Crash

Krise wird andauern: IWF sieht noch lange kein Ende der Fahnenstange

www.stern.de
11
September 2012
11:33
Zitat von www.stern.de:
meint dazu:

IWF-Vizedirektor Zhu Min warnt zu Recht vor einem noch langen Kampf gegen die Krise in Europa, aber er scheint entweder nicht die wirklichen Zusammenhänge zu kennen – eine äußerst unwahrscheinliche Annahme – oder aber bewusst zu lügen. Denn ein Ende der Schuldenkrise steht durchaus bevor, jedoch in Form eines noch nie dagewesenen weltweiten Zusammenbruchs.

Dass die Weltwirtschaft bei einer dramatischen Verschlechterung der Situation in der Eurozone von enormen Auswirkungen betroffen sein wird, ist logisch, nur sind die von Min genannten niedrigen Prozentzahlen ziemlich irreführend. Wenn sich in Folge der kommenden Verwerfungen der Euro in Luft auflösen wird, fällt die Wirtschaftsleistung in den USA nicht etwa um 2,5%, sondern eher um 25%, da der Dollar nur schwerlich den Tod des Euro überleben wird.

Trotzdem sagt Zhu Min zwischen den Zeilen die Wahrheit, wenn er davon spricht, wir stünden mitten in der Krise und hätten noch einen langen Weg vor uns. Die Frage ist lediglich, wie dieser Weg aussehen wird. Davon zu schwadronieren, der Euro sei sicher, ist nichts weiter als lächerliche Endsiegpropaganda oder Hinhaltetaktik für die weniger Informierten, denn Min dürfte es wohl besser wissen, wie sicher eine gerade im Sterben liegende und immer mehr das Vertrauen der Bürger verlierende Währung noch sein kann.

Und das weiß Min natürlich. Daher steht bei diesem Elitentreffen schließlich auch “die neue Wirtschaftsordnung” im Mittelpunkt – ein neuer Begriff, der offenbar derzeit geprägt werden soll. Diese wird, wie der Phönix aus der Asche, aus den Trümmern der Finanzkrise aufsteigen. Was darunter konkret zu verstehen ist, wie diese neue Wirtschaftsordnung aussehen wird, bleibt unklar. Doch niemand sollte sich irgendwelchen Illusionen hingeben, dass den normalen Menschen dieser Welt damit ein schönes neues Utopia-Paradies beschert würde.

Zu eben jener neuen Wirtschaftsordnung gehört selbstverständlich auch eine global übergeordnete Politik, eine Weltregierung. Den Begriff kennen wir bereits, genauso wie die neue Weltordnung. In der Eurozone können diese Absichten und Pläne bereits deutlich in der Umsetzung beobachtet werden, denn beispielsweise wird mittels des ESM hier ein großer Schritt in diese Richtung unternommen.

Der Weg zur neuen Wirtschaftsordnung wird in keinster Weise glatt verlaufen, sondern er wird sich den Menschen als einzig gangbare Lösung nach einer fürchterlichen Eskalation der Krise als letzter Ausweg regelrecht anbiedern. Deswegen spricht Min nämlich auch durch die Blume vom kommenden Bankrott der USA und von China und von weltweiter Nahrungsmittelknappheit.

Wer die Augen offenhält, kann anhand solcher scheinbar unbedeutenden oder naiv anmutenden Aussagen der Eliten deren wirklichen Plan erahnen. Wir stehen direkt an der Schwelle zur neuen Weltordnung, das Geschehen um uns herum lässt längst keinen anderen Schluss mehr zu. Wer dagegen ankämpft, wird verlieren, doch das bedeutet noch lange nicht, dass wir uns deswegen geschlagen geben sollten, denn unsere Mitmenschen über dieses Vorhaben aufzuklären und ihnen den Ausweg daraus aufzuzeigen, ist der denkbar größte Widerstand.

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Ein Leserkommentar zum Artikel:

  • Nikodemus

    Früher hieß es: “Eins ist sicher – die Rente!”. Heute heißt es: “Eins ist sicher – der Euro”.

    Man weiß, was man davon zu halten hat…

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