Crash-Testlauf Zypern: Bankfeiertage mit schwerwiegenden Folgen

Frank Ulbricht / pixelio.de

Zitat von www.format.at:

In Zypern gibt es wegen der Schließung der Banken erste Lieferengpässen bei Medikamenten. Auch Treibstoff wird langsam knapp. Viele Tankstellen nahmen am Donnerstag nur noch Bargeld an. Auch einige Supermärkte akzeptierten keine Kreditkarten mehr.

[…]

Wir haben das Sparschweinchen meines Sohnes zertrümmert, um Lebensmittel zu kaufen“, sagte Mairi Stylianou, eine Hausfrau in Nikosia, der Nachrichtenagentur dpa.

Kommentar von crash-news.com:

Noch nicht einmal eine Woche lang herrschen jetzt auf Zypern Bankfeiertage und schon jetzt beginnen sich entsprechende Konsequenzen verheerend und schnell auszubreiten. Familien, welche die Sparschweine ihrer Kinder schlachten, um Lebensmittel zu kaufen, geschlossene Tankstellen, knapp werdende Medikamente und eine starke, die Wirtschaft gefährdende Konsumzurückhaltung zeugen von der misslichen Lage, welche eine auf jegliche Krise unvorbereitete Bevölkerung völlig überraschend getroffen hat.

Zwar funktionieren wohl die meisten Geldautomaten auf der Mittelmeerinsel, aber die Konten sind dennoch leer. Zum einen haben die Bankkunden ihre Konten bereits nach Möglichkeit geleert und zum anderen bleiben durch die Sperre des Online-Bankingsystems Gehaltszahlungen und andere Überweisungen aus. Großbritannien hat inzwischen sogar auf dem Luftweg Bargeld eingeflogen, um seine auf Zypern stationierten Streitkräfte zu unterstützen.

Je länger nun die Banken geschlossen bleiben, desto größer wird jedoch anschließend die Gefahr eines allgemeinen Bankruns. Kein Zyprer, der noch einigermaßen klar bei Verstand ist, wird in Zukunft auch nur einen Cent mehr auf seinem Konto belassen, als unbedingt zur Aufrechterhaltung seiner persönlichen elektronischen Zahlungsverpflichtungen notwendig ist. Das alles dürfte die schwer angeschlagenen Banken des Landes vor zusätzliche Probleme einer ganz anderen Größenordnung stellen.

Außerdem wird Bargeld sicherlich wieder einen starken Aufwärtstrend erleben, womit der seitens EU beabsichtigte Bann der bunten Zettel ein schwerer Schlag versetzt wird. Zypern mag zwar geografisch weit vom Zentrum der Eurozone entfernt liegen, aber die Angst vor automatisierter und über Nacht durchgeführter Zwangsenteignung dürfte insbesondere die Menschen in den anderen südlichen Ländern angesteckt haben. Nur Ignoranten oder besonders Systemgetreue werden aus dem unglaublichen Geschehen keine Konsequenzen ziehen.

Bis zum kommenden Dienstag sollen die Banken noch geschlossen bleiben. Und ob danach alles wieder so sein wird wie zuvor, ist noch gar nicht absehbar. Das EU-Rettungspaket scheint erst einmal gescheitert, doch die neue Hoffnung, von den Russen aus dem Sumpf gerettet zu werden, dürfte nicht nur schwierig, sondern insbesondere sehr teuer werden. Hier würden wertvolle Bodenschätze und Rohstoffe gegen wertloses Papiergeld und elektronische Sichtguthaben getauscht, ein unglaublicher Irrsinn.

Und für wen das alles? Zyperns Finanzminister Michael Sarris macht im Gegensatz zu seinen EU-Kollegen keinen Hehl daraus, wohin die Gelder jeglichen Rettungspaketes fließen werden: An die Banken. In jedem Fall werde die Hilfe nämlich „an den Bankensektor umgeleitet“ gibt er offen zu. In der Tat ist das überall in der Eurozone der Fall gewesen, wo bislang irgendwelche Rettungsschirme aufgespannt wurden. Das Geld floss schlussendlich stets direkt oder indirekt in dieses undurchschaubare schwarze Loch privater Banken, über welchem einige Mächtige der „Elite“ im Verborgenen die Hände halten.

Zypern reiht sich in die Riege der Musterländer ein, zu welchen auch Griechenland und Spanien gehören. Musterländer im Hinblick darauf, was in einer eskalierenden Finanzkrise oder einem fatalen Crash alles geschehen könnte. Dazu gehören die unangekündigte und eiskalte finanzielle Enteignung der Bürger über Nacht, unmittelbare Konsequenzen für die individuelle Versorgungssituation durch leere Geschäfte und geschlossene Tankstellen, wütender Aufruhr und gewalttätige Demonstrationen, eine immer schneller in den Abgrund rutschende Wirtschaft und schlussendlich die Verarmung der Massen.

Wäre dem bundesdeutschen Durchschnitts-Schlafschaf auch nur ansatzweise bewusst, welch hinterhältiger Fehler in unserem Geldsystem besteht und wie schnell die Krise durch die gemeinsame Zwangswährung auch auf unsere Bananenrepublik übergreifen könnte, würden wohl nur noch die allerletzten Obrigkeitshörigen zögern, ihre Papiergeldanlagen sofort aufzulösen und ihr gesamtes Geldvermögen in Gold und Silber umzumünzen und sich außerdem wenigstens einen kleinen Vorrat im Keller anzulegen plus sonstige sinnvolle Dinge zur Krisenvorsorge.

Da hierzulande jedoch eitel Sonnenschein herrschen und der nächste XXL-Aufschwung bevorsteht, werden die meisten Menschen leider nichts dergleichen tun und bald schon höchstpersönlich in Kontakt mit denselben Ereignissen und Konsequenzen der Südländer kommen müssen. Wer nicht aus den Fehlern anderer lernt, ist selbst schuld. Eigene Erfahrung macht aber schließlich am besten  klug.

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