Einmal ist keinmal: Neuer Schuldenschnitt für Griechenland?

Lupo / pixelio.de

Zitat von www.focus.de:

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lehnte unterdessen einen weiteren Schuldenschnitt für Griechenland ab.

[…]

Nach unbestätigten Berichten will die Troika […] einen solchen Schuldenschnitt vorschlagen. Dieser treffe diesmal vor allem öffentliche Gläubiger.

Kommentar von crash-news.com:

Zunächst sagt Angela Merkel den Bettlern wie üblich nein, um nicht gleich wieder offen Hochverrat am Eigentum der Bürger dieses Landes zu begehen. Außerdem wird sie damit ihrer beim Wähler bekannten Gewohnheit gerecht, kurze Zeit später doch wieder umzufallen, wenn die Umstände plötzlich alternativloses Handeln erfordern. Daher besteht keinerlei Grund zu der Annahme, wir müssten dieses Mal nicht bezahlen.

Im Gegensatz zu den üblichen Aussagen bezüglich Rettungspaketen oder ähnlichen Milliardengeschenken an bankrotte Eurostaaten, hat sich unsere Regierung in diesem Fall jedoch klar positioniert. Es kann nämlich nur eines geben: Entweder wird weiterhin gerettet, koste es, was es wolle, oder es gibt einen Schuldenschnitt ohne später folgende Schecks. Denn selbst unsere stets zuverlässig am eigenen Volk vorbeiregierende Regierung sieht offenbar ein, dass sie einem gerade insolventen Schuldner nach dessen offizieller Pleite anschließend nicht gleich wieder ein dickes Geldbündel leihen kann. Das würde selbst der Glaubwürdigkeit der verlogensten Regierung noch mehr Schaden zufügen.

Wobei „leihen“ hier sowieso der falsch Begriff ist. Hatte nicht noch vor gut einem Jahr der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras ausdrücklich versprochen, Athen werde seine Schulden zurückbezahlen? Das waren seine Worte. Versprechen sind jedoch zum Brechen da. Es scheint zum guten Ton und zur Ehre eines jeden Politikers zu gehören, jegliche verbindliche Zusage eines Tages zu widerrufen, zu leugnen oder schlicht zu ignorieren.

Auch wenn in Griechenland nachweislich vieles nicht mit rechten Dingen zugeht und Steuerhinterziehung überall die Regel ist, so kann das Land dennoch ohne Schuldenschnitt nie mehr auf einen grünen Zweig kommen. Das hat sogar der CDU-Fraktionsvorsitzende Volker Kauder erkannt. Es ist schlicht die logische Konsequenz der Exponentialfunktion, nach welcher Gesetzmäßigkeit Schulden und Zinsen wachsen, der eingebaute Fehler in unserem Geldsystem lässt grüßen.

Hier scheint also ganz allmählich ein Tropfen Wahrheit durchzusickern. Ohne Schuldenerlass läuft das Spiel nämlich einfach nicht beliebig weiter. Auf den ersten Blick mag das sogar der deutsche Schlafbürger einsehen, doch die unmittelbaren Konsequenzen für ihn und sein Sparvermögen bzw. seine Altersvorsorge sind ihm wahrscheinlich dabei noch gar nicht bewusst.

Wenn am Ende der finale 100% Schuldenschnitt kommt – und der wird kommen -, dann wird in vielen Häusern der Schrecken vor den Verblödungsverstärkern groß sein. Noch größer allerdings werden die Augen, wenn dann der Brief von der Bank oder dem Lebensversicherer eintrudelt, welcher den Bürger darüber in Kenntnis setzt, dass er nun leider, leider ein paar Euros weniger Guthaben hat. Aber die Rettung Griechenlands war eben alternativlos.

Genauso wird es übrigens auch mit Spanien, Portugal, Italien und den anderen hoch verschuldeten Staaten geschehen. Am Ende folgt dann sogar der XXL-Aufschwungsstaat BRD. Was dem Sparer nach diesem Schuldenstreichkonzert noch bleiben wird, sind ein offener Mund und geballte Fäuste. Immerhin.

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