Krise? Bloß nicht vor der Wahl – Wahrheit wird vertuscht und weggelogen

FreeImages.com/Walter Groesel

Zitat von www.wiwo.de:

Vor der Bundestagswahl vermittelt vor allem die Regierung den Eindruck, die Krise sei vorbei. Doch die Vertuschungsstrategie wird sich bitter rächen. Im Herbst kommen die ungelösten Probleme mit Macht zurück.

[…]

Auf diese Weise lässt sich die Euro-Krise jedoch allenfalls in den Hintergrund rücken. Schon im Herbst wird sie mit aller Macht zurückkehren – denn keines der grundlegenden Probleme der Währungsgemeinschaft ist gelöst.

Kommentar von crash-news.com:

Bundesregierung und Opposition befinden sich im Wahlkampf und kümmern sich jetzt vermeintlich um sämtliche Bedürfnisse der Bürger. Doch ein Thema meiden sie allesamt konsequent: Die Krise und deren offensichtlich baldige Rückkehr. Einerseits würde sie das jeweils viele Stimmen kosten, die beispielsweise an die Alternative für Deutschland gingen, und andererseits käme dann noch vor der Wahl die finanzielle Wahrheit ans Licht.

Das möchte natürlich niemand derjenigen riskieren, die entweder weiterhin ihren bisherigen Posten in der Regierung behalten oder aber einen neuen Platz dort ergattern wollen. Schweigen und Stillhalten lautet daher die kollektive Parole, bloß kein Wort über die Krise und die ungelösten Probleme verlieren. Solange es sich irgendwie vermeiden lässt, muss das Thema unter der Decke gehalten werden.

Dabei ist etlichen Beteiligten in den obersten Rängen der Volksvertreterriege durchaus klar, womit wir es zu tun haben. Die Krise war niemals wirklich weg, geschweige denn, dass sie gelöst oder gar die Ursachen beseitigt wären. Nichts dergleichen. Jeden Augenblick kann es wieder losgehen und viele Beobachter gehen davon aus, dass es dieses Mal nicht wie beim ersten großen Rums in 2008 ablaufen, sondern wesentlich schlimmer kommen wird.

Dass selbst einige eingefleischte Krisen-Optimisten inzwischen erkannt haben, was da ganz knapp hinter dem Horizont auf uns wartet, dürfte eine simple Ursache haben: Die Realität. In den vergangenen Jahren wuchsen nämlich nicht nur die Schulden auf immer neue, gigantische Höchststände, sondern speziell die damaligen Retter, die Staaten, sind heute nicht mehr in der Lage, marode Banken effektiv aufzufangen. Inzwischen sind nämlich alle Beteiligten vollständig pleite.

Kein Wunder also, dass die EZB Schützenhilfe leistet und darauf verwies, beliebig viel frisches Geld zu drucken, um jedes neue Aufflackern der Krise sofort wieder ersticken zu wollen. Der Leitzins bleibt daher auf dem historisch niedrigen Null-Niveau. Für die einen mag das sinnvoll erscheinen, denn damit müsste die Krise doch wohl irgendwann zu beenden sein. Den anderen dagegen ist klar: Schulden mit noch mehr Schulden zurückzahlen zu wollen, kann niemals funktionieren.

Doch um genau dieses Kernproblem handelt es sich, es ist das Prinzip unseres Geldsystems. Wenn beispielsweise die Regierung jetzt davon faselt, den Solidaritätszuschlag – bevor ihn das sogenannte Bundesverfassungsgericht womöglich kassiert – in einen Schuldentilgungsbeitrag umzumodeln, dann müssen lediglich die zugehörigen Zahlen nur mal knapp überschlagen werden, um diese neue Lüge zu entlarven.

Die BRD sitzt derzeit auf einem Schuldenberg von 2,1 Billionen Euro. Bei einem optimistischen Zinssatz von 2% und einer Tilgung von 1%, würde die Rückzahlung gute 50 Jahre dauern. Dazu müssten jährlich etwa 63 Milliarden Euro an Zins und Tilgung bezahlt werden, neue Schulden sind während dieser gesamten Zeit natürlich vollständig tabu.

Wie realistisch ein derartiges Unterfangen tatsächlich ist, insbesondere in Zeiten von abstürzender Weltwirtschaft und steigender Sozialkosten, muss sicherlich nicht näher erläutert werden. Es ist schlichtweg eine unglaubliche Lüge, wenn ein Politiker das Wort „Schuldentilgung“ in den Mund nimmt – was zugegebenermaßen eigentlich grundsätzlich auf jedes Wort zutrifft, das er von sich gibt.

Der einzige Weg aus der Schuldenfalle, den ein Land üblicherweise wählt, ist der Staatsbankrott bzw. eine Währungsreform. Anders kann sich kein Staat bei der heutigen Verschuldung mehr entschulden. Dabei werden dann zwar die Zahlen auf den Konten gelöscht, aber die effektiven Verbindlichkeiten bleiben erhalten. Wenn also beispielsweise Immobilien oder Grund und Boden als Sicherheit hinterlegt wurden, dann sind diese verloren, obwohl der einstige Gegen-„Wert“ nur buntes Papier war.

Wenn auch nicht mit Sicherheit gesagt werden kann, dass der Plan der Regierungs- sowie der anderen Volksverräterparteien aufgeht, die Eurokrise noch bis zur Wahl vollständig unter dem Teppich halten zu können, so ist doch eines sicher: Die Krise wird zurückkommen und zwar mit einer Wucht, die sich derzeit kaum jemand vorstellen kann, geschweige denn vorstellen möchte.

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