Bürgerfern und abgehoben: Ehrensold, wem Ehre gebührt

Gerhard Rolinger / pixelio.de

Zitat von www.spiegel.de:

Noch wird trefflich über 199.000 Euro Ehrensold pro Jahr für Christian Wulff diskutiert, da werden weitere Forderungen bekannt, die für noch mehr Aufruhr sorgen werden: Der Ex-Bundespräsident will ein Büro inklusive Mitarbeiter.

[…]

Die Kosten für den Stab sollen sich auf etwa 280.000 Euro pro Jahr belaufen.

[…]

“Dies ist die Zeit für Bescheidenheit, Zurückhaltung und Demut im äußeren Auftreten. Das ungerührte Weiter-So ist ein Zeichen erschreckender Realitäts- und Bürgerferne der Politik.”

Kommentar von crash-news.com:

Hätten Sie nicht Lust, sich von Ihren zahlungskräftigen Freunden regelmäßig aushalten zu lassen, ihnen dafür lediglich mit ein paar politischen Gefälligkeiten unter die Arme zu greifen und sich anschließend eine äußerst ansehnliche Rente plus ein Büro samt Mitarbeiterstab plus Dienstwagen inklusive Fahrer plus Personenschutz auf Staatskosten einzuverleiben?

Sie hätten zwar Interesse an diesen Annehmlichkeiten, haben jedoch Skrupel, sich auf diese Weise Leistungen im Wert von jährlich fast einer halben Million Euro auf Kosten der Allgemeinheit unter den Nagel zu reißen? Ihr Gewissen sollten Sie zuvor freilich erst einmal etwas abhärten, denn nicht jeder ist in der Lage, ein Volk von über 80 Millionen Bürgern auf derart dreiste Weise zu belügen und hinterher auch noch in Prunk und Pracht auf dessen Kosten zu leben.

Außerdem sollten Sie sich weder den Bürgern bzw. Wählern zu eng verbunden fühlen noch ein zu freundschaftliches Verhältnis zu den Medien pflegen. Letztere danken es Ihnen nämlich nicht, selbst wenn Sie den Chefs eine freundliche, aber bestimmte Nachricht auf dem Anrufbeantworter hinterlassen. Kontakte in die Wirtschaft sind jedoch das A und O, denn dort stehen Ihnen durch Ihre konsequent gelebte Korruption stets sämtliche Türen offen – Ihren Urlaub beispielsweise müssen Sie garantiert nie mehr selbst bezahlen.

Selbstverständlich sollten Sie auch die übliche politische Doppelmoral aus dem Effeff beherrschen. Pluspunkte bringen zudem scheinheilige Aussagen über die notwendige Senkung der besagten Rente, noch bevor Sie den Posten selbst antreten. Hinterher mault dann vielleicht der eine oder andere linke Schreiberling der Systempresse, weil Sie sich dann doch nicht selbst besparen, aber gegen Ihre unwiderstehliche und dreiste Art, sich die Taschen vollzustopfen, kann trotzdem keiner mehr etwas unternehmen. Gesetz sei Dank.

Ganz wichtig ist auch, dass Sie bei Amtsantritt dafür sorgen, in allen relevanten Positionen entweder eigene Leute zu platzieren oder einzuschleusen und die übrigen unaustauschbaren Sesselkleber irgendwie zum Funktionieren und Schweigen bekommen. Dank Ihrer Parteikontakte verfügen Sie jedoch über eine ausführliche Datei, in welcher sämtliche Verfehlungen dieser hochgekrochenen Funktionäre aufgelistet sind und bei Bedarf jederzeit abgerufen und an die Medien weitergeleitet werden können.

Zusammengefasst sollten Sie möglichst staatstragend auftreten, politisch korrekte Sprüche klopfen, sich weder aus Medienhetze oder sonstigen Anfeindungen etwas machen und niemals Fall den Boden unter Ihren Füßen spüren. Die Bürger sind nämlich nur abgehobene Politiker gewöhnt und werden ansonsten bloß misstrauisch. Spielen Sie das Spielchen mit, es wird sich für Sie lohnen.

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