Keinerlei Einsehen: NSA kündigt nach Skandal Jagd auf Verräter an

Dieter Schütz / pixelio.de

Zitat von www.rp-online.de:

Nach der Aufdeckung weltweiter Spähprogramme der US-Regierung hat Geheimdienstkoordinator James Clapper strafrechtliche Ermittlungen gegen die Urheber der Enthüllungen angekündigt.

[…]

Der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, erklärte indes, in Deutschland regierten „völlig überzogener Datenschutz, föderaler Egoismus und wilde Überwachungsfantasien“. Verbrechen würden nicht aufgeklärt, weil etwa Telekommunikationsdaten gelöscht seien […].

Kommentar von crash-news.com:

Ob George Orwell wohl damals bewusst war,  wie lächerlich seine erschreckende Fiktion über das Jahr 1984 eines Tages gegenüber der Realität erscheinen würde? Die allgegenwärtige Totalüberwachung ist kein wirrer Traum mehr, auch keine Verschwörungstheorie, sondern sie gehört inzwischen zur Normalität. Sie ist bereits so normal, dass die Beteiligten nicht einmal mehr dementieren, sondern sich höchstens noch frech rechtfertigen.

Im Gegenteil. US-Präsident Obama sagte ganz offen, 100% Sicherheit könne eben nicht gleichzeitig mit 100% Privatsphäre einhergehen. Hier gelte es, abzuwägen. Schön, dass sich dieser Mann unseren eigenen Kopf zerbricht und uns die vermeintlich schwierige Entscheidung abgenommen und sich für 100% Überwachung der gesamten Welt entschieden hat.

Weil sich diese widerwärtige Machtelite mittlerweile so sicher in ihren korrupten Handeln fühlt, nehmen die Hauptverantwortlichen kaum mehr ein Blatt vor den Mund und versuchen erst gar nicht, ihre Machenschaften zu dementieren. Allerhöchstens wird noch versucht, zu verharmlosen und zu relativieren, denn „Prism“ sei nur ein „regierungsinternes Computerprogramm zur Vereinfachung der Sammlung ausländischer Geheimdienstdienstinformationen“. Außerdem würden ja nicht pauschal alle Bürger überwacht, sondern lediglich diejenigen, bei welchen ein „geheimdienstlicher“ Grund vorliege.

Dazu kommt, dass „Prism“ angeblich nicht die US-Bürger, sondern nur Ausländer im Visier habe. „Terroristen“ eben, als welcher jeder gilt, der in die USA einreisen möchte. Wer das in den vergangenen Jahren einmal versucht hat, weiß auch, dass die US-Behörden diesbezüglich vollkommen irre geworden sind. Dank der speichelleckenden Nachahmer in der EU und anderen Ländern, kommt heute längst jeder Fluggast in den Genuss dieses zweifelhaften Demütigungs- und Überwachungs-Vergnügens.

Obwohl das Verhalten der US-Regierung absolut verwerflich ist, dreht sie dreisterweise trotzdem noch den Spieß um und stellt jeden als Verräter hin, der ihre verbrecherischen und völlig undemokratischen Umtriebe entlarvt und veröffentlicht. Der noch in Hongkong sitzende Informant Edward Snowden wird ab jetzt wie ein vermeintlicher Schwerverbrecher gejagt werden – ironischerweise von den tatsächlich größten Verbrechern dieses Planeten.

Die Nicht-US-Welt scheint offenbar im Internet nach wie vor nur geduldeter Gast zu sein, welchem offenbar in höchstem Maße misstraut wird. Im Netz gelten jedenfalls sichtlich andere Gesetze, zumindest für diejenigen, welche als Legislative eigentlich genauso diesen Regeln unterstellt wären, wie jeder normale Bürger auch. Zeit also, sich über sämtliche eigenen Internetaktivitäten Gedanken zu machen.

Das Problem dabei: Inzwischen ist das Netz allgegenwärtig. Nicht nur Mobiltelefone sind quasi ständig mit dem Internet verbunden, auch normale Festnetztelefonie wird über dasselbe System abgewickelt wie auch Homebanking, Informationssuche oder der Onlineeinkauf. Selbst die üblichen Verschlüsselungsmechanismen scheinen offenbar korrumpiert zu sein und bieten keinerlei wirkliche Sicherheit mehr, zumindest gegenüber NSA und Konsorten.

Es stellt sich schlichtweg die Frage, wie wir uns gegen diese Entwicklung noch zur Wehr setzen können, denn die Verantwortlichen scheinen keineswegs ein Einsehen zu haben. Im Gegenteil kriechen jetzt sogar noch weitere Befürworter aus ihren Löchern, wie beispielsweise die Polizeigewerkschaft, und fordern, auch in der BRD endlich die totale Internetüberwachung für die Behörden freizugeben.

Kein Wunder, wo die Kollegen überm Teich ganz offensichtlich mehr über die Bundesbürger zu wissen scheinen, als die hiesigen Ordnungshüter. Klar ist: Datenschutz gibt es praktisch keinen mehr, Sicherheit vor Bespitzelung jeglicher ans Internet angeschlossenen Geräte genausowenig. Bleibt also nur, überall den Stecker zu ziehen oder sich eben damit abzufinden, denn die Welt wird in naher Zukunft sowieso völlig auf den Kopf gestellt.

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