Griechische Diplomatie: Entweder ihr zahlt oder wir sind raus

Lupo / pixelio.de

Zitat von www.welt.de:

Regierungssprecher Pantelis Kapsis erklärte, Griechenland müsse im ersten Quartal 2012 unbedingt eine endgültige Übereinkunft über ein neues, 130 Milliarden Euro umfassendes Hilfspaket („Bailout-Übereinkunft“) mit Kreditgebern und Gläubigern unterschreiben.

[…]

„Die Bailout-Übereinkunft muss unterschrieben werden. Andernfalls sind wir von den Märkten abgeschnitten und raus aus dem Euro“, erklärte Kapsis im Fernsehsender Skai TV.

Kommentar von crash-news.com:

Klare Worte aus Athen. Wer mag diesen Erpressern da noch gerne zwölfstellige Beträge über den Tresen reichen – ohne Gegenleistung – und dieses Geld gleichzeitig irgendwie der eigenen Bevölkerung abknöpfen? Wolfgang Schäuble ist zwar zu allem fähig, aber ob er das am Ende überleben würde ist eine andere Frage. Bleibt nur, das Geld zu drucken.

Im Grunde ist die Situation ausweglos, denn wenn die Eurozone noch weiterhin diese gigantischen Summen in das griechische Fass ohne Boden überweist, werden in Kürze auch die großen Probleme – namentlich Spanien und Italien – ähnlich ihre Hand aufhalten. Es ist natürlich völlig unmöglich, deren gigantische Schuldenlast zu finanzieren, aber wenn kein Geld fließt, fließt dafür irgendwann Blut auf den Straßen.

Es ist durchaus möglich, dass der Austritt Griechenlands aus dem Euro ohne wirkliche Folgen bleibt. Allerdings ist eher das glatte Gegenteil wahrscheinlich, denn für die Märkte bedeutet dies eine völlige Ungewissheit, was die Sicherheit der Anleihen möglicher weiterer Austrittskandidaten betrifft. Über Nacht könnten diese wertlos werden und damit besteht die Gefahr einer abrupten und nicht beherrschbaren Massenpanik an den Märkten.

Wie katastrophal die Lage am Ende sein wird, kann sich heute noch kaum jemand ausmalen. Obwohl Griechenland noch gar keine wirklich drastischen Sparmaßnahmen ergriffen hat, um sein Defizit zu senken, leiden bereits Teile der Bevölkerung unter erheblichen Einschränkungen.

Was wird erst los sein, wenn das Land endgültig pleite geht? Und welche Kettenreaktionen stehen Europa bevor, die bis hinein in das sorgenfreie Aufschwungland BRD reichen werden?

Das Pokerspiel wird weitergehen, bis der erste aussteigt und die anderen die Karten auf den Tisch legen müssen. Danach könnte dann scharf geschossen werden – so zumindest ist das in schlechten Western. Nun, wenn das hier mal kein schlechter Westen ist…

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Ein Kommentar

  1. Die Zweifel wachsen, dass Griechenland ohne eine umfassende Umschuldung zu retten ist. Der IWF, der neben der EZB und der EU-Kommission zur sogenannten Troika gehört, glaubt nicht, dass das hochverschuldete Land auf Basis der bisherigen Sanierungspläne seine Schulden dauerhaft tragen kann. Warum wird das Leiden der Bevölkerung noch verlängert. Die Griechen müssen aus dem Euro und aus der EU austreten und gut ist es für die Griechen und den Euro.l

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