Die Musterschüler der Bundesregierung kommen wieder einmal in die Kritik. Sie lügen und betrügen, hintergehen und täuschen ihre eigenen Wähler am laufenden Band. Gängelung und Unterdrückung des Volkes haben neben Korruption und Vorteilnahme einen festen Platz bei der täglichen Regierungsarbeit, so zumindest empfinden es mehr und mehr der “Untertanen”. Wer hat hier noch Vertrauen in eine Ministerin für Wissenschaft und Forschung, welche sich möglicherweise der Guttenbergschen Doktormasche bedient hat?
Offiziell ist das Prüfungsverfahren der Universität Düsseldorf noch gar nicht gelaufen und doch scheint Annette Schavan schon stark angeschlagen, denn das Gutachten der Uni wurde bereits öffentlich. Wer auch immer hinter diesem Schachzug steht, er war klug. Denn ein Prüfungsgremium könnte schließlich immer noch zu Gunsten Schavans entscheiden, selbst wenn das Gutachten Klartext spricht. So jedoch kann sich jeder selbst ein Urteil bilden.
Natürlich wird dieser Gutachter unmittelbar angegriffen, eine zweite Person müsse das Gutachten “sachlich” überprüfen. Dabei ist die Frage, ob es wohl tatsächlich jemand wagen würde, ein 75 Seiten Papier über Schavans Doktorarbeit anzufertigen und darin unbeweisbare Behauptungen aufzustellen, welche anschließend über das Schicksal einer Ministerin entscheiden. So dumm ist niemand, der an seinem Posten hängt.
Daher wiegen die Vorwürfe äußerst schwer, zumal im Gutachten die Rede davon ist, dass die in der Dissertation angewandte Vorgehensweise typisch für einen Fall von vorsätzlicher Täuschung sei. VroniPlag-Gründer Martin Heidingsfelder sagte, dass jeder selbst sehen könne, wie eindeutig der Sachverhalt sei.
Sollte sich der Verdacht nun schlussendlich erhärten, wird Annette Schavan mit Sicherheit den Weg des ehemaligen Dr. von und zu Guttenbergs gehen müssen, auch wenn ihr Vergehen schon über 30 Jahre zurückliegt. Das wird sie umso mehr schmerzen, als sie gerade bei der Plagiatsaffäre ihres Kollegen im vergangenen Jahr so deutlich gegen ihn Stellung bezogen hatte. Dazu kommt ihre Funktion als Bundesbildungsministerin, in welcher das betrügerische Erschleichen eines Titels wohl kaum jemals zu entschuldigen wäre, sollte sich der Verdacht schlussendlich gegen sie erhärten.
Wieder einmal zeigt sich, dass unsere Politiker auch nur Menschen mit kleinen und großen Fehlern sind, wie wir alle. Jeder sollte ihnen daher den Mangel an Unfehlbarkeit zugestehen. Dennoch, wer sich selbstherrlich über die Betrügereien eines Kollegen äußert und dabei den Scheinheiligen miemt, der muss sich hinterher nicht wundern, wenn ihn sein eigenes Urteil am Ende selbst trifft.
Es ist gar nicht einmal zwingend der Fall, dass in der Politik die größten Betrüger sitzen, auch wenn sich eigentlich fast täglich aufs Neue genau dieses Bild vor unseren Augen erhärtet. Doch diese Egomanen dort oben haben im Verlauf ihrer Karriere eben gelernt, wie das Spiel funktioniert. Ohne Lügen und Betrug, Korruption und Täuschung läuft dort nämlich leider gar nichts. Das macht den gesamten Laden auch erst so perfekt und leicht steuerbar für die wahren Herrscher im Hintergrund.


In den Fernsehnachrichten von dieser Woche wurde gesagt, dass Frau Schavan kein Diplom besitzt. Dieses ist normalerweise eine Voraussetzung für die Zulassung eines Dissertationsverfahrens. Eigentlich ist diese Tatsache, dass Frau Schvan ohne Diplom promovieren durfte mindestens genauso untersuchungswürdig.
H. Krischer