Jetzt ist es soweit: Spanien kann nicht mehr anders und braucht die volle Dröhung in Sachen Rettung. Kein Wunder, Geld stinkt schließlich nicht und nachdem sich bei Griechenland mittlerweile deutlich abzeichnet, dass die Milliarden selbst ohne reale Sparmaßnahmen fließen, traut sich auch die spanische Regierung an die große Zitze. Da wird es wohl nicht mehr lange dauern, bis die EZB-Druckerpressen noch schneller rotieren.
Vielleicht bekam es die Mannschaft um Ministerpräsident Rajoy inzwischen auch einfach etwas mit der Angst, weil die Demonstrationen immer mehr außer Kontrolle geraten und sie erhoffen sich durch diesen Schritt eine Beruhigung in der Bevölkerung? Auf jeden Fall zeigt diese Entscheidung, wie prekär die Lage im Land sein muss, denn natürlich werden zumindest offiziell und vordergründig rigorose Sparmaßnahmen von den Rettungszahlern eingefordert werden, welche sicherlich nicht gerade mit Freuden bejubelt werden.
Wahrscheinlich fiel die Entscheidung zu diesem Schritt auch nicht ganz freiwillig, denn die Länderchefs der Eurozone fürchten sich allesamt vor einem überraschenden Crash, der durch solche Wackelkandidaten wie Spanien urplötzlich ausgelöst werden könnte. Zwar wird seitens der Bundesregierung selbstverständlich jegliche derartige Einflussnahme geleugnet, aber wir wissen ja längst, inwieweit wir den Äußerungen unserer sogenannten Volksvertreter noch Glauben schenken können.
Eine unverschämt dreiste Taktik der Merkel-Mannschaft ist jedenfalls der Plan, den Bundestag möglichst wenig mit den Euro-Hilfsanträgen zu stressen, schließlich könnte am Ende doch dem einen oder anderen Hampelmann unter den Abgeordneten ein Lichtlein aufgehen und sich allmählich größerer Widerstand verbreiten. Aus diesem Grund versucht unsere Regierung, die Rettungsentscheidungen nicht einzeln, sondern als Bündel durch den Reichstag zu jagen. Wer nicht diskutieren will, vermeidet einfach das Gespräch.
Auf diese Weise müssen die lieben Damen und Herren Volksvertreter nur ein einziges Mal brav nicken – das können sie bekanntermaßen sehr gut -, wenn über die nächste Milliardenschenkung an Griechenland, Zypern und Spanien in einem gemeinsamen Antrag abgestimmt wird. Am besten, es werden auch gleich noch die Blankoschecks für Portugal, Irland und Italien mit unterschrieben, dann wird der Bundestag nicht über Gebühr mit diesen lästigen Fragen gequält.
Und so läuft das Spiel eben noch immer munter und fröhlich weiter. Allerdings zeichnen sich am Horizont allmählich ein paar dunkle Wolken ab, selbst über dem ehemaligen XXL-Aufschwungsland BRD. Wenn dieses Gewitter dann mit voller Stärke über uns hereinbrechen wird – die “Experten” und Ökonomen werden selbstverständlich vollkommen überrascht sein von dem plötzlichen Geschehen -, kommen wir langsam zum Höhepunkt der großen Show. Mal sehen, ob es noch 2012 soweit sein wird.

