Wer in Griechenland ein schuldenfreies Haus sein Eigen nennt, hat zumindest diesbezüglich eine große Sorge weniger, selbst wenn er über keine Arbeit oder so gut wie kein Einkommen verfügt. Deutlich weniger Freude haben zur Zeit die Vermieter, denn hunderttausende Häuser stehen bereits leer – Tendenz stark steigend. In ihrer Not ziehen die Griechen nämlich in kleinere Wohnungen und selbst dafür bleiben viele die Miete über Monate hinweg schuldig.
Aus diesem Grund setzt in Hellas inzwischen eine deutliche Gegenbewegung ein: Die Mieten sinken. Denn selbst ein Vermieter einer bezahlten Immobilie ist schon froh, wenn sein Haus überhaupt bewohnt wird, notfalls zum kleinen Mietpreis, weil somit die Gefahr von Vandalismus reduziert wird und der Erhalt von Haus und Garten nicht ganz allein an ihm hängen bleibt. Aufgrund der hohen Steuern wirft das Mietgeschäft damit zwar kaum Gewinne ab, doch ein leerstehendes Haus kostet schließlich trotzdem ein Minimum an Unterhalt.
Anders sieht es bei denjenigen aus, welche ihre Vermietungsimmobilie erst noch abbezahlen müssen und denen daher die jeweilige Bank ständig im Nacken sitzt. Hier besteht quasi die unbedingte Notwendigkeit zur Vermietung, soll mittelfristig die Zwangsversteigerung vermieden werden. Leerstand können sich diese Hausherren keinesfalls leisten, doch eine beliebige Senkung der Mieten ist ebenfalls unmöglich, weil der Kredit bedient werden will. Und ein Verkauf der Immobilie kommt für viele schon deswegen nicht in Frage, weil die Preise mittlerweile völlig am Boden liegen und damit nur ein großer Verlust zustande käme.
All jene, welche sich rechtzeitig aus dieser gefährlichen Schuldenfalle befreit haben, können aufatmen. Den anderen stehen sicherlich schwere Zeiten bevor, denn es ist nicht abzusehen, wann sich die Lage in Griechenland wieder entspannen wird. Die Schuldenfalle hat jetzt zugeschnappt. Eigentlich müsste das Geschehen im Süden Europas den hiesigen Hausbesitzern eine deutliche Warnung sein, doch anstatt sich aus solchen Kreditfesseln zu befreien, herrscht hier noch immer der völlig gegenteilige Trend. Dabei befindet sich auch unsere Wirtschaft längst auf dem Abwärtsweg und die logischen Folgen für den Immobilienmarkt sind daher mittelfristig dieselben, wie im Süden des Kontinents.
Ganz gleich, ob es das Haus oder die eigene Wohnung für den Eigenbedarf ist oder ein reines Immobilienobjekt zur Gewinnerzielung, sobald hier ein Kredit mit im Spiel ist, handelt es sich in diesen Zeiten um eine Art von russisch Roulette. Wenn erst einmal auch unser Immobilienmarkt zusammenbricht, ist es zu spät, um noch zu reagieren. Ab dann wird der Hausbesitz auf Kredit zum Totalverlustrisiko, weil schlussendlich dieselben Folgen auf die Vermieter warten, wie in Griechenland. Es ist eine Illusion zu glauben, wir würden vor all dem verschont bleiben.
Wer schlau und vorausschauend ist, veräußert sein nicht abbezahltes “Eigentum” jetzt noch schnellstmöglich, solange sich der Trend hierzulande nicht umgekehrt hat. Vorsorge besteht nämlich nicht allein darin, den Keller mit Lebensmitteln vollzupacken und sein Sparvermögen in Gold und Silber umzumünzen. Das Wichtigste für alle Schuldner ist, dieser drohenden Gefahr zu entgehen und sich unbedingt von sämtlichen Schulden zu befreien.

