Finanzen

Dubiose Sicherheitswarnung: Cyber-Angriffe auf Banken in diesem Herbst?

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www.n-tv.de
8
Oktober 2012
11:36
Zitat von www.n-tv.de:
meint dazu:

Eine seltsame Art der Warnung ist das, wenn im Voraus darüber berichtet wird, was im Verlauf dieses Herbstes angeblich geschehen werde. Ähnlich eines “Blitzkrieges” sollen massenhaft Überweisungen ausgeführt werden, welche den Bankkunden während des Onlinebankings heimlich ihre Daten manipuliert und das Geld auf eigene Konten der Verbrecher umleitet. Die Folgen wären sicherlich dramatisch, vielleicht ähnlich denen von Bankfeiertagen?

Selbst wer nicht völlig paranoid veranlagt ist, rümpft bei dieser dubiosen Vorankündigung die Nase, denn wenn sogar der Name des Trojaners im Voraus bekannt ist – Gozi Prinimalka soll er sich nennen – stellt sich die Frage, warum hier nichts dagegen unternommen wird. Gibt es diesen Trojaner überhaupt? Und wenn ja, wer steckt in Wahrheit dahinter? Kriminelle sind es in jedem Fall, aber sind es vielleicht gar nicht die üblichen Verdächtigen?

Was würde denn nach einem solchen Großereignis geschehen, wenn bei Millionen von Bürgern innerhalb weniger Stunden oder Tage die Konten leergeräumt würden? Wenn es sich um hohe Gesamtsummen handelt, könnte dieser Vorgang ähnliche Auswirkungen wie ein bank run haben, welcher die Geldinstitute kurzerhand in die Pleite treiben könnte. Würden Millionen Konten von betroffenen Kunden überzogen, kämen auch noch enorme Auswirkungen auf die Gesellschaft, den Handel und die Wirtschaft hinzu.

All das geschähe im Übrigen auch nach der Pleite einer Großbank, vom Dominoeffekt einmal ganz abgesehen. Der wesentliche Unterschied bestünde allerdings darin, dass offiziell nicht die üblichen Finanzverbrecher daran schuld wären, sondern eine unsichtbare Verbrecherbande. Selbst wenn es sich bei den Drahtziehern dieses “Blitzkrieges” insgeheim um dieselben Finanzverbrecher und nicht um irgendwelche gewöhnlichen Normalkriminellen der Russenmafia handeln würde, so wären die offiziellen Konsequenzen doch völlig anders.

Vorsorglich könnten die Banken nämlich das Ausführen sämtlicher Überweisungen einstellen und die Geldtransfers stark einschränken oder ihre Häuser vorübergehend sogar ganz schließen, wenn sich der angekündigte Angriff konkret abzeichnet. In diesem Fall würde niemand Verdacht schöpfen, auch wenn in Wirklichkeit etwas ganz anderes dahintersteckt, wie beispielsweise ein sich abzeichnender Kollaps einer Großbank, welcher verschleiert bzw. verhindert werden muss.

Das Problem ist nur: Mehr als ein bisschen Zeitgewinn kommt dabei nicht heraus, denn was geschieht, wenn die betroffenen Banken nach zwei Wochen immer noch geschlossen haben oder zumindest die Transfers stark eingeschränkt bleiben? Sicherlich werden die Kunden ziemlich unruhig. Je nach “Bedrohungslage” könnten auch kurzfristige politische Entscheidungen für eine Dauerlösung und die legale Aufrechterhaltung der kurzfristigen Maßnahmen sorgen, womit jegliche Form von bank runs wirkungsvoll verhindert werden könnte. Wer würde schon Verdacht schöpfen, dass in Wahrheit ganz andere Beweggründe dahinterstecken?

All das ist Spekulation. Wir wissen jedoch, wie es um das weltweite Finanzsystem bestellt ist und nur noch drastische Maßnahmen den baldigen Kollaps etwas hinauszögern, nicht jedoch mehr verhindern können. Daher ist es angebracht, bei allen derartigen Ankündigungen äußerst misstrauisch zu sein.

Es ist allerdings sowieso schon höchste Eisenbahn. Jeder sollte überzähliges Geld längst von den Banken abgezogen und in echte Werte umgewandelt haben und nicht etwa darauf warten, bis eben solche “überraschenden” Ereignisse tatsächlich geschehen, denn dann ist es zu spät, um zu handeln.

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