Blasenbildung: Bundesbank fordert Ausstieg aus aktueller Geldpolitik

Lupo / pixelio.de

Zitat von diepresse.com:

Bundesbank-Vorstand Joachim Nagel hat vor der Bildung von Spekulationsblasen durch die extrem expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) gewarnt. Es bestehe “die Gefahr, dass die Banken Risiken eingehen, die wir eigentlich nicht sehen wollen” […].

[…]

Weil einige Banken Probleme beim Zugang zum Markt hatten, liehen die Notenbanken der Eurozone ihnen im Dezember und Februar insgesamt mehr als eine Billion Euro zu besonders günstigen Konditionen über einen ungewöhnlich langen Zeitraum von drei Jahren.

[…]

Sie dürften sich an die überreichliche Versorgung mit Geld nicht gewöhnen. “Die Banken müssen sich darauf einstellen, dass es damit irgendwann wieder vorbei sein wird.”

Kommentar von crash-news.com:

Da kann der Bundesbank-Vorstand lange theoretisieren, ohne die weiter anhaltende Geldflut werden die Märkte und Banken nicht mehr auskommen. Dies hat weniger mit dem Wollen, sondern mehr mit der Mathematik zu tun. Exponentielles Schuldenwachstum lässt sich nur durch exponentielle Geldmengenvermehrung beherrschen und selbst das geht nur bis zu einem bestimmten Punkt gut.

Dann nämlich, wenn die Investoren erkennen, wie “werthaltig” ihre Investitionen tatsächlich sind, geht die plötzliche Suche nach einer sicheren Alternative los. Sobald ein größerer Euro-Kandidat damit droht, die Grätsche von Griechenland nachzumachen, wird das bisher erst wieder äußerst dünne Vertrauen in die Märkte sehr schnell erschüttert werden. Schließlich haben die Anleger inzwischen schmerzhaft gelernt, dass auch ein Staat der Eurozone pleite gehen kann.

Bei dieser Suche nach einem sogenannten “sicheren Hafen” werden die riskanten Papiere schnellstmöglich abgestoßen und das Geld in real werthaltige Anlagen umgeschichtet. Dazu gehören in Krisen auch verschiedene Rohstoffe und in letzter Konsequenz dann Gold und Silber. Da Gold kein Verbrauchs-Rohstoff im eigentlichen Sinne ist, bedeutet sein massenhafter Kauf ganz klar das Misstrauen gegenüber allen anderen Anlageformen. Im Klartext: Dann ist die Währung im Eimer.

Steigt nun der Goldpreis aufgrund einer solchen Kapitalflucht großer Investoren deutlich an, kann sich daraus eine Art Kettenreaktion ergeben. Werden binnen kurzer Zeit bestimmte Schwellwerte überschritten, führt dies möglicherweise zu einer weiteren enormen Preissteigerung des Edelmetalls. Gold hat daher auch heute noch die wichtige Funktion eines Fieberthermometers des Finanzsystems. Leicht erhöht und stetig steigend zeigt sich das Fieber bereits seit Jahren.

Warum solche “Experten” von der Bundesbank davon ausgehen, dass sich die Finanzkrise am Ende tatsächlich in Luft auflösen könnte, ist nur schwer nachzuvollziehen. Entweder diesen Leuten fehlt jegliches fundamentale Verständnis über das Geldsystem oder aber ihnen geht es lediglich noch um das weitere Hinauszögern des unweigerlich bitteren Endes, welches die Mathematik hier zwingend vorgibt.

Es könnte daher durchaus sein, dass diese Herren Währungswächter sehr wohl über die eingebaute Sollbruchstelle im Geldsystem Bescheid wissen, aber trotzdem nicht diejenigen sein wollen, bei denen das Gebilde plötzlich in sich zusammenbricht. “So lange wird sich der finale Crash doch hoffentlich noch hinauszuzögern lassen, nach uns die Sintflut” beschreibt vermutlich ihre Hoffnungen.

Leider wird diese Rechnung nicht aufgehen. Vielleicht ist das bereits einigen aus dieser Finanz-Clique klar geworden, denjenigen nämlich, die sich in den vergangenen Jahren und Monaten überraschend von der sichtbaren Front verabschiedeten. Auf den gelingenden Aufschub zu hoffen ist jedenfalls äußerst naiv, aber das werden die Beteiligten schon noch selber merken.

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