Operation nachgedacht.

[…]

Je schlechter sich die Kinder in der Familie, im Wohnumfeld, in der Schule und im Allgemeinen fühlen, desto eher beschäftigen sie sich mit einer Veränderung ihres Körpers.

Kommentar von crash-news.com:

Schön, makellos und perfekt wollen sie sein, denn offenbar versprechen sie sich davon positive Effekte im persönlichen Erleben. Mehr als jedes siebte Kind hat schon einmal über eine Schönheits-Operation nachgedacht. Fettabsaugung und Nasenkorrektur stehen dabei hoch im Trend. Weil die Befragten jedoch allesamt minderjährig sind, stellt sich die Frage, was mit unserer Gesellschaft los ist.

Zwar sind es nur zwei Prozent der im LBS-Kinderbarometer befragten Kinder, welche sehr oft dem Gedanken an eine Schönheitsoperation nachgehen, aber insgesamt beschäftigt sich immerhin 14% des bundesdeutschen Nachwuchses mit diesem Thema. Dass es sich bei dieser äußerst fragwürdigen Entwicklung nicht etwa um eine Ausnahmeerscheinung oder einfach nur eine statistische Besonderheit der Studie handelt, zeigt die Anzahl der befragten Kinder: 10.000 von ihnen teilten im Kinderbarometer ihre Ansichten mit. Das zeigt, die Aussage ist eindeutig.

Kinder sind durchaus als eine Art Spiegel der Gesellschaft zu betrachten. Wenn heute bereits derart viele von ihnen über solche rein oberflächlichen Maßnahmen nachdenken, dann zeugt das von einem ziemlich schlechten, durchaus schon als krank zu bezeichnenden Zustand dieser Gesellschaft. Diese Kinder glauben tatsächlich, nur wer vermeintlich schön ist, fühlt sich auch so richtig wohl und wird anerkannt. Das scheint das neue Credo zu sein.

Für diesen zweifelhaften Trend dürften insbesondere zwei Gründe die Ursache sein: Zum einen ist es die immer stärker fehlende Zuwendung seitens der eigenen Eltern und der Familie, weil Kinder bereits von kleinauf in staatliche Obhut und Ganztagsbetreuung abgeschoben werden. Hinzu kommt die schmerzhafte Situation durch das massenhafte Alleinerziehen, wobei den Kindern hier am häufigsten der leibliche Vater fehlt. Die Kleinen sind ganz offensichtlich auf der Suche nach mehr Zuwendung.

Zum anderen trägt die zunehmende Oberflächlichkeit unserer Gesellschaft sehr stark mit dazu bei, dass sich bereits Kinder mit derlei Belanglosigkeiten beschäftigen. Auch hier ist es der Wunsch nach mehr Aufmerksamkeit, denn in den meisten Familien oder deren verbliebenen Überresten spielt sich „Familienleben“ inzwischen mehr oder weniger nur noch gemeinsam schweigend vor dem Verblödungsverstärker ab.

Die fast durchweg vollkommen qualitätsfreien Beiträge im Fernsehen, prall gefüllt mit Werbung und Konsumaufrufen, scheinen mehr Erfolg zu haben, als mancher ahnt. Den Kindern wird suggeriert, sie wären nur dann von der Gesellschaft akzeptiert, wenn sie modisch gekleidet, mit dem neuesten technischen Schnickschnack ausgestattet und eben auch äußerlich perfekt anzusehen sind.

In einer gesunden Familie kommen derartige Wünsche von Kindern nach einer Schönheitsoperation und ähnlichem Unsinn jedoch niemals auf, weil mit Liebe und Zuwendung erfüllte Kinderherzen ganz andere Interessen haben. Doch wenn dem Nachwuchs diese Aufmerksamkeit durch die eigenen Eltern fehlt, suchen sie eben nach einer Ersatzbefriedigung bzw. anderweitiger Anerkennung. Offenbar hoffen sie, durch „schöneres“ Aussehen genau die ihnen fehlende Zuwendung von anderen automatisch zu erhalten, weil sie meinen, die erlebte Ablehnung und Gleichgültigkeit hinge rein mit ihrer Optik zusammen.

Die systematische Zerstörung unserer Familien schreitet offenkundig mit großen Schritten voran und trägt immer deutlichere Früchte – doch jene sind faul und ungenießbar. Leider erkennen das die meisten Eltern erst, wenn die Ernte naht und es damit längst zu spät ist, die bereits zerbrochenen Kinderherzen noch zu reparieren. Dass solche lebenssinnentleerten Wesen später ebenfalls nur noch entsprechenden Nachwuchs produzieren können, ist die logische Folge.

Wahrscheinlich wird die Masse der Menschen erst dann erkennen, dass sie ihr Leben lang unbedeutenden „Werten“ nachlief, wenn all diese Dinge plötzlich irrelevant werden, weil auf einmal ganz andere Prioritäten gesetzt werden müssen, beispielsweise der Kampf ums nackte Überleben. Ob der große Crash, welcher genau dieses Erwachen auslösen dürfte, wohl noch den einen oder anderen zur Besinnung bringen wird? Hoffen wir es für unsere Kinder.

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