Ackermann warnt: Griechenland ist das Zünglein an der Waage

FreeImages.com/Walter Groesel

Zitat von www.welt.de:

Eine unkontrollierte Pleite Griechenlands würde nach Schätzungen des Welt-Bankenverbandes IIF mehr als eine Billion Euro kosten.

[…]

Der Bankenverband malt ein Horrorszenario: Wenn Griechenland falle, bräuchten Italien und Spanien externe Hilfe, um eine Ansteckung zu verhindern.

[…]

Die privaten Gläubiger haben bis Donnerstagabend Zeit, sich an dem Schuldenschnitt zu beteiligen, der zentraler Bestandteil des zweiten Rettungsschirms für Griechenland ist.

Kommentar von crash-news.com:

Wenn sich Leute wie Josef Ackermann in dieser Art zu Wort melden, besteht durchaus Grund zur Sorge. Er und seine Bänkergenossen dürften derzeit wie auf glühenden Kohlen sitzen, bis die privaten Gläubiger am Donnerstag dem griechischen Schuldenschnitt zugestimmt haben. Dass dies geschehen wird ist anzunehmen, weil die Folgen ansonsten dramatisch wären.

Hinter den Kulissen dürften entsprechende Gespräche laufen, denn natürlich hat keiner dieser Finanzverbrecher Lust auf einen Crash. Sie alle sitzen schließlich im selben sinkenden Boot und die Kapitäne werden keine Meuterei dulden, zumal die Meuterer genauso ertrinken würden.

Ob diese Erpressungen freilich viel helfen werden, wird sich noch zeigen. Jedenfalls gehen EZB und IWF derzeit davon aus, dass Griechenland zu Zwangsklauseln greifen muss, um die Gläubiger zu ihrem Glück zwingen zu können. Schulden loszuwerden ist eben nicht ganz so einfach, wie Kredite aufzunehmen.

Für private Investoren stellt sich formal betrachtet natürlich überhaupt nicht die Frage, ob sie freiwillig auf verliehenes Geld verzichten oder nicht, denn damit würden diese Unternehmen vorsätzlich ihr eigenes Geschäft schädigen und ihre Geldgeber bestehlen. Das wiederum könnte zu Klagen ihrer Kunden führen und die Frage ist, ob diese nicht vor Gericht Recht bekämen – sofern das System nicht vorher sowieso schon völlig zusammengebrochen ist.

In diesem Zusammenhang wird auch über die Fälligkeit der Kreditausfallversicherungen spekuliert. Niemand weiß, ob diese bei der Zwangsumschuldung Griechenlands tatsächlich fällig werden oder nicht und ob die Verantwortlichen sich nicht doch wieder irgendwie aus ihrer Verantwortung stehlen können.

Sollten sie zahlen müssen, wird das ein teures Vergnügen und dürfte zu einigen fallenden Dominos im Bankensystem führen mit der Gefahr einer Kettenreaktion. Weigern sie sich, verlieren die CDS damit ihre Existenzberechtigung, was wiederum fatale Folgen hätte. Die Lage wäre im Grunde aussichtslos.

Alles hängt also davon ab, dass Griechenland nicht fällt, koste es, was es wolle. Vertreten durch eine Umfaller-Regierung müssen wir damit rechnen, das bisherige Spiel noch länger ertragen zu müssen. Lediglich die bald wieder neu notwendigen Beträge zur „Rettung“ werden ein paar Nullen mehr haben. Aber das macht nichts, die Nullen werden schließlich von Nullen verwaltet. Kommt Zeit, kommt Crash.

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