Griechenland leidet sichtbar unter einer schweren Depression, deren Höhepunkt jedoch noch längst nicht erreicht wurde. Wer solche Preise für Heizöl berappen muss, der ist wahrlich nicht zu beneiden. Die Helenen können aber noch von Glück reden, dass ihr Land nicht in unseren Breiten liegt, denn ansonsten wäre wohl die Hälfte der Bevölkerung längst erfroren.
Sicherlich sind dicke Rauchschwaden auf Dauer der Gesundheit nicht zuträglich, aber wir müssen bedenken, dass die lautstarken Warner noch nach ihren dekadenten Maßstäben aus besseren Zeiten messen – wobei diese besseren Zeiten gar nicht allzu lange zurückliegen. Das bedeutet, hier machen sich wieder einmal irgendwelche Gesundheit-”Experten” wichtig, indem sie die Überschreitung willkürlich festgelegter Grenzwerte anprangern, insbesondere beim sogenannten Feinstaub.
Vor einigen Jahrzehnten war es die Normalität, dass im Winter über Ballungszentren dunkle Dunstglocken standen, häufig bedingt durch die Braunkohleheizungen. Doch das waren unvermeidliche Zustände, weil die Leute schließlich irgendwie heizen mussten und können mit den Grenzwerten von heute trotz Krise beim besten Willen nicht verglichen werden. Das zeigt auch der Vergleich mit einer Stadt wie Peking, welche bisweilen dreimal so hohe Feinstaubkonzentrationen aufweist, wie sie jetzt gerade im Norden von Athen herrschen.
Ganz am Boden scheint Griechenland auch noch gar nicht zu liegen, denn offensichtlich funktionieren die “demokratischen” Strukturen noch so ordentlich, dass die griechische Ärztekammer brav die Politik zum Handeln aufruft. Freilich ist das nur leeres Gelaber, denn was sollte die Regierung dort schon dagegen tun? Etwa trotz ihrer leeren Kassen die Steuern wieder senken? Oder vielleicht ein Gesetz gegen das Verbrennen von Holz und sonstigen Abfällen im eigenen Ofen erlassen?
Die Griechen nehmen erfahrungsgemäß nicht sonderlich viel Notiz von solchen Vorschriften und Gesetzen. Da könnte selbst die EU-Diktatur mit einem generellen Heizverbot nichts ausrichten, wobei eine derartige Richtlinie nicht einmal völlig an den Haaren herbeigezogen wäre. Diesen CO2-Sektenjüngern ist nämlich alles zuzutrauen.
Noch dreht sich die Diskussion in Griechenland nur um das Heizen mit Holz. Was passiert wohl, wenn dasselbe Problem mit Lebensmitteln droht und die Menschen anfangen, ihre Haustiere zu essen oder sämtliches Getier aus der sie umgebenden Natur zu verspeisen, weil der Einkauf von Nahrungsmitteln für immer mehr Leute unbezahlbar wird? Die Politik kennt auf diese Fragen natürlich nur eine Antwort: Die Einführung von Verboten – dann wird eben das Essen allgemein verboten. Brüssel würde sicherlich jubeln.
Griechenland bleibt eine Art lebendiges Warnschild für uns alle, denn auch wenn die Krise momentan überwunden scheint, so schwelt sie doch in Wahrheit weiterhin unter der Oberfläche und es wird nicht lange dauern, bis die ersten Stichflammen wieder irgendwo “völlig überraschend” herauslodern. Griechenland ist längst überall, die meisten Menschen haben das nur noch nicht erkannt.


Nur zur Info, im Norden Griechenlands währen die Leute froh, einen deutschen Winter zu kennen, 30 Grad minus sind da keine Seltenheit, hab ich selbst schon erlebt.
…da sieht man einmal, dass ALLES im Wandel begriffen ist, sogar das Wetter. Man darf gespannt bleiben (hoffentlich nicht im alten Trott), was noch kommen wird.