Euro-Retter in Panik: Frankreich fordert Billionen-„Atombombe“

Lupo / pixelio.de

Zitat von www.zeit.de:

Der französische Finanzminister François Baroin sprach sich am Donnerstag für eine massive Erhöhung der Kredithilfen auf die Summe von einer Billion Euro aus, wie das zuvor auch die OECD getan hatte.

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Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagte der «Bild»-Zeitung (Freitag) als Reaktion auf Baroin: «Ich halte gar nichts davon, die Märkte mit immer neuen Beträgen zu verunsichern.»

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Baroin meinte, der Zweck des Schutzschirms sei vergleichbar mit dem der Atombombe: «Er wurde geschaffen, um nie eingesetzt zu werden – das nennt man Abschreckung.»

Kommentar von crash-news.com:

Ob es nur ein Wahlkampfmanöver ist oder ob die französische Regierung über eine nahende Verschlimmerung der Krise Bescheid weiß, ist unbekannt, doch die Zahlen und die verwendeten Begriffe sprechen eine deutliche Sprache. Allerdings wird selbst der „totale Rettungsschirm“ oder gar eine Art nukleares Pendant nichts nützen. Die mit immer höheren Summen erkauften Ruhezeiträume werden trotzdem kürzer.

Abgesehen von der Sinnlosigkeit weiterer solcher Rettungsschirm-Erhöhungen wird damit schon wieder der Hals unserer armen, ausgebeuteten Kanzlerin stark in Mitleidenschaft gezogen. Hoffentlich besitzt Angela Merkels Hals ein Schraubgewinde, denn die vielen Kehrtwendungen schnüren ihr ansonsten irgendwann die Luft ab.

Dabei kommt ihr natürlich ihre politische Rückgratlosigkeit besonders zugute, denn mit einem derart flexiblen Instrument ausgestattet, wird sie selbstverständlich auch diesen neuen Richtungswechsel mit Bestnote bewältigen. Sie wird eines Tages noch die Ehrenmedaille der USA für politische Wendigkeit, finanzielle Flexibilität und vorbildliches koloniales Verhalten verliehen bekommen.

François Baroins Strategie klingt auf den ersten Blick vernünftig – natürlich nur aus der Perspektive der hilflosen Rettungselite -, denn Abschreckung hat durchaus eine gewisse Wirkung, allerdings nur, wenn der angedrohte Wachhund kein Chihuahua ist. Doch wie beim Pokerspiel gewinnt eben nicht der mit dem höchsten Einsatz, sondern mit den besten Nerven. Und diese haben die Euro-Rettungsschwimmer beim besten Willen nicht.

Ein weiteres Problem besteht außerdem darin, dass die Gegenseite, die Märkte, über noch viel größere „finanztechnische Massenvernichtungswaffen“ verfügen, als die Retter sich hier notdürftig zusammenschustern wollen. Warren Buffet prägte diesen Begriff während der ersten Welle der Finanzkrise 2008 und meinte damit den Derivatemarkt. Hier wird nicht mehr von Milliarden gesprochen, sondern nur noch von zwei- oder dreistelligen Billionenbeträgen.

Im Vergleich dazu sieht die Euro-Rettungsschirm-„Atombombe“ wie ein Kinderspielzeug aus und auch ansonsten hat das Verhalten der Eurokraten sehr viel Ähnlichkeit mit Kleinkindern im Sandkasten. Demnächst werden wohl belastbare Kindergärtnerinnen gesucht, um den Euro-Panikern die durchnässten Windeln zu wechseln, dann nämlich, wenn ihre „Atombombe“ zum Rohrkrepierer wird.

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