Nichts neues aus Brüssel: EU ignoriert Realität

Lupo / pixelio.de

Zitat von www.zeit.de:

Das Downgrading sei nur “eine Meinung unter anderen”, sagte er.

[…]

Ewald Nowotny, Chef der österreichischen Nationalbank, sieht politische Gründe für die Herabstufung: “Das ist ja eine politische Aktion, wenn in einem Schlag ganz Europa heruntergeratet wird oder zumindest eine negative Perspektive erhält.

[…]

“Die Rating-Agenturen sollten ihre Macht mit Vorsicht gebrauchen, um zu vermeiden, dass sie zu einem unheilvollen Verstärker der anhaltenden Staatschuldenkrise in Europa werden”, hieß es in einem Kommentar der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua.

Kommentar von crash-news.com:

Was diese EU-Politiker übersehen: Die Bonitätsnoten der Rating-Agenturen sind nicht einfach nur irgendeine Meinung, sondern sie sind vor allem ein Mittel für Großanleger, um ihre Investitionen auf einer vergleichbaren und eigentlich auch zuverlässigen Basis verwalten zu können.

Diese Börsen-Schnösel verschieben nämlich tagtäglich Milliarden Euro und Dollar mit ein paar Mausklicks und treffen dabei sicherlich auch die ein oder andere Entscheidung aus einem Bauchgefühl heraus. Ansonsten jedoch müssen sich diese Profianleger auf Instrumente verlassen, mit denen sie Unternehmen, Weltkonzerne und auch Staaten auf deren Bonität hin möglichst schnell und genau durchleuchten können.

Es handelt sich hier in gewisser Weise um eine Auslagerung der Bonitätsprüfung an Dienstleister. Würden die Anleger diese sogenannte “due dilligence” stets vor jedem Kauf und Verkauf selbst durchführen, könnten sich ihre Anlagekunden zwar über weitaus bessere Ergebnisse freuen, doch der Gesamtdurchsatz und damit ihr persönlicher Profit würde nicht die gewünschten Dimensionen erreichen.

Daher vertrauen die Mausklicker eben eher auf AAA als auf BBB und haben auch entsprechende Richtlinien und Vorgaben ihrer Fonds, Chefs usw. zu befolgen, weswegen sich der gesamte Markt längst an diesen Noten orientiert.

Insofern ist es sehr naiv von der Politik, die Ratings an sich oder die Veröffentlichung dieser Noten verbieten zu wollen. Da hilft kein Schönreden, Verharmlosen oder Nichtbeachten der jüngsten Herabstufungen, denn durch die Noten wird ja nichts anderes offenbar, als jede ehrliche und individuelle Bonitätsüberprüfung der Eurostaaten ebenfalls ergeben würde.

Natürlich besteht die Möglichkeit, diese Macht der Ratingagenturen auch zu missbrauchen – und sie wird definitiv missbraucht. Es dürfte eines der trojanischen Pferde der Wallstreet sein, mit der die US-Hochfinanz unter anderem Europa in Schach zu halten versucht.

Trotzdem wird das panische Gemecker der EU-Fritzen nichts nützen, ihre Misswirtschaft, Unfähigkeit und den nahen Tod des Euro zu verschleiern, ganz im Gegenteil.

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