Lagarde fordert mehr Wachstum und weniger Schulden

Lupo / pixelio.de

Zitat von www.zeit.de:

Auch fünf Jahre nach der verheerenden Bankenkrise sei das Weltfinanzsystem weiterhin zu verwundbar, sagte Lagarde […]. Die öffentlichen Schulden in den reichen Ländern befinden sich Lagarde zufolge auf einem so hohen Stand „wie in Kriegszeiten“. […] Die Regierungen in der Euro-Zone müssten noch entschlossener gegen die Schieflage vorgehen, da sie weltweit das Wachstum und die Finanzmärkte bedrohe.

[…]

Gleichzeitig warnte Largarde davor, das Wachstum der Sparpolitik zu opfern. Stattdessen müssten die Krisenbewältigung Priorität haben und mittelfristig Schulden gesenkt werden

Kommentar von crash-news.com:

Das Wachstum muss gestärkt und die Schulden gesenkt werden. Was die IWF-Chefin hier fordert, klingt zunächst vernünftig, denn Schulden will schließlich niemand, Wachstum dagegen jeder. Es gibt jetzt nur einen klitzekleinen Haken an dieser Sache: Weniger Schulden und gleichzeitiges Wachstum der Finanzmärkte widersprechen sich in etwa in demselben Maße, wie sich Krieg und Frieden widersprechen.

IWF-Frontfrau Christine Lagarde fordert die Regierungen der Eurozone auf, noch entschiedener gegen die Probleme vorzugehen, weil diese nämlich das weltweite „Wachstum und die Finanzmärkte“ bedrohen würden. Was sagt diese Frau da eigentlich? Wirtschaft und Finanzmärkte sollen noch weiter wachsen? Hat sie denn nicht verstanden, dass genau dieser Wahnsinn das eigentliche Kernproblem darstellt, indem hier insbesondere im Finanzsystem gigantische, aber lediglich rein fiktive „Werte“ aus dünner Luft geschaffen werden, welche das Drama mit jeder weiteren Ausdehnung schlussendlich nur vergrößern?

Lagarde dürfte das sehr wohl bewusst sein, jedoch hat sie keine andere Wahl, als das verlogene Pyramidenspiel weiter zu forcieren, weil ansonsten das System in sich zusammenfällt. Schneeballsysteme besitzen schließlich die Eigenschaft, immer dann zusammenzubrechen, wenn sie sich nicht mehr weiter ausdehnen können – und obwohl vielen Menschen das nicht einmal ansatzweise bewusst ist: Unser Geldsystem ist nichts anderes als ein solches Schneeballsystem.

Weil jedoch ohne Geld unser heutiges – auf stetiges Wachstum ausgelegte – Wirtschaftssystem ebenfalls nicht mehr funktioniert, hängt das eine mit dem anderen unmittelbar zusammen. Das Problem dabei: Während die Wirtschaft schon rein logisch und rahmenbedingte Schwierigkeiten damit hat, unentwegt linear zu wachsen, muss das Finanzsystem durch den Zinseszins bedingt sogar exponentiell wachsen. Das ist rational weder zu begreifen noch kann dies dauerhaft funktionieren.

Solange die Exponentialfunktion des Geldmengenwachstums noch unterhalb des linearen Wachstums der Wirtschaft liegt, läuft alles bestens. Doch sobald Ersteres beginnt, in die Senkrechte durchzustarten, fängt das Gesamtsystem an zu wackeln. Am Ende implodiert es unter mächtigem Getöse. Und eben vor diesem Zusammenbruch stehen wir. Einzig Tricks und Manipulationen haben den mathematisch zwangsläufigen Crash bislang verhindern können. Doch niemand weiß, wie lange das noch funktionieren wird.

Wie kommt Christine Lagarde eigentlich auf die Idee, auf der einen Seite mehr Wachstum für die Wirtschaft und die Finanzmärkte zu fordern, was einer Ausdehnung der Geldmenge gleichkommt, und auf der anderen Seite gleichzeitig nach weniger Schulden zu rufen? Mehr Geld gibt es nämlich nur dann, wenn gleichzeitig im selben Maße neue Schulden erzeugt werden, eben nach dem Schneeballprinzip. Ob die IWF-Chefin lediglich ein Täuschungsmanöver durchführt oder tatsächlich nicht weiß, welchen Unsinn sie hier verbreitet, bleibt wohl ihr Geheimnis.

Neue Artikel kostenlos per E-Mail erhalten:

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on VKEmail this to someonePrint this page

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*