Euro wieder in Gefahr: Wann explodiert die spanische Bombe?

FreeImages.com/Walter Groesel

Zitat von www.welt.de:

Griechenland war nur der Anfang. Inzwischen ist auch Portugal faktisch bankrott. Doch das, was Europa durch Spanien droht, ist mit keinem der beiden Länder vergleichbar.

[…]

Die Wahrheit ist: Von einem Ende der Krise kann überhaupt nicht die Rede sein. Sie tritt vielmehr in eine neue Phase.

[…]

„Die wahre Bombe liegt in Spanien“, schreibt der Tagesanzeiger, also in einem Land, das über viele Jahre hinweg durch eine vorbildliche Haushaltsführung glänzte und dessen Wirtschaft boomte.

Kommentar von crash-news.com:

Zwischenzeitlich war die Euro-Krise schon fast wieder in Vergessenheit geraten, da öffnet sich nun vor uns ein neues schwarzes Loch im Süden der Eurozone: Spanien ist auf dem besten Weg, Griechenland zu folgen und in den Bankrott zu schlittern. Das Problem dabei: Spanien ist nicht Griechenland, sondern groß genug, um der Eurozone das Leben aushauchen zu können.

Die Negativzahlen des Arbeitsmarktes in Spanien sind dramatisch: 25% allgemeine Arbeitslosigkeit, bei den unter 25-Jährigen liegt die Quote sogar bei knapp 50%. Durch die jahrelange Blütezeit des Bausektors wurde in gigantischem Ausmaß in Immobilien investiert. Nicht nur ausländische Investoren und Banken, sondern auch die Spanier selbst setzten auf diese Wachstumsbranche. Dadurch wurde die Verschuldung von Unternehmen und Privatpersonen in bislang unbekannte Höhen getrieben.

Brutale Sparmaßnahmen der Regierung – hinter solchen Aussagen verbergen sich meist auch Steuererhöhungen – und eine platzende Immobilienblase setzen dem Land schwer zu und drohen, aus Spanien ein zweites Griechenland werden zu lassen. Das Problem dabei: Dieses „Griechenland“ hat es im Gegensatz zum bankrotten Original wirklich in sich und dürfte sich am Ende zu einer Bombe für den Euro entwickeln.

Das Schicksal von Spanien scheint nun seinen Lauf zu nehmen. Steigende Sozialausgaben stehen sinkenden Steuereinnahmen gegenüber und beide Bewegungen verstärken sich immer mehr – eine Entwicklung, die auf Dauer zerstörende Wirkung hat. Allerdings sieht es schlecht aus in Bezug auf einen Ausweg, denn aus dieser Abwärtsspirale ist es im Grunde unmöglich, zu entkommen.

Für einige Monate kann durch Rettungsgelder das System zwar noch überbrückend am Leben erhalten werden, aber es ist eben lediglich ein Zeitschinden und keine Problemlösung dadurch möglich. Schlussendlich führt an einem brutalen finalen Schnitt auch hier wieder kein Weg vorbei. Denn wie soll Spanien auf seinem absteigenden Ast seine Schulden an Frankreich, Großbritannien, die USA und die BRD in Höhe von 706 Milliarden Euro jemals zurückbezahlen?

Alleine schon die Zinsen und das notwendige Überrollen der bestehenden Kredite dürften bei den stark gestiegenen Risikoaufschlägen auf spanische Anleihen zu einer Finanzkatastrophe führen – aber natürlich nicht nur für Spanien, sondern für alle Beteiligten der Rettungs- und Schuldenunion.

Wann wird die spanische Bombe zünden? Oder werden es die Eurokraten samt der rückgratlosen Regierungsumfaller noch einmal schaffen, den Crash für ein paar weitere Monate, Wochen oder lediglich wenige Tage hinauszuzögern? Spanien ist jedenfalls nicht Griechenland, sondern wird sehr viel teurer werden für uns alle. Seien Sie besser auf alles vorbereitet, Zeitbomben wie diese zünden meist völlig unerwartet.

Neue Artikel kostenlos per E-Mail erhalten:

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on VKEmail this to someonePrint this page

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*